Kita-Restart: Noch viele wichtige Wegweiser fehlen

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Es war eine lange Zeit, die sich Erzieherinnen und Kinder wegen des Corona-Lockdowns nicht mehr gesehen haben.

Bönen – Am 8. Juni soll die Kita-freie Zeit in NRW enden. Dann sollen alle Bönener Kinder und die nicht nur die, die bald in die Schule gehen, wieder von den Erzieherinnen betreut werden. Bis dahin muss wegen der Hygiene- und Abstandregelungen viel geplant werden, doch dazu fehlen noch präzise Vorgaben aus dem Ministerium.

Zunächst einmal müssen die Vorschulkinder begrüßt werden, die am Donnerstag erstmals seit vielen Wochen des Corona-Lockdowns wieder in voller Zahl ihre Kita besuchen dürfen. Die Politik ist schon einen Schritt weiter, denn ab dem 8. Juni sollen auch die anderen Kinder in einem „eingeschränkten Regelbetrieb“ folgen. Das teilte das Familien-Ministerium am Mittwoch pünktlich vor dem Feiertag mit. Die Kindertagesstätten im Kreis und die Träger warteten aber zumindest bis Freitagmittag noch auf detailliertere Informationen zur Umsetzung aus Düsseldorf.

Viel Bewegung in den vergangenen Tagen

Für Daniel Frieling, Abteilungsleiter Kindertageseinrichtungen im Kreis bei der Awo, kam es wenig überraschend, dass die Kinder zeitnah zurückkehren sollen. „Man merkte, dass Bewegung reingekommen ist“, sagt er zum Bild der vergangenen Tage. Die Arbeiterwohlfahrt hat deshalb schon angefangen, Konzepte vorzubereiten.

Woanders wird an Plänen wohl erst in der kommenden Woche gefeilt. Viele zuständige Personen bei den Kitas, in der Kreis-Verwaltung oder bei den Trägern genossen den Brückentag, während sich andere präzisere Vorgaben aus dem Ministerium erhoffen, wie der Übergang von der bald beendeten Notbetreuung hin zur normalen Kita aussehen soll.

Unterschiedliche Voraussetzungen verlangen unterschiedliche Konzepte

Die Umsetzung der erweiterten Kita-Öffnung werde „höchst unterschiedlich“ ausfallen, sagt Frieling und verweist unter anderem auf die baulichen Voraussetzungen der Einrichtungen. Wie sehen die Gruppenräume aus, wie kann das Händewaschen organisiert werden, aber auch welche Konzepte ( Zum Beispiel: offen, teiloffen, feste Gruppen) werden in der Kita verfolgt? Das sind Fragen, die zu klären sind. Zumal es vorerst nur noch feste Gruppen geben darf.

Risikogruppen eher im Hintergrund

Dazu kommt die Personalproblematik. Zwar hat das Robert-Koch-Institut unlängst erklärt, dass nicht mehr jeder über 60 Jahre pauschal zur Risikogruppe zählt und vom Dienst ausgeschlossen werden muss, auf genaue Vorgabe warten die Kita-Leitungen allerdings noch. Und zudem gibt es auch genug Jüngere, die aufgrund von Vorerkrankungen und Ähnlichem keinen direkten Kontakt zu den Kindern haben sollten. Die Awo will dem – und vielen anderen Unwägbarkeiten der aktuellen Situation – mit Flexibilität begegnen. „Wir wollen die Menschen bestmöglich schützen und gleichseitig den Ansprüchen und Wünschen der Eltern gerecht werden“, sagt Frieling. Ältere Mitarbeiterinnen könnten so beispielsweise im Hintergrund organisatorisch tätig werden.

Stolpersteine überall auf dem Weg verteilt

Das Ministerium hat den Umfang der Betreuungszeiten für die Kinder um zehn Stunden pro Woche je nach Buchungszeit (45, 35 und 25 Stunden) reduziert, um den Einrichtungen den Start zu erleichtern. In der Praxis werden aber einige Stolpersteine lauern. „Wir werden in vielen Sachen auf die aktuellen Bedarfe reagieren müssen“, sagt Frieling und nennt als Beispiel eine Krankenschwester, die ihr Kind derzeit 45 Stunden in der Notbetreuung untergebracht hat, ab dem 8. Juni aber nur noch 35 davon erhalten soll.

Überraschung für die Vorschulkinder am Donnerstag 

Vor alledem blicken die Kitas aber erwartungsvoll dem Donnerstag entgegen. „Wir werden unsere Vorschulkinder gebührend empfangen“, sagt Birgit Schlottmann von der Christ-König-Kita in Bönen: „Wir wollen den Tag feiern – zumindest in den Gruppen.“ Dazu hat die Leiterin mit ihrem Team einige Überraschungen vorbereitet. 21 der 68 Kinder der dreizügigen Kita dürfen nächste Woche wieder die Räume betreten. Den Spielplatz der Einrichtung an der Kirchstraße haben die Erzieherinnen dreigeteilt, damit sich die Gruppen nicht mischen. Bezüglich der Hygienemaßnahmen macht sich Schlottmann keine Sorgen. „Wir haben das bei Krankheitswellen auch schon immer gemacht, jetzt ist es noch mehr.“ Und die Jungen und Mädchen seien relativ unbeeindruckt vom Drumherum, hat sie in der Notbetreuung festgestellt. „Die Kinder kommen, sind da und spielen.“

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