Bönener Zechenturm verwandelt sich zur Barbarafeier in eine Kerze

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Sie zogen den Docht am Fahnenmast hoch: Adolf Kastilan, Herbert Lammers und Günter Wagner.

Bönen - Eine „Hose“ hissten Adolf Kastilan, Herbert Lammers und Günter Wagner am Dienstag am Fahnenmast des Zechenturms. Eigentlich ist das Beinkleid aber der Docht einer überdimensionalen Kerze. Enflammt wird dieser als Lichtkunstwerk am Donnerstag im Zuge einer Barbarafeier für alle.

„Wir wollen zum Ende des Bergbaus im Ruhrgebiet noch einmal ein Leuchtzeichen setzen für Bönen, den Bergbau und seine Kumpel“, erklärte Initiator Wagner die Idee dahinter. Der Förderturm wird rundherum in rotes Licht gehüllt sein und auf dem Dach eben den Kerzendocht tragen. Im Gegensatz zur ersten Barbarafeier im vergangenen Jahr wird der Turm selbst unbeleuchtet bleiben. 

Bemalen musste Wagner die Leinenhülle entgegen seinem Ursprungsplan nicht. Die beiden Lichtkünstler Wolfgang Schubert aus Castrop-Rauxel und Rolf Arno Specht aus Marl übernehmen das Einfärben mit roten und gelben Strahlern, die rings um den Fahnenmast stehen. 

„Die beiden wollten auch gar kein Honorar dafür, ich habe trotzdem um Spenden gebeten, um sie für den Aufwand zu entlohnen“, so Wagner. Bisher griffen die Bönener CDU und der Tennisverein Rot-Weiß Bönen ins Portemonnaie. „Spender sind weiter auch kurzfristig willkommen und können mich anrufen“, wirbt der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins. 

Bei dem Spektakel am Donnerstag, 6. Dezember, wird Wagner außerdem den Hut herumgehen lassen. Er selber bastelt gerne und, wie gestern zu sehen war, erfolgreich. Dicker Leinenstoff, gespannt auf einen Metallring ist die Reflexionsfläche. Vier Teile hängen am Fahnenmast, durch Ketten verbunden, mit Draht in Form gebracht. 

Die Idee der Kerze kam Wagner beim Besuch von Tochter Julia. Im hessischen Schlitz nahe Fulda ist in der Adventszeit ein Wasserturm so gestaltet. Er schlug sie den Kollegen vom Förderverein vor. Die fanden’s gut. Unkenrufe bleiben dennoch nicht aus. „Es wurde doch tatsächlich die Statik hinterfragt“, ärgert sich Wagner – und zwar richtig. „Das ist das letzte Mal, dass ich sowas mache.“ 

Knapp vier Meter ist der schlanke und leichte „Docht“ lang, bietet dem Wind kaum Widerstand. Eingeladen sind am Donnerstag alle. Um 18 Uhr wird die Kerze entzündet. Am Fuß des Industriedenkmals gibt es dann kalte und warme Getränke sowie gegrillte Würstchen. An der großen Feuerschale auf dem Alfred-Fischer-Platz sollen zudem unter anderem gemeinsam Lieder gesungen werden. Das Steigerlied ist natürlich obligatorisch. 

Spender können sich an Günter Wagner wenden (Tel. 2874). 

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