Duschen wegen Feuchtigkeit gesperrt

Und noch ein Wasserproblem: An der Hellweghalle ist das Dach nicht dicht

Die Turnhalle an der Hellwegschule ist innen schon durchsaniert, allerdings ist das Dach überm Sanitärtrakt undicht und die Dusche daher gesperrt. Eine volle Dachsanierung samt der alten Schwimmhalle nebenan soll nächstes Jahr erfolgen
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Die Turnhalle an der Hellwegschule ist innen schon durchsaniert, allerdings ist das Dach überm Sanitärtrakt undicht und die Dusche daher gesperrt. Eine volle Dachsanierung samt der alten Schwimmhalle nebenan soll nächstes Jahr erfolgen

Die Gemeinde Bönen und ihre Turnhallen, das ist gegenwärtig ein Fortsetzungsroman mit leidigen Kapiteln:

Bönen – Goethehalle im Februar nass geworden und bis Ende Oktober gesperrt, neulich Rohrbruch in der Pestalozzihalle mit laufender Diagnose und Reparatur und seit einiger Zeit tropft’s auch an der Hellweghalle. Diesmal nicht am Boden und nicht auf den 2019 mit fast einer halben Million Euro Aufwand sanierten Sportplatz unterm gemeinsamen Dach mit dem aufgegeben Schulschwimmbad gleich nebenan. Aber von oben durchs Dach. Und zwar dergestalt, dass die Duschen im Sanitärtrakt seit etlichen Wochen gesperrt sind.

Nach Stillstand Legionellen im System

In der Warmwasserinstallation lauert zudem ein Erreger, dem vor dem nächsten Duschbad erst noch der Garaus gemacht werden muss. In der Stillstandsphase durch Corona haben sich Legionellen vermehrt. Mit dem Dampf eingeatmet, lösen sie schwere oder gar tödliche Lungenentzündungen aus. Deswegen muss einmal die Temperatur über 70 Grad gefahren und der Leitungsweg bis zur Brause gespült werden, das war’s dann meist.

Sportler fahren ungeduscht heim

Daher wunderten sich die Ringer der TuS Bönen schon eine Weile, dass die Sanierung noch nicht erfolgt ist. Aus Sicherheitsgründen sind an den Duschköpfen Kunststoffrohre zur Ableitung des Wassers montiert worden. Seitdem passierte nichts mehr, die Sportler fahren seit Wiederaufnahme des Trainings vor den Sommerferien nach der Übungseinheit mit dem Handtuch um den schwitzigen Leib nach Hause und waschen sich dort.

Dachschaden ist Grund der Sperrung

Nur ist der Sanitärtrakt gar nicht aus diesem Grund gesperrt, wie der Fachbereichsleiter Bau, Robert Eisler, nun auf Anfrage erläuterte. „Wir haben dort einen Wasserschaden im Dach und einen fensterlosen Raum, in dem die Luft dadurch nicht gut ist“, berichtete er. Gut möglich, dass den Sportlern dies niemand mitgeteilt habe.

Reparatur eingeleitet - Sanierung folgt

Damit sowohl der künftige Mehrzweckraum im alten Lehrschwimmbecken wie auch die Halle auf Dauer von oben trocken bleiben, sind nach Eislers Worten im Etat für das kommende Jahr 200 000 Euro für die Dachsanierung vorgesehen. Dass es ungünstig erscheint, bis dahin die Duschen zu sperren, dräute nun den Verantwortlichen im Rathaus. Eisler: „Wir haben gerade beschlossen, aus den Mitteln der laufenden Bauunterhaltung zügig einen Auftrag zur Reparatur herauszugeben.“

Sportler wurden nicht informiert

„Gut zu wissen“, dankte der TuS-Vorsitzende Marvin Manz für die Informationsübermittlung via Anfrage der WA-Redaktion bei den Sportlern: Wie kommen die TuS-Aktiven mit der Situation zurecht? „Ich will mich nicht groß beschweren“, antwortete Manz. „Aber wir haben jetzt schon ein paar Wochen das Problem. Wir Ringer schwitzen beim Training gerade viel, weil wir für die Wettkämpfe noch Gewicht machen müssen. Da ist es nicht so angenehm, mit dem umgeschlagenen Handtuch nach Hause zu fahren.“

Schwimmhallenumbau stockt

Teil der Gesamtmaßnahme mit 1,2 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket (90 Prozent Förderung) ist die gleichfalls vor zwei Jahren als Projekt aufgelegte Umwandlung der Schwimmhalle, die mit der Bad-Eröffnung 2009 (?) aufgegebenen wurde, in einen Mehrzweckraum für die Hellwegschule. Dafür muss der Bau entkernt und das Becken mit einem Betonboden überbaut werden. Das Vorhaben über gut 200 000 Euro stehe noch am Anfang, teilte die Verwaltung zugleich mit. Unter anderem, weil Ausschreibungen ohne bewertbares Angebot geblieben seien.

Zwei Mal die Woche trainieren die Ringer, die Halle ist zudem Heimstatt der Hapkido-Abteilung. Manz: „Wir hatten als Verein nur die Information, dass es ein Legionellenproblem gebe und hätten gern mal erfahren, wie es denn jetzt weitergeht.“

Die Schule hat damit kein Problem

Im Schulsport spielen die Duschen übrigens keine Rolle, wie Rektorin Antje Anbring-Keiter berichtete. Dass in Bönen übrigens umgeht, die Kinder dürften wegen der Legionellen ihre Trinkflaschen in der Schule nicht mehr am Wasserhahn auffüllen, verwies sie ins Reich der Fabeln: „Da gibt es kein Problem und von uns auch keine Empfehlung.“

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