"Coronaloch" von 7 Millionen Euro

Millionenverlust durch das Virus - Aber Bönen finanziell weiter auf dem Weg der Genesung

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Fast auf jeden Cent musste Bönen über Jahre schauen, um aus der Finanzmisere zu kommen. Die Chancen stünden gut, heißt's im Rathaus.

Bönen - Hier kommt Geld rein, dort geht es aus. Der Kämmerer-Job ist nichts für schwache Nerven. Aber es geht bergauf mit Bönen: 

Der Haushaltsabschluss 2019 gibt als eine der letzten Wegmarken vor dem Zieleinlauf Ende 2021 nach Mitteilung der Gemeinde Gewissheit, dass Bönen beim anstrengenden Marsch aus den Schulden von 71 Millionen Euro in 2015 bisher den richtigen Koordinaten gefolgt ist. Die Schlussrechnung fürs vergangene Jahr beschert im aktuellen Budget nicht ganz eine halbe Million mehr als mit einem Plan-Überschuss von 2,9 Millionen Euro von Kämmerer Dirk Carbow in der Prognose veranschlagt. Dass nun Corona einen Strich durch die Erfolgsrechnung macht, stellt für Bürgermeister Stephan Rotering nicht infrage, dass die Gemeinde zu 2022 mit solidem Finanzpolster aus den Zwängen des Stärkungspakts entlassen wird.

Mit 51,7 Mio. in der Kreide - 27 Prozent weniger

„Corona hat auch bei uns alles verändert, aber wir haben eine sehr positive Entwicklung“, sagte Rotering in einem Pressegespräch anlässlich der Präsentation der Finanzentwicklung in der Sitzung des Gemeinderates am Donnerstagabend. Auf 51,7 Millionen Euro sei der Schuldenstand bis Mitte Juni gesunken. „Der Abbau beträgt mehr als 27 Prozent.“ Bönen habe das in gemeinsamer Anstrengung geschafft. Die öffentliche Hand musste sparen, der Bürger mehr zahlen, weil defizitäre Haushalte im Stärkungspakt verboten sind. „Und die Wirtschaftsentwicklung hat auch mitgespielt.“

Trotzdem strategische Investitionen gesetzt

Zufrieden sind der Verwaltungschef und sein Hüter der Finanzen auch, weil trotz des engen Korsetts zur Senkung der Investitionskredite gelungen sei, beträchtliche Mittel für Dinge auszuweisen, die der strategischen Entwicklung der Gemeinde dienen: Umbau der Bahnhofstraße schon bald, Bahnhofsumbau samt Tunnel perspektivisch, die Sportplatzentwicklung samt dazugehörigem Bau des Dorfgemeinschaftshauses für Lenningsen, Bramey und Flierich demnächst.

"Corona-Loch" im Etat mit 7 Mio. Euro taxiert

Die schlechte Nachricht: Mit knapp 7 Millionen Euro schlägt nach bisheriger Hochrechnung die Pandemie in die Bücher durch. Fast ausschließlich mit dem Einbruch der Gewerbesteuer. Davon seien 4,4 Millionen Euro coranabedingt, erläuterte Carbow. Bei den Einkommenssteuerausfällen rechnet er mit 578 000 Euro weniger, bei der Umsatzsteuer mit 231 000 Euro Minus. Dazu kommen weitere Effekte, von denen man beim Blick aufs Ganze getrost sagen kann, dass sie eine untergeordnete Rolle spielen.

Noch Fragezeichen hinter angekündigten Hilfen

Abzuwarten bleibt, was zur Entlastung von Bund und Land hereinkommt. Recht konkret sind 900 000 Euro Ersparnis bei der Kreisumlage, wenn der Bund die Unterkunftskosten für Hilfeempfänger dauerhaft zu 75 statt bisher 50 Prozent übernimmt. Das soll den Kreisetat um 21 Millionen Euro jährlich entlasten. Die Hälfte der verlorenen Gewerbesteuer will der Bund den Kommunen erstatten, 2,8 Milliarden für NRW. Spannend und ungewiss ist, wie das Land die Verteilung vornimmt und was es dazulegt. An diesem Gesetz wird noch gefeilt. Sicher sind dem Kämmerer Sonderhilfen des Bundes: 760 000 Euro in diesem und im nächsten Jahr.

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