Lockerungen sollen Vereinswesen Luft verschaffen

Bönener Schützen nehmen erste bescheidene Feste ab September ins Visier

Mitfiebern unter der Vogelstange: 2019 war das letzte Schützenfestjahr in Lenningsen. Im September soll es zumindest ein Kaiserschießen geben.
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Mitfiebern unter der Vogelstange: 2019 war das letzte Schützenfestjahr in Lenningsen. Im September soll es zumindest ein Kaiserschießen geben.

Alles macht sich locker nach dem Lockdown. Innenstädte füllen sich, Biergärten und Eisdielen. Was erlaubt die neue Nähe nach all dem Abstandhalten eigentlich den Schützen?

Bönen – Die Sehnsucht ist groß: Endlich wieder gemeinsam feiern unter der Vogelstange, endlich wieder tanzen im Festzelt. Als Lichtblick für die Zukunft bezeichnen die Vorsitzenden der drei Bönener Schützenvereine daher auch die neueste Änderung der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen in Sachen Schützenwesen und Vereinsarbeit. Detlev Schlieper (Schützenverein Bramey-Lenningsen-Flierich), Martin Brünnich (Bürgerschützenverein Bönen, Wester- und Osterbönen) und Heinz-Herbert Bennemann (Schützenverein Nordbögge) freuen sich gemeinsam darüber, dass ab September Großveranstaltungen, darunter fallen auch Schützenfeste, wieder durchgeführt werden können – zumindest so lange die Inzidenz bis dahin unter 35 liegt und bleibt.

Ein großes Schützenfest gibt‘s auch 2021 nicht

Ein wirklich großes Schützenfest – da sind sich die Vorsitzenden einig – wird es in diesem Jahr in Bönen zwar nicht mehr geben. Diese sollen im nächsten beziehungsweise im übernächsten Jahr wieder gefeiert werden. Ganz auf Feiern verzichten wollen die Schützen in 2021 aber auch nicht.

Kaiserschießen in „Bralerich“?

Am weitesten mit den Plänen geht der Schützenverein Bramey-Lenningsen-Flierich. „Wir planen nun auch fest mit unserem Kaiserschießen“, so Schlieper. Als Termin ist der 11. September gesetzt. „Wir wissen, dass es Auflagen geben wird. Diese Auflagen werden wir erfüllen“, so der Vorsitzende.

Eine der Ideen, die die Schützen verfolgen, ist dass nach dem Kaiserschießen noch eine Feier in einer Scheune stattfinden könnte. Ebenso soll es reichlich Musik geben. „Wir werden uns etwas gönnen“, verspricht der Vorsitzende und freut sich auf das Wiedersehen mit allen Schützen.

Jahreshauptversammlung im Freien

Auch ein gemeinsames Vogelbauen könnte es vor dem Fest geben. „Hier ist Gemeinschaftsarbeit gefragt“, so Schlieper. Ebenso plant der Schützenverein, dass im Juli noch die Jahreshauptversammlung stattfindet – eventuell als Freiluftveranstaltung. An entsprechenden Hygienekonzepte für Treffen des Vereins wird bereits gearbeitet.

Gute Erfahrungen mit „Drive-in“

„Wir setzen auf unsere Innovationsfähigkeit und bleiben ruhig“, fasst Bennemann die Planungen des Schützenvereins Nordbögge zusammen. Nach bisherigem Stand werden die Nordbögger ab September keine Veranstaltungen mehr vorsehen. Ihr Hauptaugenmerk liegt dafür auf dem Wochenende vom 13. bis 16. August, dem ursprünglichen Termin des Schützenfestes. „Wir werden uns das Programm des vergangenen Jahres vornehmen und darauf aufbauen“, so der Vorsitzende mit Blick auf die Drive-in-Veranstaltung zur Eisbeinabholung und die Totenehrung, die im ersten Corona-Jahr durchgeführt wurden.

Für diesen August sollen mögliche Veranstaltungen an die dann geltenden Vorschriften angepasst werden. „Unsere Planungen erfolgen auf Sicht, damit fahren wir richtig“, weiß der Vorsitzende. Darüber hinaus soll auch eine Jahreshauptversammlung stattfinden. Hier wollen die Verantwortlichen rechtzeitig den Ort und den Termin noch bekannt geben.

Königsparade per Autokorso

„Wenn alles sehr gut läuft, wird am 20. Juni sogar Livemusik in Bönen zu hören sein“, hofft Martin Brünnich, Vorsitzender des Bürgerschützenvereins Bönen, Wester- und Osterbönen. Dieses Versprechen gilt aber zurzeit noch unter Vorbehalt. Denn die Gespräche mit Blasorchester und Spielmannszug sind noch nicht abgeschlossen. Die Livemusik soll es bei einer Art Königsparade und auf dem Schützenplatz geben. Es ist jedoch nicht vorgesehen, dass die Musikgruppen in voller Stärke auftreten. Das lässt allein der Platz bei der Parade nicht zu.

Geplant ist auch kein Vorbeimarsch, sondern ein Autokorso. Das amtierende Königs- und Kaiserpaar soll in der Witheborgstraße Aufstellung nehmen. In den Autos sollen jeweils zwei Schützen in Uniform sitzen. „Das Schützenvolk wird endlich wieder einmal sein Königs- und Kaiserpaar sehen, das ist das Besondere an dem Fest“, freut sich Brünnich. Darüber hinaus soll die Bahnhofsstraße in Bönen festlich geschmückt werden. Pläne gibt es auch für eine Kranzniederlegung am Ehrenmal in Osterbönen am eigentlichen Schützenfestsamstag. Ebenso sollen an diesem Tag die Jubelkönige und -kaiser besucht werden. Eine Jahreshauptversammlung soll ebenfalls stattfinden. Das Biwak, das für August geplant war, fällt hingegen definitiv aus.

Unklar ist noch, ob und wann ein Gemeinde-Avantgardenschützenfest stattfinden kann. Wesentlich ist auch hier, wie die pandemiebedingten Rahmenbedingungen für ein solches Fest sind.

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