Mehr als 100 Kräfte in Bönen im Einsatz

Nächtlicher Großbrand: Werkstatt brennt nieder - Brandstiftung? Polizei ermittelt

Brennende Scheune
+
Die Scheune am Telgenbusch brannte nach kurzer Zeit lichterloh und war nicht mehr zu retten.

Nächtlicher Großbrand in Bönen, doch ein Großaufgebot der Feuerwehren der Region konnte das Schlimmste verhindern: Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Bauernhöfe. Über 100 Einsatzkräfte waren bis zum frühen Morgen im Einsatz. Verletzt wurde niemand.

Bönen – Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 100.000 Euro. Aktuell ermittelt die Polizei, ob es sich bei der Brandursache um Brandstiftung handeln könnte. Am Dienstagmorgen sperrte die Kriminalpolizei deshalb den Zugang zum Gelände komplett ab. „Ein Sachverständiger ist angefordert, der den Brandort jetzt ganz genau untersuchen muss“, bestätigte der zuständige Kripobeamte vor Ort. Mit Ergebnissen sei aber frühestens am Mittwoch zu rechnen.

Brand in Bönen: Werkstatt brennt nieder

„Was ist mit meinem Wohnwagen“, fragte am Dienstagvormittag auch ein Wohnwagenbesitzer, der sein Fahrzeug auf dem Gelände untergestellt hat, voller Sorge die Polizeibeamten am Absperrband. Er hatte noch gar nichts von dem verheerenden Brand mitbekommen und hatte das Absperrband im Vorbeifahren gesehen und angehalten.

Großbrand in Bönen: Scheune brennt ab

Großbrand in Bönen: Scheune brennt ab
Großbrand in Bönen: Scheune brennt ab
Großbrand in Bönen: Scheune brennt ab
Großbrand in Bönen: Scheune brennt ab
Großbrand in Bönen: Scheune brennt ab

Die Polizisten begleiteten den Wohnwagenbesitzer auf das Gelände. Wie sich herausstellte, hatte der Mann Glück im Unglück. Sein Caravan war auf dem Hof nebenan abgestellt und von den Brandschäden offenbar nicht betroffen. Derweil hielten Einsatzkräfte der Bönener Feuerwehr auch am Tag nach dem Brand weiter Brandsicherheitswache, um zu verhindern, dass in der völlig zerstörten Scheune Glutnester erneut ein Feuer entfachen könnten.

Feuer in Bönen: Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

Es war gegen 23.15 Uhr, als der Kreisleitstelle ein Feuer an der Hammer Straße im Bereich Straßenmeisterei gemeldet wurde. Ein Polizeihubschrauber, der auf dem Weg zu einem anderen Einsatz war, hatte das Feuer bereits aus mehreren Kilometern Entfernung gesichtet. „Es war für uns eine komplett unklare Feuermeldung“, erklärte Kreisbrandmeister Thomas Heckmann, der vor Ort als Pressesprecher fungierte. Kurz darauf heulten dann in ganz Bönen die Sirenen und die Bönener Feuerwehr eilte zum Ort des Geschehens.

Die Autos in der Werkstatt wurden weitgehend zerstört.

Es war die ehemalige Scheune, die nun eine Autoschrauberwerkstatt beheimatete, die am Telgenbusch in Vollbrand stand. Flammen schlugen in den Himmel, aus dem Gebäude waren Knallgeräusche zu hören. Für die eintreffende Feuerwehr nichts Alarmierendes. „In einem Werkstattbetrieb rechnet man damit, dass die dort lagernden Gasflaschen hochgehen.“ Auch die Autoreifen können aufgrund der Hitze platzen. „Das ist für uns nichts Aufregendes“, erklärte Heckmann. Zumal glücklicherweise niemand verletzt worden war.

Die Einsatzkräfte setzten auch den Teleskopmast aus Bergkamen ein.

Als die Feuerwehr eintraf, loderten die Flammen auch schon aus dem leerstehenden Altbau, der seit mehr als 20 Jahren unbewohnt ist und immer mal wieder renoviert werden sollte. Diese Pläne sind nun hinfällig. Auch dieses Gebäude wurden durch das Feuer nun komplett zerstört. „Es war ziemlich schnell klar, dass das Gebäude nicht mehr zu retten war“, sagte Einsatzleiter Stefan Eickelberg.

Von der Scheune stürzte der Dachstuhl ein, ebenso die Giebelwand zur Straße hin. Die Ziegelsteine fielen auf davor geparkte VW-Bullis und Anhänger, die zum Teil H-Kennzeichnen hatten. Denn genutzt worden war die Schrauberwerkstatt von einer Gruppe, die ein Faible für alte Fahrzeuge hat. Zu retten dürften lediglich die Autos sein, die im Freien abgestellt worden waren. Vom Inneren der Halle blieb nicht viel übrig.

Der Dachstuhl stürzte komplett ein.

Allerdings schaffte es die Feuerwehr mit vereinten Kräften, ein Übergreifen der Flammen auf die Straßenmeisterei nebenan und die benachbarten Höfe zu verhindern. Der Hof Middendorf in unmittelbarer Nachbarschaft war zwar aufgrund der räumlichen Nähe besonders gefährdet, doch die anderen lagen direkt im Bereich des Funkenflugs. Einsatzleiter Stefan Eickelberg ließ die umliegenden Höfe daher von Feuerwehrkräften aus dem Umland kontrollieren, um jegliche Gefahr rechtzeitig erkennen zu können. Zum Glück richteten die Funken dort aber keine Schäden an.

„Durch den eingestürzten Dachstuhl muss mit versteckten Glutnestern auf dem Boden gerechnet werden“, so Eickelberg. „Zudem ist das Gebäude akut einsturzgefährdet und darf nicht mehr betreten werden.“ Die Feuerwehr legte einen Schaumteppich auf die Glutnester, um diese zu ersticken. Zusätzlich sollte noch in der Nacht ein Bauunternehmen vor Ort die Gebäudewand, die auf die Straße zu stürzen drohte, einreissen.

Die Hauswand des betroffenen Gebäudes drohte einzustürzen.

„Mit einer Drohne, die die Kollegen aus Werne mitgebracht hatten, wurde der Einsatzort überflogen, um weitere Aufschlüsse über den Brandort zu bekommen“, so Kreisbrandmeister Thomas Heckmann. „Wir hatten Glück, dass im Kontrollbereich des Dortmunder Flughafens ein Nachtflugverbot gilt, sonst wäre das nicht möglich gewesen, und dass der Wind mitspielte.“ Die Bilder würden jetzt zunächst von der Polizei bei der Untersuchung der Brandursache ausgewertet. 

Nach und nach konnten die Kräfte der benachbarten Feuerwehren abgebaut und nach Hause geschickt werden. Die Bönener Einsatzkräfte bestückten ihre Wagen wieder neu unter anderem mit Atemschutzgeräten und lösten später die Kollegen aus Unna ab. Sie übernahmen in den folgenden Stunden auch die Brandsicherheitswache vor Ort.

Im Einsatz waren neben der gesamten Freiwilligen Feuerwehr Bönen auch der Löschzug 3 der Feuerwehr Kamen mit Einheiten aus Heeren-Werve und Rottum, die Drehleiter aus Kamen Mitte, der Teleskopmast sowie ein Löschfahrzeug aus Bergkamen-Oberaden, der Wasserbehälter aus Unna, die in Kamen stationierte Atemschutzkomponente des Kreises Unna. Zudem rückten weitere Kräfte aus Unna an, um den Grundschutz in Bönen sicherzustellen, sollte es noch an einem anderen Ort zu einem Brand kommen.

Hoher Sachschaden

Ebenfalls vor Ort waren Notarzt, Rettungskräfte und Polizei. Ein Hubschrauber der Polizei, der lange Zeit über dem Gebiet in der Luft verharrte, hatte zwar nichts mit dem Einsatz zu tun, er hatte aber den Brand entdeckt und die Rettungsleitstelle Unna alarmiert.

Die Polizei schätzt den Sachschaden auf etwa 100 000 Euro. Noch in der Nacht nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache auf. Wie es zu dem verheerenden Feuer kommen konnte, wird derzeit untersucht. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei in Kamen unter Telefon 02307/9213220 zu melden.

Am Sonntagabend war in einer Firmenhalle in Hagen ein Feuer ausgebrochen - es zerstörte das Gebäude komplett.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare