Bönener will Alkoholnachschub holen und kracht mit Firmen-Lkw in Stromkasten 

Polizei
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Bönen/Unna – Es sollte ein feuchtfröhlicher Abend mit Freunden werden und dann war der Vorrat an hochprozentigen Getränken erschöpft. In dieser Situation entschied ein 26-jähriger Bönener, Nachschub zu organisieren – mit dem Lkw seines Chefs und viel Tempo. Die Folge: Er verursachte einen Unfall und fuhr weiter. Das kam ihn nun teuer zu stehen.

Am 15. Februar trafen sich die Freunde in lustiger Runde und es wurde reichlich gebechert. Als die Flasche Wodka leer war, fuhr der junge Bönener los. Keine gute Idee: Auf der Lenningser Straße verlor er mit überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über den Firmen-Lkw, kollidierte daraufhin mit einem Stromkasten und verursachte dabei einen Schaden von einigen tausend Euro. Dennoch entfernte er sich vom Ort des Geschehens und beging damit eine Unfallflucht. Überdies entstand der Verdacht, dass eine Alkoholisierung Ursache für den Zusammenstoß sein könnte.

Schuld sei nicht Alkohol, sondern zu hohes Tempo 

Die Verantwortung für den Unfall und das Entfernen räumte der 26-Jährige nun in seinem Prozess vor dem Unnaer Amtsgericht sofort über seinen Verteidiger ein. Er habe nach der Kollision gedacht, dass er den Zuständigen für den ramponierten Stromkasten kenne und das am nächsten Tag mit ihm klären könne. Die Alkoholisierung als Ursache für den Unfall stellte er allerdings in Abrede. Es sei nicht so viel gewesen, dass er nicht mehr fahrtüchtig gewesen sei. Das Ganze sei überhöhtem Tempo geschuldet gewesen.

Nach dieser Einlassung hörte das Gericht die Freunde des Böneners, um unter Umständen aufklären zu können, wie viel Alkohol er getrunken hatte, bevor er sich hinter das Steuer setzte. Ohne Erfolg: Die Zeugen konnten nicht genau sagen, welche Mengen er zu sich genommen hatte. Allerdings versicherte eine junge Frau, dass der Angeklagte keine Ausfallerscheinungen wie Torkeln oder Lallen gezeigt habe.

"Das Licht war überall noch an"

Darüber hinaus ging es um die Frage, ob der 26-Jährige vor Ort erkennen konnte, wie erheblich der Schaden an dem Stromkasten war. Der erklärte dazu nur trocken: „Das Licht war überall noch an.“

Der Alkoholisierungsgrad ließ sich nicht mehr feststellen, und aus diesem Grund wurde der bis dato völlig unbescholtene Bönener vom Vorwurf der Straßenverkehrsgefährdung freigesprochen. Übrig blieb die Unfallflucht. Und die bescherte ihm 1050 Euro Geldstrafe sowie verbleibende vier Monate Sperrfrist zur Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis.

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