Bönener Rathaus mit 5,093 Millionen Euro günstiger als geplant

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Der Festpreis für den Neubau hat sich für die Gemeinde ausgezahlt.

Bönen - Nicht ganz so teuer wie erwartet ist der Neubau des Rathauses geworden. Das geht aus der Schlussabrechnung hervor, die Kämmerer Dirk Carbow und Bürgermeister Stephan Rotering Donnerstagabend in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates den Kommunalpolitikern vorlegen wollen.

Demnach belastet das Projekt einschließlich aller Nebenkosten den Gemeindehaushalt mit knapp 5,1 Millionen Euro, 272 000 Euro weniger als die Verantwortlichen einkalkuliert hatten. Ausführlich schlüsseln Dirk Carbow und der Verwaltungschef in ihrer Mitteilung an den Gemeinderat auf, wie unterm Strich das Ergebnis von rund 5,093 Millionen Euro zustande gekommen ist. Dazu zählen auch die Kosten für die Möblierung und die bürotechnische Ausstattung. Die liegen mit 180 000 Euro rund 35 000 Euro unter dem Planansatz. 

43 000 Euro höher als erwartet schlugen die Kosten für die Interimslösungen zur Unterbringung der Verwaltung im Container-Rathaus I und Rathaus II in der ehemaligen Kfz-Ausbildungsstelle zu Buche. 250 000 Euro hatte die Gemeinde eingeplant, fast 293 000 Euro wurden es. Wie das gesamte Bauprojekt, das wegen der Zusammenarbeit mit Lidl deutschlandweit Furore machte, seit 2017 gemeinsam mit dem Lebensmitteldiscounter finanziell umgesetzt wurde, teilen Bürgermeister und Kämmerer ebenfalls noch einmal detailliert mit.

Grundstück an Discounter verkauft

„Zur Umsetzung des Projektes hat die Gemeinde die benötigten Grundstücksflächen der alten Rathausliegenschaft und angrenzende Flächen an die Firma Lidl verkauft. Hierdurch konnten bereits im Haushaltsjahr 2017 1,25 Millionen Euro vereinnahmt werden“, heißt es in der Mitteilung. Bauherr und Auftraggeber für den gesamten Gebäudekomplex und die Außenanlagen war bekanntlich Lidl. Auf der Grundlage eines notariell beurkundeten Vertrages hatte die Gemeinde Bönen den viergeschossigen Bürotrakt nach Fertigstellung erworben und als Rathausgebäude eingerichtet. Dafür habe die Gemeinde den Festpreis von knapp 4,64 Millionen Euro im Mai dieses Jahres an Lidl erstattet. 

Die Summe setzt sich zusammen aus 4,374 Millionen Euro für den Neubau und knapp 266 000 Euro für das Umsetzen der Büro-Container, um sie neben dem alten Standort als Notrathaus zu nutzen. Während der Bauphase hat es nach entsprechenden Hinweisen der Bauleitung des Generalunternehmers Köster auch immer wieder Veränderungen in den Planungen gegeben, wie Stephan Rotering und Dirk Carbow wissen lassen. Dazu zählten unter anderem die Errichtung einer 10-KV-Station, die Verkabelung der Einbruchmeldeanlage, die barrierefreie Ausführung der Eingangs- und Etagentüren, Mehrkosten durch den letztlich ausgewählten Klinker, der komplette Einsatz von LED-Leuchten und die Gestaltung der Außenanlagen am Mitarbeiterparkplatz. Rund 189 000 Euro an Mehrkosten kamen so zusammen. 

Der Verzicht auf den geplanten Sonnenschutz an den Fenstern auf der Nordseite des Gebäudes und der Wegfall nicht benötigter Steckdosen und Netzwerkanschlüsse in den Büros brachten Einsparungen von 31 000 Euro. In der Kostenauflistung der Verwaltung werden auch die Beleuchtung des Mitarbeiterparkplatzes und die Fahrradständer mit 16 600 sowie die Installation der Einbruchmeldeanlage (9200 Euro) als Sonderkosten aufgeführt – ebenso die Ausstattung der Bürotüren mit Schließzylindern und Türschildern (5600 Euro) sowie der Ausbau des Empfanges und des Bürgerbüros (rund 17 000 Euro).

Kosten für Parkplatz und Schranken noch offen 

Zusätzliche Kosten werden noch durch die geplante Einfriedung des Mitarbeiter-Parkplatzes und die Errichtung einer Schrankenanlage entstehen, wie die Verantwortlichen im Rathaus berichten. Die Schlussabrechnung des Neubaus wird der Ratssitzung morgen um 18 Uhr aber nicht die Würze geben. Dafür sorgen werden die Diskussionen über den Ausbau der Bahnhofstraße (siehe rechts) und der Budgetbericht im Vorfeld der Vorstellung des Haushaltsplans 2019. Schließlich geht es da auch um die umstrittene Grundsteuern. 

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