Bönener Schulen bereiten sich auf ein volles Haus vor

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Ab Mittwoch startet der Regelschulbetrieb wieder wie hier an der Goetheschule in Bönen.

Bönen – Am Mittwoch sind die Sommerferien vorbei. Gymnasium, Haupt- und Realschule öffnen zum ersten Mal seit Corona wieder die Türen für alle Bönener Schüler. Die Grundschulen unterrichteten schon vor den Sommerferien  im angepassten Regelbetrieb.

Und auch für i-Männchen und Fünftklässler rückt der große Tag näher. Sie wollen in einem schönen Rahmen begrüßt werden. Aber die Bönener Schulen haben ihre Hausaufgaben gemacht und sich auf die Rückkehr zum Schulalltag vorbereitet. 

Einschulung 

Bereits am Mittwoch dürfen die Erstklässler die Goetheschule besuchen, um ihre Klassenräume und -lehrer kennenzulernen. Am Donnerstag werden die drei Klassen mit je 25/26 Schülern, zu drei unterschiedlichen Zeiten willkommen geheißen (8.15, 10.15 und 12 Uhr). Dann kommen auch die Pfarrer und erteilen den Segen. Die Hellwegschule verteilt ihre vier Klassen mit 92 Kindern sogar auf Donnerstag und Freitag (jeweils 9 und 11 Uhr). Zu den abgespeckten Feiern sind diesmal nur zwei Begleitpersonen erlaubt. Beide Schulen verzichten auf eine Aufführung der älteren Kinder und projizieren ein Bilderbuch zur Begrüßung auf die Leinwand. Dann geht es zur ersten Stunde in die Klasse. 

Die fünften Klassen 

Der erste Tag an einer weiterführenden Schule ist für die Fünftklässler etwas Besonderes. Das wollen die Bönener Schulleiter auch nicht ganz unter den Tisch fallen lassen. Aber coronabedingt werden nur kurze Begrüßungen stattfinden und keine langen Führungen durch die Schule. 

An der Pestalozzischule starten die Fünftklässler morgen um 10 Uhr. Eingeladen zur Teilnahme sind in diesem Jahr nur die Eltern. Ebenfalls morgen starten die neuen Gymnasiasten – gestaffelt nach Klassen um 8.30, 9.45 und 11 Uhr. Sie werden mit ihren Familien einzeln an Tischen in der Aula sitzen, um den nötigen Abstand einzuhalten. Die Humboldt-Realschule startet einen Tag später mit der Begrüßung der Neuen, ebenfalls zeitversetzt in der Aula.

Unterricht

Die Grundschüler, die schon vor den Ferien komplett wieder in die Schule gegangen waren, müssen den Mund- und Nasenschutz bereits ab dem Schultor aufsetzen, vorher hatten sie das erst im Gebäude tun müssen. An ihrem Sitzplatz können sie die Masken aber weiterhin absetzen. 

Der Unterricht beginnt wieder zeitgleich. „Die Kinder können 15 Minuten vor Beginn aber schon in ihre Klassen gehen“, sagt Schulleiterin Annegret Berg. So – und mit separaten Eingängen soll an der Goetheschule der Trubel am Morgen entzerrt werden. „Das ist noch mal sicherer. Wenn es einen Coronafall geben sollte, dass möglichst wenige betroffen sind“, sagt die Schulleiterin. 

„Die Schüler werden den Unterricht bekommen, den sie brauchen“, verspricht sie. AGs oder Förderunterricht seien aber nicht möglich. Schwierig ist auch der Offene Ganztag, da der jahrgangskonform vonstattengehen muss, was zusätzliche Räume und Personal benötigt. Ähnlich wird es an der Hellwegschule sein. „Wir müssen erstmal einen Rhythmus finden“, sagt Schulleiterin Antje Anbring-Keiter. Religion und Muttersprachen-Unterricht setzt in der ersten Woche noch aus.

