Das Café Fritz zieht ins Philipp-Nicolai-Haus

Noch steht der große Saal im Philipp-Nicolai-Haus leer. Im Februar wollen die Grünen Damen und Herren dort das Café Fritz eröffnen. ▪
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Noch steht der große Saal im Philipp-Nicolai-Haus leer. Im Februar wollen die Grünen Damen und Herren dort das Café Fritz eröffnen. ▪

BÖNEN ▪ Der Donnerstagnachmittag ist vielen der Gäste heilig. Für ein paar Stunden finden sie im Café Fritz Geborgenheit, Abwechslung und den so wichtigen Kontakt zu anderen Menschen.

Und auch den Angehörigen bietet die Gruppe eine kleine Atempause vom oft kräftezehrenden Alltag mit einem demenziell Erkrankten. Im August vergangenen Jahres eröffneten die Grünen Damen und Herren im ambulanten Besuchsdienst das Café im Fritz-von-Bodelschwingh-Haus, und der Zuspruch ist nach wie vor enorm. Im Februar zieht das Café Fritz nun um – in das ehemalige Philipp-Nicolai-Haus an der Rosenstraße.

Die Geschichte des früheren Gemeindehauses ist bewegt. Jahrzehntelang war es Treffpunkt für die Christen der Evangelischen Kirchengemeinde im Bezirk Bönen-Mitte. Liebevoll und mit viel Engagement errichteten sie 1981 den Anbau, indem die Gottesdienste gefeiert wurden, sich die verschiedenen Gruppen und Gemeindeglieder getroffen haben.

2005 kam dann das Aus: Aus finanziellen Gründen gab die Kirche das Haus auf. Genutzt wurde es anschließend unter anderem von der Pestalozzischule, die dort die Schüler der BuS-Klasse (Beruf und Schule) unterrichtete. Doch auch die hat inzwischen im Hausmeisterhaus der Alten Mühle eine neue Bleibe gefunden – das Philipp-Nicolai-Haus stand mehr oder weniger leer.

Das wird sich jetzt ändern. Derzeit sind Handwerker damit beschäftigt, das Gebäude auf Vordermann zu bringen. Die dunklen Balken sind bereits weiß gestrichen worden. „Das tat mir schon ein bisschen leid“, sagt Herta Dittforth von den Grünen Damen und Herren. „Aber für Demenzerkrankte sollte der Raum schön hell sein.“ Das Gebäude sei ideal für das Café Fritz, so Herta Dittforth. Treffen können sich die Café-Gäste im großen Saal, der Nebenraum soll zum Ruheort werden, zudem sind eine behindertengerechte Toilette und eine Küche bereits vorhanden.

„Das Beste daran aber ist der Garten“, findet die ehrenamtliche Mitarbeiterin. „Im Sommer können sich die Gäste dann draußen aufhalten.“ Und das sollen künftig mehr sein als die elf Senioren, die zurzeit das Café im Bodelschwingh-Haus besuchen. Die Grünen Damen und Herren wollen montags und dienstags jeweils von 9 bis 16 Uhr eine Tagesbetreuung für Menschen mit altersbedingter Leistungsschwäche, mit Demenzerkrankungen, anbieten – „keine Tagespflege“, wie Herta Dittforth ausdrücklich betont. Neben einem gemeinsamen Frühstück und Mittagessen, das je nach Fähigkeiten gemeinsam zubereitet werden soll, werden dort verschiedene Beschäftigungen, Spiele oder auch einfach Gespräche angeboten. Im Ruheraum können die Senioren nach dem Essen dann ein kleines Päuschen einlegen. Bis zu 15 Senioren wollen die Initiatoren aufnehmen.

Gruppe für Senioren mit Migrationshintergrund

Außerdem soll eine Gruppe für ältere Menschen mit Migrationshintergrund eingerichtet werden, die jeweils mittwochs, ebenfalls von 9 bis 16 Uhr, dort betreut wird. Um die Senioren werden sich Fachkräfte kümmern – unterstützt von den ehrenamtlichen Grünen Damen und Herren. „Wir müssen erstmal abwarten, wie das Ganze anläuft“, sagt Herta Dittforth. Noch sind in den geplanten Betreuungsgruppen Plätze frei. Interessierte können sich unter der Rufnummer 35 45 an die Diakoniestation Bönen-Flierich wenden, die dann an die Grünen Damen und Herren weiterleitet.

Die Diakoniestation wird übrigens auch weiterhin Nachbar des Café Fritz und der Grünen Damen und Herren bleiben. Auch sie zieht in das Gebäude an der Rosenstraße – und zwar in die Räume des ehemaligen Café Sahne. Der Jugendtreff wurde nach der Schließung des Philipp-Nicolai-Hauses zunächst weiter genutzt. Doch im Juni vergangenen Jahres musste auch er seine Türen für immer schließen.

Während das Café Fritz jedoch bereits am Freitag, 17. Februar, Eröffnung feiern will, wird die Diakoniestation voraussichtlich ein paar Tage länger brauchen, bis sie ihre Arbeit an der neuen Adresse aufnehmen kann. Geplanter Einzugstermin ist der 1. März. ▪ fla

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