Tierisches Leid lindern

Bönener Verein "Hunde grenzenlos" kümmert sich um Straßentiere

Ciara und Cora werden von Heide Groneberg liebevoll versorgt. Zur Vollansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts.
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Ciara und Cora werden von Heide Groneberg liebevoll versorgt. Zur Vollansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts.

Bönen - In den Augen vieler Rumänen sind Hunde weniger wert als Abfall. Sie stopfen ungewollte Welpen in Säcke, werfen sie über Zäune oder entsorgen sie achtlos am Straßenrand. Tausende Streuner leben an Stadträndern und auf Müllkippen. Mit ihrem Verein „Hunde Grenzenlos“ will die Bönenerin Heide Groneberg dazu beitragen, dass tierische Leid zu lindern.

Zwar hat die rumänische Regierung mithilfe der EU ein umfangreiches Kastrationsprogramm aufgelegt, um die Hundeflut zu bremsen, doch das zeigt nur schleppend Erfolg.

Manche Hunde in Rumänien haben Glück. Sie landen in den Händen von Tierschützern, die sie in den Tierheimen oder privaten Einrichtungen wieder aufpeppeln. Einige haben sogar soviel Glück, dass sie ins Ausland vermittelt werden. 

Dazu gehört Cora. Die etwa zwei Jahre alte Mischlingshündin nahm ihr Schicksal selbst in die Hand. Hochträchtig stand sie im März vor der Tür von Laura Cristea in einer Klein-stadt in Rumänien. Dort war sie genau an der richtigen Adresse. Die junge Frau hat im vergangenen Jahr einen Tierschutzverein gegründet, der sich um Straßenhunde und -katzen kümmert.

Unterstützt wird ihre Arbeit vom Bönener Verein „Hunde Grenzenlos“. Der beteiligt sich nicht nur an den Kosten für Futter, medizinische Versorgung, Unterkunft und Kastration, sondern sucht für die Schützlinge auch ein neues Zuhause in Deutschland. 

Cora hat zwar noch kein entgültiges Heim gefunden, sie ist inzwischen mit Tochter Ciara und dem noch etwas schüchternen, jungen Mioritic-Mischling Thilo bei Heide Groneberg in Bönen angekommen. Die hat gerade wieder einige Vierbeiner in liebevolle Hände gegeben, die sie und ihre Mitstreiter vorher sorgfältig ausgesucht haben.

„Die Tiere haben in Rumänien schon genug mitgemacht. Hier sollen sie nicht gequält, vernachlässigt oder zum Wanderpokal werden“, sagt die Tierschützerin. Vor zwei Jahren hat sie offiziell den Verein gegründet, um auch Spenden – zum Beispiel von Tierfutterherstellern – annehmen zu können. Zuvor half Heide Groneberg den Hunden und Katzen als privates Tierschutzprojekt „Grenzenlose Notfälle“ ebenfalls schon mit der notwendigen rechtlichen Zulassung zum Transport und zur Vermittlung von Tieren aus dem Ausland.

Schon früh hat die 58-Jährige ihr Herz für Tiere entdeckt. Als Jugendliche zog die erste Katze bei ihr ein, ein paar Jahre später der erste Hund. Vor knapp 30 Jahren begann sie damit, sich für den Tierschutz zu engagieren. Sie holte zunächst zwei Katzen aus einer Tötungsstation in Spanien und bot sich dann als Pflegestelle für weitere Katzen an. 

Später kamen Hunde dazu, erst aus Polen dann aus Ungarn und schließlich aus Rumänien. Bis zur Vermittlung an die dauerhaften Herrchen und Frauchen bleiben die Tiere bei ihr, die meisten bis zu vier Wochen, manche aber auch einige Monate.

Bevor Heide Groneberg und die anderen Pfleger des Vereines ihre Schützlinge nämlich abgeben, prüfen sie genau ob Vier- und Zweibeiner zueinander passen und ob das künftige Zuhause überhaupt tiergerecht ist. Ihr eigenes Heim ist hingegen ein echtes Paradies für Hunde und Katzen. 

Die Doppelhaushälfte an der Gartenstraße auf 900 Quadratmetern Grundstück hat Heide Groneberg sich 2004 ganz bewusst ausgesucht, um ihren Schützlingen möglichst viel Raum zu geben. Den riesigen Garten hat die Bönenerin sicher eingezäunt, damit sich insbesondere die Neuankömmlige erstmal in geschützter Umgebung eingewöhnen können. 

Ein großer Zwinger nimmt diejenigen auf, die als Notfall zu Heide Groneberg kommen. Ab und zu bringen nämlich Nachbarn, Bekannte oder Menschen, die von dem Verein gehört haben, Fundtiere zu ihr. Sie hat sich mittlerweile sogar ein Chip-Lesegerät angeschafft, um registrierte Hunde wieder ihren Besitzern zuordnen zu können.

Die Hunde, die der Verein aus dem Ausland holt, werden ebenfalls alle gechipt, zudem auf ihre Katzenfreundlichkeit getestet, entwurmt, geimpft und kastriert. Die Kosten dafür stemmt der Verein aus den Schutzgebühren, den er für die Vermittlung nimmt. Alles, was dann noch übrig bleibt, fließt in Tierschutzprojekte vor Ort in Rumänien – ebenso wie Spenden.

Anders als Cora und ihre Reisebegleiter werden die meisten Tiere aber erst nach Deutschland geholt, wenn sich für sie schon ein Besitzer gefunden hat. „Hunde grenzenlos“ stellt alle Schützlinge mit Bild und Steckbrief im Internet und auf der Facebook-Seite „Hunde grenzenlos e.V.“ vor. Interessenten können sich per E-Mail an info@hunde-grenzenlos.de oder telefonisch unter der Rufnummer 921383 an Heide Groneberg wenden.

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