Bönener Unternehmen stattet Abiturienten aus

+
Auch die Jungen kommen nicht zu kurz: Sie können sich einen Anzug aussuchen

Bönen – Es ist ein echter Mädchentraum: Auf den Stangen in der großen Halle hängen Hunderte Kleider in verschiedenen Farben, Längen und Schnitten, verziert mit Tüll, Spitze und Strass. Jedes davon kann ohne Zeitdruck anprobiert werden – und am Ende darf das Traumkleid dann mit nach Hause genommen werden. Geschenkt. Mit einer großzügigen Spende stattet der in Bönen ansässige Online-Händler Prestije in diesem Jahr die Abiturienten des Marie-Curie-Gymnasiums für ihre Abschlussfeier aus. Und die haben die Qual der Wahl.

„Das ist von einem lokalen Unternehmen schon sehr nett“, stellt Sven Janke fest. Denn natürlich kommen bei der Aktion auch die Jungen beziehungsweise die jungen Männer nicht zu kurz. Während die Mädchen jedoch verzückt Blütenapplikationen und Glitzergürtel bestaunen, sind die bei der Anprobe etwas pragmatischer. „Ich möchte gerne einen grauen Anzug, deshalb hängen hier jetzt sechs graue Anzüge“, erklärt Marius Saborosch nach rund einer halben Stunde stöbern in der Herrenabteilung und deutet auf die Kleiderstange, auf der er seine Auswahl zwischengelagert hat. 

Er ist gemeinsam mit sieben seiner Mitschüler an diesem Vormittag ins Lager des Abendmodeanbieters gekommen. Normalerweise wird dort nichts ausgesucht und anprobiert, Prestije verkauft die Abendmode ausschließlich im Internet. Für die Bönener Gymnasiasten macht der Onlinehändler eine Ausnahme. 

Insgesamt stöbern dort 33 Gymnasiasten in fünf Gruppen an verschiedenen Terminen durch die Kollektion. Eingeladen waren alle 68 angehenden Abiturienten des diesjährigen MCG-Abschlussjahrganges. Die Kleider kosten zwischen 50 und 300 Euro, die Anzüge liegen etwa bei 100 bis 300 Euro. Für die Familien der Jugendlichen ist es also eine tolle Aktion, die das Abitur-Budget ordentlich entlastet. Einzige Bedingung des Unternehmens dafür: Die Gymnasiasten sollen sich bei der Leistungsschau der Bönener Interessengemeinschaft (BIG) am Samstag, 9. Mai, im Forum der Goetheschule bei einer Modenschau in ihrem Festtags-Outfit präsentieren. Ob sie das Kleid oder den Anzug dann tatsächlich bei der Zeugnisübergabe oder beim Abschlussball im Juni tragen, ist ihnen überlassen. Behalten dürfen sie ihr Modell auf jeden Fall.

Freie Auswahl auf zwei Etagen

„Als Bönener Unternehmen wollten wir etwas für Bönener machen“, erklärt Hikmet Karabulut von Prestije-Moden. Er freut sich, dass Schüler bei der Messe dabei sind. „Wir haben uns bereits im vergangenen Jahr ans MCG gewandt, damals haben wir aber keine Rückmeldung bekommen“, erzählt der kaufmännische Mitarbeiter. Bei der BIG-Veranstaltung in der Goetheschule präsentierten dann professionelle Modelle die Abendgarderobe des Unternehmens. „Mit den Schülern wird das jetzt aber sicher viel schöner, viel persönlicher“, so Karabulut.

„Das ist voll cool“, fasst Helin Inal die Aktion etwas lockerer zusammen. Sie wünscht sich ein langes Kleid für den Abi-Ball. Davon gibt es dort reichlich und Prestije hat auch keine Modelle ausgeschlossen oder eine Preisgrenze gesetzt. Die Gäste können sich aussuchen, was immer sie möchten. Die freie Auswahl in den beiden großen Hallen macht Helin Inal und den anderen die Entscheidung allerdings nicht gerade leicht. 

Lang oder kurz, schulterfrei, mit Ärmeln oder ohne? Die angehenden Abiturienten füllen ihre Ablagestangen mit ganz unterschiedlichen Kreationen. Lara Gutschow hat eigentlich nach einem kurzen Kleid für die Abschlussfeier in der Aula gesucht. Das elfenbeinfarbene Cocktailkleid steht ihr gut. „Aber sieht es nicht aus wie ein Brautkleid?“, fragt sie ihre Begleiterinnen im Umkleideraum. Außerdem steht ihr die weinrote Satinrobe wirklich großartig. Maria Harder ist da entschlossener. Die Zwölftklässlerin schlüpft in zwei, drei Roben, bis sie ihr Herz an ein dunkelgrün-schimmerndes Abendkleid verloren hat. 

Mitarbeiter beraten Abiturienten

Naturgemäß ist die Auswahl bei den Herren da etwas kleiner, zumal es ja um einen Anzug für einen formalen Anlass geht. „Es soll etwas Dunkles, nicht zu Auffälliges sein, etwas, das man später auch noch mal tragen kann“, sagt Sven Janke. Leonhard Kowalczyk tendiert zu Grau. „Ich werde den Anzug mit einem Hemd, vielleicht einem weißen oder einem hellblauen tragen, dazu eine Krawatte“, stellt sich der 18-Jährige seine Kombination für den großen Tag vor. 

Während der Bönener schon konkrete Vorstellungen hat, braucht Sven Janke noch etwas Hilfe. „Das ist mein allererster Anzug“, erzählt er. Wie lang die Ärmel des Jacketts sein sollten, wo die Schultern zu sitzen haben und ob es offen oder geschlossen getragen wird, ist ihm zunächst ein Rätsel. Hilfe bekommt er von seinen Freunden und von Prestije Mitarbeiter Salih Kara, der die Jugendlichen bei ihrer „Shoppingtour“ begleitet. „Ich werde hier auf jeden Fall gut beraten“, ist Sven Janke dankbar für die geduldige Unterstützung. 

Am Ende werden an diesem Vormittag alle acht Gymnasiasten fündig. Ihre Auswahl zeigen sie sich gegenseitig bei einem kurzen Fotoshooting mit einem professionellen Fotografen der Firma. Die Bilder sollen den Prestije-Mitarbeitern helfen, bei der Modenschau den „Mannequins“ das richtige Outfit zuzuordnen. Nach rund drei Stunden zwischen Tüll und Satin verlassen auch die Schülerinnen schließlich das Unternehmen mit einer großen Tüte in der Hand. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare