Bönener Schüler erhalten Post aus dem Bundeskanzleramt

+
Die Schüler der Klasse 5B am MCG sind stolz, dass sie auf ihren Brief an Kanzlerin Angela Merkel eine Antwort aus dem Kanzleramt erhielten.

Bönen - „Wir haben Post!“ Drei Worte, die die Klasse 5B des Marie-Curie-Gymnasiums augenblicklich verstummen lassen. Hat es wirklich geklappt? Ungläubige Gesichter. Tatsächlich haben die Schüler Antwort aus dem Bundeskanzleramt erhalten auf einen Brief, den sie an Kanzlerin Angela Merkel schrieben.

Zu Beginn des Schuljahres steht im Deutschunterricht der Fünftklässler das Thema „Briefe schreiben“ auf dem Plan. Was ist die korrekte Anrede, wo kommt das Datum hin, wie verabschiedet man sich? Alles Fragen, die in den ersten Wochen geklärt werden. Anhand zahlreicher Beispiele wird das Gelernte dann umgesetzt und die Schüler machen sich daran, selbst Briefe zu verfassen.

 „Ich finde es immer schade, wenn die Briefe „nur“ im Deutschheft schlummern“, erklärt Karsten Brill, Deutschlehrer am Marie-Curie-Gymnasium in Bönen. Daher fordert er seine Schützlinge auf, „richtige“ Briefe zu schreiben. Zunächst Entwürfe im Deutschheft, die immer wieder überarbeitet werden, dann die Endversion auf Briefpapier mit schönen Verzierungen, die wirklich abgeschickt wird. 

Die ersten Briefe der Zehnjährigen gehen an ihre ehemaligen Grundschullehrerinnen. Sie erzählen ihnen, wie sie am MCG angekommen sind, wie es ihnen gefällt und dass sie sie natürlich vermissen. Häufig schreiben die Grundschullehrerinnen sogar zurück, sodass die Kinder erfahren, wie es ist, einen Brief zu erhalten. Der zweite „echte“ Brief hat besondere Adressaten. „Wir schreiben Briefe an uns selbst“, erläutert Julian (zehn Jahre). „Herr Brill sammelt die Briefe ein und gibt sie uns in ein paar Jahren zurück.“ Die Jugendlichen werden dann sehen, wie sie als Kinder gedacht haben und welche ihrer Hoffnungen sich erfüllt haben werden. 

"Liebe Frau Merkel, ... "

Beim dritten Brief wird es offiziell! Die Gymnasiasten schreiben an die Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie stellen sich vor und schreiben, wie sie sich als Kinder in Bönen fühlen und in welchen Bereichen es Verbesserungen geben könnte.

Knappe vier Wochen später wird es wirklich wahr: Antwort aus dem Kanzleramt! In einem sehr ausführlichen Brief beantwortet eine Mitarbeiterin der Pressestelle des Bundeskanzleramts die Fragen der Schüler und erklärt, für welche Bereiche die Bundeskanzlerin zuständig ist, und für welche sie sich an andere Stellen wie Land oder Kommune richten muss. Stolz lesen die Fünftklässler den zweiseitigen Brief immer wieder und gucken sich den Stempel mit dem Aufdruck „Bundeskanzleramt“ aufmerksam an. „Ein schöner Abschluss für die Unterrichtsreihe“, resümiert Brill. „Auch wenn Frau Merkel nicht persönlich geantwortet hat, haben die Kinder viele Facetten und Möglichkeiten der Kommunikation mit Briefen kennengelernt.“ 

Ein besonderes Lob hat Brill für das Bundeskanzleramt. „Ich habe mit einer anderen Klasse vor ein paar Jahren der Queen zum 90. Geburtstag gratuliert.“ Die Kinder hatten Karten gebastelt und in den Buckingham Palast geschickt. „Aus London kam auch eine Antwort – allerdings dauerte es wesentlich länger, nämlich ein halbes Jahr. Da ist Berlin wohl einfach effizienter“, lacht Brill. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare