Tat aus dem 2014

Brutaler Raubüberfall in Bönen: Ex-Freundin belastet Angeklagten schwer

Angeklagter Landgericht Dortmund Verteidigerin Ina Klimpke
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Der Angeklagte, hier mit seiner Verteidigerin Ina Klimpke, hatte 2018 auch einen spektakulären Bahn-Unfall in Nordbögge inszeniert.

Im Prozess um den brutalen Raubüberfall auf ein Ehepaar an der Maria-Terwiel-Straße hat das Dortmunder Landgericht die Hauptbelastungszeugin vernommen. Die Ex-Freundin des Angeklagten schilderte den Richtern viele hoch interessante Details.

Dortmund/Bönen - Die Zeugin hatte sich im Jahr 2018 von dem Angeklagten getrennt und danach bei der Polizei „ausgepackt“. Nicht nur, dass sie den Beamten davon erzählte, dass der Angeklagte seine linke Hand gar nicht bei einem bedauerlichen Bahnunfall, sondern durch absichtliche Selbstverstümmelung verloren hatte. Darüber hinaus erzählte sie auch von einem Erlebnis im April 2014.

„Ich bin morgens wach geworden und habe mich gewundert, dass mein Partner nicht zu Hause war“, erinnerte sich die Zeugin vor dem Landgericht. Stundenlang habe sie damals auf den Mann gewartet, und als dieser am späten Nachmittag endlich nach Hause gekommen sei, hätten sich plötzlich die Ereignisse überschlagen. „Er zeigte mir zwei Autoschlüssel und sagte, dass diese schnell verschwinden müssen“, so die Zeugin. Sie habe keine Fragen gestellt, sondern einfach einen in einen Gully und den anderen in den See hinter dem Edeka-Supermarkt geworfen.

Baseballschläger brannte im Kamin

Wieder zu Hause angekommen habe sie sich allerdings sofort erneut wundern müssen. Im Kamin brannte nämlich ein Feuer. „Es war Frühjahr, wir hatten den Kamin schon länger nicht mehr angehabt“, sagte die Zeugin den Richtern. Doch nicht nur das habe sie irritiert. Auch der Umstand, dass in dem Kamin ein kaputter Baseballschläger und Kleidungsstücke brannten, sei doch sehr merkwürdig gewesen.

Für den Angeklagten könnten die Schilderungen seiner früheren Partnerin richtig problematisch werden. Denn die Opfer des Raubüberfalls hatten bei der Polizei von einem Schlag mit einem Baseballschläger erzählt und außerdem anschließend festgestellt, dass bei der Tat Kleidungsstücke und zwei Autoschlüssel entwendet worden waren. Verfügt die Zeugin also über Täterwissen?

Opfer wohnten in der Nachbarschaft

Noch zwei Umstände sind durchaus interessant. Der Angeklagte wohnte mit seiner Lebensgefährtin damals in unmittelbarer Nachbarschaft der Maria-Terwiel-Straße. Und darüber hinaus berichtete die Zeugin davon, dass im Jahr 2014 eigentlich ständig Ebbe in der Kasse geherrscht habe. Dass der Angeklagte selbst am ersten Verhandlungstag von großen Bargeldsummen gesprochen hatte, die er damals regelmäßig bei Sportwetten bewegt habe, kommentierte seine Ex-Freundin voller Sarkasmus: „Schade, dann muss ich die Scheine wohl immer übersehen haben.“

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