Britischer Liedermacher Julian Dawson begeistert in Flierich

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Der britische Musiker Julian Dawson spielte in der Kirche Flierich Musik aus ganz unterschiedlichen Stilrichtungen.

Bönen - Man muss Reinhard Potschinski ein exzellentes Gespür für die Auswahl der Interpreten bescheinigen, die er zu seiner Reihe „Musik aus aller Welt“ einlädt. Gemeinsam mit Pfarrer Joachim Zierke von der evangelischen Kirchengemeinde Flierich in Szene gesetzt, gab es schon etliche musikalische Hochkaräter, die ihr Publikum begeisterten.

Am Samstagabend gelang es wiederum, mit dem englischen Musiker, Liedermacher und Buchautoren Julian Dawson die Top-Liste erneut zu besetzen. Gut 60 Besucher ließen sich in der Kirche anstecken von wunderbarer Musik in einem außergewöhnlichen Stilmix und einer Präsentation musikalischer Ausdrucksformen, wie man sie selten zu hören bekommt.

Der Sänger nahm seine Zuhörer mit auf eine wohltemperierte Reise, gespickt mit eigenen Erlebnissen. Zwischendurch gab es immer wieder interessante, humorvolle, aber auch bewegende Geschichten zu den Liedern, die die Zeit wie im Fluge vergehen ließen.

Lang anhaltender Beifall bereits zur Pause, am Schluss noch rhythmisch gesteigert verlangte nach Zugaben. Die wurden auch gewährt. Man hätte dem im besten Deutsch moderierenden Engländer noch lange zuhören können. Überraschungen begleiten Dawsons Auftritt von Anfang an. Ein entspannter Zwei-Meter-Hüne klettert auf die Kanzel, startet mit einer A-cappella-Version von „How lonesome I can be“ – ein Geständnis hinsichtlich seines immerhin schon 40-jährigen Musikerlebens? Seine Stimme klingt tönend und timbrierend durch den Kirchenraum, von der schönen Akustik verstärkt, wie man es später weitere Male erleben kann.

Vollkommen unabhängig von einer Liste entscheidet er ganz spontan, welches Lied er seinem Publikum präsentieren will. Er sucht die Nähe, indem er das Mikrofon in den Mittelgang stellt und von dort aus den Kontakt findet und erfassen möchte, was wohl der Stimmungslage entsprechen könnte. Dazu reicht schon ein Fingerzeig oder das Stichwort aus einem Pausengespräch, wie er sagt.

Unterhaltsam und kurzweilig, gepaart mit einer guten Portion Selbstironie widmet sich der „Künstler aus einem exotischen Land“, wie er sagt, als er auf den Brexit anspielt, auch aktuellen Themen, die er sogar in seinen älteren Texten wie „If we can’t be together“ oder in „We’ve been through fire“ findet.

Jedes seiner Konzerte ist ein Unikat

Die Spontaneität seiner Themen entspricht auch seinen musikalischen Stilrichtungen. Sie wechseln zwischen Pop, Folk, Blues und Country wie aus dem Nichts und versetzen die Zuhörer von einer Stimmung in die andere. Daher sind Julian Dawsons Konzerte immer Unikate. Jedes steht unter einer neuen Überschrift, die selbst während des Auftritts wechseln kann. Was für Seiten er aufzuweisen hat, wurde noch einmal am Schluss deutlich: Neben dem die Gitarrensaiten hämmernden Frauendrama um die rockige „Lorraine“ das Geständnis eines liebenden Vaters an seine Tochter, die bald das Haus verlassen wird: „I miss you when you go.“

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