Vereine haben die Hoffnung noch nicht verloren

Wenn in Bönen Schützenfest gefeiert wird, dann richtig

Christian Brandt regiert seit 2018 die Nordbögger Schützen als König.
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Christian Brandt sicherte sich 2018 den Königstitel in Nordbögge und regierte mit Marit Heinemann. 2019 verlängerte er seine Regentschaft. Sollte auch dieses Jahr nicht geschossen werden, bleibt er weiter im Amt.

Bönen – Sie veranstalten die größten Feste in der Gemeinde, die regelmäßig hunderte Besucher an einem Wochenende anlocken, die drei Bönener Schützenvereine in Bönen, Nordbögge und Bramey, Lenningsen und Flierich. Damit alles planmäßig läuft, müssen die Vereine früh mit den Vorbereitungen beginnen. Nachdem im Coronajahr 2020 kein Schützenverein sein großes Jahresfest feiern konnte, bleibt auch für 2021 ungewiss, ob die Feste im Sommer stattfinden können, denn Corona beherrscht weiterhin das Leben.

„Wenn wir ein Schützenfest feiern, dann muss es auch ein Fest sein, das den Namen verdient. Ansonsten werden wir nach Alternativen suchen“, lautet der übereinstimmende Kommentar der drei Vorsitzenden Heinz-Herbert Bennemann (Schützenverein Nordbögge), Detlev Schlieper (Schützenverein Bramey, Lenningsen, Flierich) und Martin Brünnich (Bürgerschützenverein Bönen, Wester- und Osterbönen).

Die Hoffnung, dass dieses Jahr gefeiert wird, stirbt buchstäblich zuletzt. Dennoch haben die Drei wenig Hoffnung, dass Schützenfeste in der gewohnten Art stattfinden können. Zumindest laufen zurzeit noch die entsprechenden Planungen in den drei Traditionsvereinen.

Eine Entscheidung ist jedoch schon getroffen: Das Schützenfest auf dem Dorfplatz in Lenningsen wird auf keinen Fall am ursprünglichen Termin zu Pfingsten stattfinden. Der Verein hat bereits einen Alternativtermin ausgemacht: Gefeiert werden soll vom 10. bis 13. September, wenn es dann möglich ist. Auch haben sich die Verantwortlichen schon eine sogenannte kleine Lösung zu ihrem 120. Bestehen in diesem Jahr erarbeitet.

Kaiserschießen mit den ehemaligen Königen

Falls es zu keinem großen Schützenfest kommen wird, soll am Schützenfestsamstag ein Kaiserschießen der ehemaligen Könige stattfinden. Dazu ist am Abend eine Parade geplant und ein Festabend auf dem Vereinshof. Der endgültige Plan für das Fest soll in der Jahreshauptversammlung bekannt gegeben werden, die wie die Rechnungslage aller Voraussicht nach digital als Videokonferenz durchgeführt wird. Voraussichtlicher Termin dafür ist Anfang Mai. Die Mitglieder haben hierzu bereits ein Informationsschreiben erhalten.

Der Schützenverein Bramey-Lenningsen-Flierich hat seine Rechnungslage schon ins Internet verlegt. So wird nun wohl auch die Jahreshauptversammlung abgehalten

Schlieper geht auch davon aus, dass kein Osterfeuer brennen wird. Hierzu wollen die Schützen im Bönener Süden ebenso wie die anderen Vereine erst einmal die Entscheidung der Gemeinde abwarten. In der benachbarten Stadt Hamm sind die Osterfeuer bereits alle abgesagt worden. Fraglich ist auch, ob die geplante Skifreizeit der Mitglieder stattfinden kann. Wie bei allen anderen Terminen auch, werden die jeweiligen Bestimmungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie auf jeden Fall eingehalten. „Das sind wir unseren Mitgliedern und Gästen schuldig“, so Schlieper. Selbstverständlich werden auch Absagen möglichst früh bekannt gegeben.

Auch beim Bürgerschützenverein Bönen, Wester- und Osterbönen sind die Planungen für das Fest Ende Juni noch nicht beendet. „Die Gespräche mit allen Vertragspartnern werden nach wie vor geführt“, fasst Brünnich zusammen. Um entsprechend gerüstet zu sein, soll im März auf jeden Fall der Kugelfang von einem Sachverständigen für Schießstätten abgenommen werden und das Ergebnis zur Kreispolizeibehörde geschickt werden. Eine Mitgliederversammlung soll im Sommer stattfinden. Wie diese jedoch durchgeführt werden kann, wird noch beraten. „Wir denken da vor allem an unsere älteren Mitglieder“, so Brünnich.

Wenig Hoffnung für das Osterfeuer

Auch ist eine Verschiebung des Schützenfestes zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht aus der Welt. Wichtig für die Verantwortlichen ist aber, dass der Schützenfestcharakter erhalten bleibt, wenn überhaupt gefeiert wird. Auch beim Osterfeuer haben die Bürgerschützen wenig Hoffnung, dass es stattfindet.

„Wir feiern zwar erst im August, haben aber trotzdem schon jetzt große Zweifel“, lautet die Zwischenbilanz bei den Planungen der Nordbögger Schützen. „Wir wollen aber auch in diesem Jahr wieder Flagge zeigen, und wir lassen uns etwas einfallen“, sagt Herbert Bennemann, der sich noch gerne an den Erfolg im Zusammenhang mit „Eisbein to go“ des vergangenen Jahres erinnert. Da konnten sich die Schützen am Freitagabend des ursprünglichen Termins ein Eisbein auf dem Festplatz an der Schulstraße abholen. „Wir wollen bei den Mitgliedern in Erinnerung bleiben“, so Bennemann. Auch der Nordbögger Verein geht aber davon aus, dass das traditionelle Osterfeuer nicht stattfinden wird.

Mitglieder halten ihren Vereinen die Treue

Ein ungewollter Nutznießer der Schützenfestabsagen dürfte der Nordbögger Schützenkönig Christian Brandt sein. Während er 2018 mit Marit Heinemann regierte, schoss er 2019 gleich noch einmal den Vogel ab und blieb – diesmal mit Anika Menge als Königin an seiner Seite – im Amt. Falls das Fest nach 2020 in diesem Jahr erneut ausfällt, würde er dann auf insgesamt vier Regentenjahre kommen. Das ist dann mit Ausnahme der Kriegsjahre des vergangenen Jahrhunderts wohl einmalig in der Vereinsgeschichte.

Gemein ist allen drei Vereinen, dass Sitzungen der jeweiligen Vorstände inzwischen digital in Videokonferenzen stattfinden. Positiv bemerken alle Vereine, dass sie ihre Mitgliederzahlen auch in schwierigen Zeiten konstant halten konnten. Austritte gab es nicht. „Wir bedanken uns schon jetzt bei den Mitgliedern, dass sie uns die Treue halten“, so die drei Vorsitzenden. Und schließlich verbindet alle drei Bönener Schützenvereine die Hoffnung, dass sie irgendwann wieder ein ganz normales Schützenfest feiern können.

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