Zusätzliche Ausbildung bei IHK

Für den Klimaschutz: Energie-Scouts entwickeln Maßnahmen bei Gea in Bönen

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Dennis Prinz und Burak Yagar und sind die ersten Energie-Scouts bei Gea.

Bönen – Tüfteln für den Klimaschutz: Burak Yagar und sein Kollege Dennis Prinz haben eine Idee entwickelt, die die Treibhausgas-Emissionen um 13,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) jährlich verringern kann. Angewendet werden soll sie bei der Gea Farm Technologies in Bönen, ihrem Arbeitgeber.

Der hat sie im vergangenen Jahr für die zusätzliche Ausbildung zu Energie-Scouts bei der IHK angemeldet. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund will mit dem Projekt Auszubildende und Unternehmen gleichzeitig motivieren, Energieeinsparpotenziale zu erkennen und zu nutzen. Jedes Jahr werden technisch-gewerbliche Azubis aus acht Unternehmen des IHK-Bezirks dabei zu Energie-Scouts qualifiziert. Sie haben die Möglichkeit, mit ihrem eigenen Projekt an der bundesweiten Bestenehrung teilzunehmen. Dafür hat es zwar bei Burak Yagar und Dennis Prinz nicht gereicht, für ihren Arbeitgeber ist ihr Plan dennoch ein hervorragendes Ergebnis. 

Nach elf Monaten amortisiert

Beschäftigt haben sich der angehende Mechatroniker Prinz und der inzwischen ausgelernte Fachlagerist Yagar mit der Beleuchtung im Hochregallager ihres Betriebes. In den Gängen dort brennt Tag und Nacht das Licht aus etlichen Strahlern, obwohl die vier Stapler dort nicht durchgängig in allen Bereichen arbeiten. Also haben die beiden jungen Männer ein Konzept entwickelt, das mithilfe von Bewegungssensoren und Schaltern das Licht so steuert, dass es nur leuchtet, wenn es benötigt wird. Ihre Idee umzusetzen, würde etwa 11 300 Euro kosten. Die Investition hätte sich aber schnell bezahlt gemacht. „Eine Voraussetzung der IHK war, dass sich das Projekt nach spätestens zwei Jahren rechnet, unser Unternehmen hat das auf drei Jahre verlängert. Unser Projekt würde sich aber schon nach elf Monaten amortisieren“, berichtet Burak Yagar stolz. 

Idee dem eigenen Unternehmen "verkaufen"

Bevor die Beiden in die Praxis gegangen sind, haben sie drei Seminare der IHK besucht. „Beim ersten Workshop haben wir gelernt, worum es überhaupt geht und haben Ziele definiert“, erzählt der 20-Jährige. Den zweiten Tag haben sie auf dem Dortmunder Flughafen mit verschiedenen Test und praktischer Arbeit verbracht. Im letzten Workshop lernten sie die richtige Präsentationstechnik. Schließlich mussten die Lehrlinge ihre Idee der IHK-Jury vorstellen und es auch ihrem Unternehmen „verkaufen.“ 

Im Betrieb haben Prinz und Yagar dann zunächst in alle Bereiche hineingeschaut und sie nach Einsparpotenzialen abgeklopft. Unterstützung gab es dabei von den Abteilungsleitern. Am Ende erschien ihnen der Lagerbereich besonders sinnvoll, da sich dort mit relativ geringem Einsatz viel erreichen lässt. 

Vorschlag steckt in Warteschleife

Umgesetzt worden ist der Vorschlag der Energie-Scouts bei dem Bönener Melktechnikhersteller zwar noch nicht, das liegt aber an einem Investitionsstopp der Firma. „Es steckt solange in der Warteschleife“, so Dennis Prinz. Für ihn und Burak Yagar hat sich die Teilnahme an der Qualifizierung aber schon jetzt gelohnt – beruflich und privat. „Vorher habe ich kaum über Klimaschutz nachgedacht. Zwar habe ich zu Haus Energiesparlampen verwendet, das war es aber auch schon“, sagt Prinz. Durch das Energie-Scout-Projekt hat sich das geändert: Die Beiden achten viel mehr darauf, Energie zu sparen und die Umwelt zu schonen. 

Tipps für Nachfolger

Gelohnt hat es sich auch für die Gea, ist sich Ludmilla Bergen aus der Personalabteilung sicher. „Wir werden auch künftig Auszubildende für die Qualifizierung anmelden“, kündigt sie an. Ihren Nachfolgern wollen Yagar und Prinz dann gerne beratend zur Seite stehen. „Wir waren ja die Ersten und mussten uns alles selbst erarbeiten. Jetzt können wir erklären, worauf es ankommt“, sagt Burak Yagar.

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