In den weiterführenden Schulen werden alle bestehenden Zugänge als Ein- und Ausgang genutzt, damit sich die Begegnungen der Schüler auf den eigenen Klassenverband beschränken. „Bei uns werden die Ankunftszeiten der Klassen gestaffelt, so dass sich die Schüler möglichst wenig auf den Fluren begegnen“, erläutert Gabriele Neumann, Leiterin der Hauptschule. „Um 8 Uhr ist Unterrichtsbeginn. Mittags verlassen dann die, die morgens als erste erschienen sind, als erste die Schule.“

In allen weiterführenden Schulen besteht Maskenpflicht auch im Klassenraum. Die Tische werden mit entsprechendem Abstand namentlich gekennzeichnet und nur von diesen Schülern genutzt. Es wird ausschließlich im Klassenraum unterrichtet. Eine Differenzierung nach Kursen findet in der Hauptschule vorerst nicht statt. Auch Religionsunterricht wird in der Klasse gemeinsam stattfinden. In der Oberstufe des MCG finden die Kurse statt. „Es wird häufiger gereinigt. Bei Wechsel in den Kursräumen übernehmen Lehrer und Schüler die Desinfektion“, so Giese.

„Wir erwarten, dass jeder Schüler Masken und sein eigenes Material mitbringt“, so Gabriele Neumann, „und nicht beim Nachbarn ausleiht.“ In den Pausen, wenn die Schüler sonst durcheinander laufen, gilt jetzt ebenfalls Disziplin. „Die Schulhöfe, die wir ja auch mit der benachbarten Realschule teilen, sind aufgeteilt worden“, erläutert Bianca Giese, kommissarische Leiterin des MCG. „Wir haben Flächen für einzelne Klassen markiert.“ MCG und Realschule arbeiten eng zusammen.

„Das alles macht nur Sinn, wenn die Eltern mitziehen und uns unterstützen“, betont Petra Coerdt, Leiterin der Realschule. „Wenn Eltern beispielsweise Masken als unsinnig und lästig erklären, dann werden auch ihre Kinder sich nicht an die Sicherheitsmaßnahmen halten. Und dann sind Infektionen vorprogrammiert.“ Sie bittet die Eltern, den Schülern mehrere Masken mitzugeben, besonders an heißen Tagen, und die Masken jeden Tag zu kochen oder zu bügeln, damit die Maske nicht zur Virenschleuder wird.

Sport und Musik

Sportunterricht soll nach Erlass des NRW-Schulministeriums bis zu den Herbstferien draußen stattfinden. Bei Regen hat die Goethehalle das Glück in die benachbarte Dreifachhalle mit den Trennmöglichkeiten und vielen Umkleiden auszuweichen. Das sieht an der Hellwegschule anders aus, wo Anbring-Keiter zum Herbst hin auf eine Anpassung der Regelungen hofft. Bis dahin geht Sport nur draußen. Auf den Schwimmunterricht verzichten beide Grundschulen wegen der hohen Hygieneauflagen im Bad & Sauna vorerst.

Singen und Blasinstrumente spielen bleibt verboten. Der Musikunterricht wird sich deshalb verändern, aber nicht unmöglich. In der Hauptschule wird es vorerst allerdings weder Sport- noch Musikunterricht geben. Hier liegt der Fokus zunächst auf den Hauptfächern, um Versäumtes nachzuholen.

Personal

Die Landesregierung hat in ihrem Erlass zum Schulstart angekündigt, Personal an den Schulen durch befristet ausgeschriebene Stellen und sozialpädagogische Fachkräfte für die Grundschulen aufzurüsten. Kommt in Bönen etwas an? „Nein, gar nichts“, sagt Annegret Berg für die Goetheschule. Vier Lehrkräften gehören zur Risikogruppe, darunter sind beide Sonderpädagogen und die Fachkraft für die Schuleingangsphase. 

Auch an den weiterführenden Schulen sieht es ähnlich aus. Zusätzliche Lehrkräfte sind nicht in Sicht. „Bis auf ein bis zwei Kollegen sind aber alle im Boot“, sagt Gabriele Neumann. Am Gymnasium fallen ebenfalls einige Kollegen aus. „Wie weit sich das auffangen lässt, wird man sehen“, so Giese.

Corona

Im Konzept des Ministeriums ist auch ein Vorgehen im Falle einer eventuellen Corona-Erkrankung von Schülern oder Lehrern. „Das ist was, wo ich etwas mit anfangen kann“, sagt Berg. Alle Schüler, bei denen Husten und Schnupfen auftreten, werden nach Hause geschickt, um in den weiteren 24 Stunden abzuwarten, ob sich weitere Symptome entwickeln. „Hier sind wir auf die Zusammenarbeit mit den Eltern angewiesen, die den Zustand ihres Kindes beobachten und eine Rückmeldung geben müssen“, sagt Petra Coerdt.

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