Endlich wieder Schule

Abschlussschüler konnten zum ersten Mal seit fünf Wochen zum Unterricht

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Die Schule ist wieder gestartet, von Schulalltag wird noch lange keine Rede sein können: Abstand halten, Maske auf, keine Umarmungen, alles desinfizieren – die Pandemie verändert das Leben der Schüler und Lehrer.

Bönen/Kreis Unna – Seife und Papierhandtücher sind auf den Toiletten en masse vorhanden: Was eigentlich einfach und selbstverständlich erscheint, ist durch den Sanierungsstau und die hohe Veralterung der Schulgebäude längst keine Realität. Zu Zeiten von Corona wird das Händewaschen lebenswichtig. Im Marie-Curie-Gymnasium und in der Humboldt-Realschule in Bönen ist das kein Problem: Die beiden Hausmeister Jens Sobel und Claudio Renzel sorgen dafür, dass sich die Abschlussschüler am ersten Schultag die Hygienemaßnahmen einhalten können. Die Sanitäranlagen sind sauber, die Papier- und Seifenspender gefüllt. Damit alles sauber bleibt, waren bereits am Vormittag zwei Reinigungskräfte schon mehrfach mit Desinfektions- und Putzmitteln durch die Räume gezogen.

„Die Zusammenarbeit mit dem Kollegium, der Gemeinde und den Hausmeistern ist klasse“, sagt Dr. Peter Petrak, Schulleiter des Marie-Curie-Gymnasiums. Es herrscht Maskenpflicht, im Sekretariat gibt es für jeden einen Mund-und-Nasen-Schutz, der ihn daheim vergessen hat.

Die Hausmeister Sobel und Renzel sind für die beiden Schulen mit knapp 1000 Schülern zuständig. Nur wenige kommen in diesen ersten Tagen zur Schule. Für die Abiturienten des Kreises ist die Teilnahme freiwillig, für Zehntklässler der weiterführenden Schulen im Kreis Unna, die vor ihrem Abschluss stehen, verpflichtend.

Nur wenige Schüler und Lehrer sind in den ersten Tagen im Schulgebäude zu finden.

Marvin Wollek etwa verzichtet bewusst darauf, für seine Abitur-Kurse zur Schule zu gehen. „Wir haben schon vor den Schulschließungen den ganzen Inhalt vermittelt bekommen, deshalb lernen wir jetzt nichts Neues mehr, sagt er. Der Schüler aus Bönen besucht das Marie-Curie-Gymnasium. Zuhause lernen hat für ihn gut geklappt. Er nimmt an einigen der Videokonferenzen teil, die parallel zum Unterricht laufen sollen. Abiturientin Josephine Klein, die ebenfalls aufs Marie-Curie-Gymnasium geht, wird heute endlich wieder an den Mathematik-Stunden teilnehmen können, auf weiteren Unterricht verzichtet sie, weil sie Asthma hat.

Der Schulleiter erklärt, dass sich Schüler, wenn sie oder ihre Familienmitglieder zur Risikogruppe gehören, für das gesamte Schuljahr krankschreiben lassen können. Am Marie-Curie-Gymnasium fallen fünf Lehrkräfte aus, weil sie selbst zur Risikogruppe gehören, das gesamte Kollegium umfasst 55 Personen.

Maskenpflicht für alle, die im Kontakt mit Menschen stehen: Schulleiter Dr. Peter Petrak und sein Kollegium haben vorgesorgt.

Nadine Sobotzik aus Werne freut sich schon, wieder mit ihren Mitschülern in der Schule lernen zu können, anstatt zuhause vor einem „Berg von Aufgaben“ zu sitzen. „Vor allem bin ich gespannt, wie ganzen Vorschriften in der Schule umgesetzt werden“, sagt die Schülerin des Anne-Frank-Gymnasiums in Werne, sie ist in der Q1 und macht nächstes Jahr ihr Abitur. Gespannt, wie die Situation aussehen wird, wenn die Q1-Schüler wieder am Unterricht teilnehmen, ist auch der Bönener Schulleiter Petrak. „Wir sind jetzt in der Planung“, sagt er.

Wer die Maske vergessen hat, kann sich eine im Sekretariat holen.

Derzeit findet Unterricht mit sechs Schülern pro Raum statt. „Wir haben den großen Vorteil, dass unsere Schule nicht so groß ist“, sagt Petrak. Knapp 600 Schüler gehen zum Marie-Curie-Gymnasium. Das Gebäude ist in verschiedene Türme aufgeteilt, sodass die einzelnen Gruppen gut voneinander abgetrennt werden können. Auch die Lehrer werden aufgeteilt, nur noch drei Lehrkräfte dürfen sich zeitgleich im Lehrerzimmer aufhalten – der Rest kann auf Räume in einem abgegrenzten Lehrerbereich zugreifen.

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