„Drive-in“ zu Ostern und größeres Biwak im August

Bürgerschützen sagen Fest ab, bleiben aber in Kontakt mit den Mitgliedern

2019 feierte der Bürgerschützenverein Bönen, Wester- und Osterbönen auf der Schützenwiese an der Witheborgstraße
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Vor fast zwei Jahren trafen sich die Bürgerschützen Bönen zuletzt an der Vogelstange – ganz ohne Abstand. Daran ist zurzeit überhaupt nicht zu denken.

Bönen – So wie Karl-Josef Laumann sieht auch der Vorstand des Bürgerschützenvereins Bönen, Wester- und Osterbönen keine Chance für ein Schützenfest in diesem Frühling und Sommer. Die Ankündigung des NRW-Ministers, in den kommenden Monaten Schützenfeste feiern zu wollen, sei unverantwortlich, kam für die Bönener nicht überraschend. „Unter Berücksichtigung der aktuellen Coronalage ist es nicht möglich und sinnvoll ein Schützenfest durchzuführen und dabei für die Gesundheit aller zu garantieren“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Die Verantwortlichen haben daher die für Mai geplante Veranstaltung abgesagt – schweren Herzens, wie Schriftführer Stefan Krischak betont. Ganz aus den Augen verlieren wollen sich die Bönener Schützen dennoch nicht.

So soll es am Samstag vor Ostern ein Wiedersehen an der Witheborgstraße geben, allerdings nicht am sonst traditionellen Feuer. „Wir laden alle Mitglieder dazu ein, nach Voranmeldung mit ihren Fahrzeugen auf die Schützenwiese zu kommen. Wir reichen ihnen dann eine kleine Osterüberraschung durch das Fenster“, kündigt Martin Brünnich an. Vorbild für die Idee waren die Schützenkollegen aus Nordbögge. Die haben im vergangenen Jahr ihr beliebtes Eisbeinessen auf ähnliche Weise gestaltet.

„So sehen wir uns wenigstens mal, wenn auch nur durch die Autoscheibe.“ Viele Schützen hat der Vereinsvorsitzende seit mehr als einem Jahr nicht mehr gesehen oder gesprochen. „Ich kann verstehen, dass sich einige aus Sorge vor einer Ansteckung zurückgezogen haben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die „Drive-in-Aktion“ soll deshalb ein risikoloses Begegnen möglich machen.

Königs- und Kaiseradler warten auf den Abschuss

„Wenn die Infektionslage es dann zulässt, möchten wir außerdem unser Biawak am 28. August größer aufziehen, eventuell mit einem kleinen Zelt auf der Schützenwiese“, berichtet Brünnich. Normalerweise krönt das Bönener Schützenvolk bei dieser Gelegenheit „nur“ seinen Bierkönig – ohne Ball, Parade und Tanzkapelle. Je nachdem, wie sich die Pandemie bis dahin entwickelt und wie weit die Impfungen fortgeschritten sind, könnten ambitionierte Mitglieder nun an diesem Tag aber sogar mit entsprechender Munition auf den Königs- und den Kaiservogel schießen. Die stattlichen Adler warten schließlich seit Anfang vergangenen Jahres auf den Abschuss. „Das Holz wird irgendwann trocken und brüchig. Ewig werden sie nicht halten“, ist sich Brünnich sicher.

Statt die fix und fertig gestalteten Vögel zu entsorgen, würde er sie lieber heute als morgen in den Kugelfang hängen. Doch: „Gesundheit geht in jedem Fall vor!“

Und ein Fest feiern, ohne dass es den Charakter eines traditionellen Schützenfestes hat, möchte der Vorsitzende keinesfalls. „Ein König sollte schon einen würdigen Rahmen bekommen.“ Ohne Parade, ohne Umzug und mit vielleicht maximal 50 Gästen auf Abstand wäre dieser nicht gegeben. „Wir müssen abwarten, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Und wenn Deutschland durchgeimpft ist, müssen wir die Lage neu bewerten.“

Abfall sammeln im Herbst

Auf jeden Fall verschieben lässt sich der Umwelttag, den der Bürgerschützenverein eigentlich in diesem Monat geplant hatte. Schon vor zwei Jahren waren etliche Mitglieder und Interessierte durch Osterbönen gewandert und haben dort Müll von den Wegesrändern geklaubt. „Das machen wir nun vielleicht im Herbst“, hofft der Vorsitzende.

In einer Videobotschaft richtet er sich jetzt direkt an die Bürgerschützen und alle Interessierten. Das Video ist auf der Facebook-Seite des Vereins zu finden. 

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