Bönener Spedition Lutter macht sich mit umweltfreundlicher Energie unabhängig

+
Mit Solarelementen ist das Dach des Speditionsbetriebes Lutter am Container-Terminal bedeckt. Nach Meinung von Geschäftsführer Martin Gorholt (Foto) hat sich die Anlage bisher bewährt.

Bönen - Für die Verantwortlichen der Spedition Lutter an der Edisonstraße ist Klimaschutz nicht nur ein Lippenbekenntnis. Thomas und Martin Gerold, Geschäftsführer des Unternehmens in dritter Generation, machten Ernst und investierten in eine Solaranlage und einen Solarstromspeicher, um umweltfreundlich Energie zu erzeugen und auch selbst zu nutzen.

Das bereitet ihnen nicht nur Freude, es rechnet sich auch. Bereits innerhalb von acht Jahren soll sich die Anlage inklusive Batteriespeicher amortisiert haben. „Als Speditionsunternehmen emittieren wir natürlich einiges an CO2 in die Luft. Uns ist Klimaschutz aber wichtig, deshalb haben wir uns vor einigen Jahren dafür entschieden, Elektrogabelstapler einzusetzen“, berichtet Martin Gerold. 

Die Batterien der Elektro-Gabelstapler im Betrieb kann die Spedition Lutter mit selbst erzeugtem Strom aufladen.

Zwölf E-Gabelstapler hat die Spedition aktuell. „Damit die aber nicht mit Atom- oder Kohlestrom geladen werden müssen, haben wir uns eine Photovoltaikanlage samt Batteriespeicher angeschafft“, so Gerold. Die Solaranlage hat eine Leistung von 80 Kilowatt in der Spitze (kWp) und wurde in Ost-West-Richtung auf dem Firmengebäude am Containerterminal aufgeständert.

So erhält das Unternehmen über den Tag verteilt eine möglichst gleichmäßige Solarstromernte anstelle eines hohen Energieertrags zur Mittagszeit, der bei nach Süden ausgerichteten Anlagen erzielt wird. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 50 Kilowattstunden speichert überschüssige Sonnenenergie vom Dach. In den frühen Morgen- und Nachtstunden versorgt der Speicher die Server und EDV der Spedition sowie die LKW-Werkstatt und zwei LKW-Waschanlagen mit Strom.

„Die Auswahl des richtigen Stromspeichers war nicht leicht, weil es viele Anbieter auf dem Markt gibt. Ich habe mich für einen Speicher der Firma Tesvolt in Wittenberg entschieden, weil seine Kapazität auch noch nach Jahren problemlos erweitert werden kann. Das geht bei anderen Speichern auf dem Markt nicht, sie erlauben eine Kapazitätserweiterung meist nur innerhalb eines Jahres, danach ist das unterschiedliche Alter der Batteriezellen ein Problem“, erklärt Martin Gerold.

Insgesamt 140 000 Euro haben die Gerolds in die Solartechnik investiert. Den Stromspeicher auf Lithium-Ionen-Basis hat das Land Nordrhein-Westfalen mit 50 Prozent bezuschusst.

 Von der Technik voll überzeugt

„Der Speicher läuft seit Mai letzten Jahres völlig problemlos. Inzwischen bin ich so überzeugt von dieser Technik, dass ich auch ohne die Förderung wieder in sie investieren würde – einfach, weil es sich rechnet. Und weil es großen Spaß macht, seine Energie selbst zu erzeugen und auch selbst zu verbrauchen.“ 

Demnächst soll der Speicher so ergänzt werden, dass er auch als Notstrom-Lösung funktioniert. „Wir hatten erst vor kurzem einen Stromausfall. Ein Industrieunternehmen kostet das viel Geld“, so Gerold

 Auch für die Zukunft hat der Geschäftsführer der Spedition, die aktuell 54 Mitarbeiter beschäftigt und deutschlandweit Waren transportiert, klimafreundliche Pläne. Sobald die Batterietechnik zuverlässig eine Reichweite von mehr als 300 Kilometern erlaubt, möchte er erste Fahrzeuge seiner 26 Diesel-Lkw probeweise auf Elektrobetrieb umstellen. Dann soll es auch eine Solartankstelle auf dem Firmengelände an der Edisonstraße geben. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare