Bönenerin macht sich für Taubenhaus in der Gemeinde stark

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Sandra Gringel (rechts) und Jutta Mir Haschemi-Röben finden es auch nicht gut, wenn Tauben mit Brötchen oder Essensresten gefüttert werden. Ein Fütterungsverbot allein bringe aber nichts, meinen sie und werben für eine tiergerechte Lösung.

Bönen - Das neue Verbotsschild zum Taubenfüttern, das die Gemeinde am Teich aufstellen ließ, ist Sandra Gringel sauer aufgestoßen. Die Bönenerin gehört zum Verein Stadttaubenprojekt Wesel-Hamm, der sich für die Tiere einsetzt. Mit ihrer Kollegin aus Hamm, Jutta Mir Haschemi-Röben, macht sie deutlich: Das Verbotsschild bringt gar nichts.

Die beiden Frauen halten ein Fütterungsverbot nur in Kombination mit einem Taubenhaus für eine sinnvolle Lösung, mit der Mensch und Tier gut leben können.

„Den Tauben geht es richtig elend“, sagt Gringel. Denn sie finden in der Natur kein passendes Futter und ernähren sich nur von Abfällen und Liegengebliebenem. Das widerstrebe der Natur der Tiere, die reine Körnerfresser sind. Die Folge seien viele vor Hunger bettelnde und kranke Tauben. Und die sehe niemand gerne auf den Straßen, so die Vereinsvertreterinnen.

Hinzu kommt, so Gringel, dass Tauben an vielen Orten nicht gerne gesehen sind, und kaum noch Nistplätze finden. „Dann stehen die Tiere unter Dauerstress“, sagt sie. Denn ihnen sei es angezüchtet worden, sich nahezu unkontrolliert zu vermehren.

Das „Taubenproblem“, mit dem sich viele Kommunen herumschlagen, sei aber ein vom Mensch gemachtes, machen die beiden Frauen deutlich, die Tiere könnten nichts dafür. Ein reines Fütterungsverbot würde nicht dazu führen, die Taubenpopulation zu verringern, so die Expertinnen.

Damit Bürger nicht von bettelnden Tauben belästigt werden, es weniger Verschmutzungen durch Kot gibt und die Tiere sich nicht übermäßig vermehren, aber dennoch friedlich leben können, sehen Gringel und ihre Kollegin ein Taubenhaus als guten Lösungsansatz.

Die Idee dahinter ist einfach: An Standorten in der Gemeinde, die stark von Tauben frequentiert werden – etwa auf der Wiese am Teich, oder an der Alten Mühle – würde ein Taubenschlag gebaut, der mit Körnerfutter, Wasser und Nistmaterial befüllt wird. Die Vögel halten sich nämlich den Großteil des Tages in ihrem Schlag auf. Sie paaren sich und brüten dort auf ihren Eiern. Diese werden regelmäßig – ohne dass die Tiere es merken – gegen Attrappen aus Gips und Plastik getauscht. „Durch diese Geburtenkontrolle verkleinert sich die Population über Jahre“, erklären die Tierliebhaberinnen.

So ein Taubenhaus nach dem „Augsburger Modell“ – dort sei das Projekt zuerst ausprobiert worden – gibt es zum Beispiel in Hamm am Bahnhof, auch ins Leben gerufen von dem Verein Stadttaubenprojekt.

Sandra Gringel hat viele Ideen, wie sich solch ein Schlag in Bönen kostengünstig aufstellen und betreuen lassen könnte, „etwa als Jugendprojekt“, sagt sie. Ein ausgedienter Bauwagen oder ein Taubenturm wären perfekt dafür. Dreimal in der Woche müsste so ein Taubenhaus sauber gemacht und mit frischem Futter bestückt werden.

Die Bönenerin würde sogar die Organisation dafür übernehmen. Vor gut einem Jahr haben Gringel und Haschemi-Röben diese Idee der Gemeinde vorgestellt. Passiert sei bis heute – abgesehen von dem Verbotsschild – aber nichts.

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