Kitas im eingeschränkten Pandemiebetrieb

Viele Eltern versuchen, den Nachwuchs zu Hause zu betreuen

Kinder der Kita Puzzlekiste klettern an einem Spielgerüst
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In der Kita Puzzlekiste werden derzeit deutlich weniger Kinder betreut.

Bönen – Erneut blieb den betroffenen Eltern nur wenig Zeit, sich auf den aktuell im Kreis Unna eingeschränkten Pandemiebetrieb der Kindertagesstätten einzustellen. Im Gegensatz zur Notbetreuung bleiben die Kitas grundsätzlich geöffnet. Die Eltern entscheiden selber, ob sie ihre Kinder in die Kitas schicken. Die Einrichtungen appellieren jedoch an die Familien, ihre Kinder, wenn möglich, zu Hause zu betreuen.

Da es im Kreis in den Kitas immer wieder zu Coronainfektionen gekommen war, wollte der Krisenstab die Schließung der Einrichtungen mit einer Notbetreuung verfügen, das Land hat dieser Regelung nicht zugestimmt. Erst am Samstagnachmittag gab es eine Verfügung, dass Kitas in dieser Woche im eingeschränkten Pandemiebetrieb laufen. Die Eltern wurden in der Regel am Samstag von den Kitas per E-Mail informiert, damit sie überhaupt eine Chance hatten, bis Montag Betreuungsalternativen zu klären.

„Alle Eltern, die das so kurzfristig einrichten konnten, haben ihre Kinder zu Hause gelassen“, berichtet Birgit Schlotmann, Leiterin der Kita Christ König. „Es ist so schade, dass viele Sachen einfach ausfallen müssen. Das sind Dinge, die man nicht nachholen kann.“ Am Dienstag wurden noch 19 von sonst 67 Kindern in der Kita betreut. In der Kita bleiben die Kinder in ihren festen Gruppen. „Das ist eine Größe, die wir gut bewältigen können.“

Bis Samstag herrschte große Unsicherheit

113 Kinder betreut die DRK-Kita Puzzlekiste normalerweise, jetzt sind es noch 50 bis 60 Prozent, erläutert die stellvertretende Leiterin Katja Krebs. Bis Samstag habe große Unsicherheit geherrscht bei den Eltern, ob es nun eine Notbetreuung gibt oder nicht.

Auch hier ging der Appell an die Eltern, die Kinder zu Hause zu betreuen. „Jedes Kind, das zu Hause bleibt, hilft im Moment, die Infektionszahlen zu senken“, sagt Katja Krebs. „Wenn jeder mithilft, das in den Griff zu bekommen, hilft das allen. Wir sind da auch in einer großen Verantwortung der Gesellschaft gegenüber.“ Das Tückische an dieser Krankheit sei, dass oft keine Symptome bei den Kindern sichtbar seien, obwohl sie positiv sind.

„Fünf bis zehn Kinder pro Gruppe betreut die Kita Martin Niemöller aktuell, wo sonst 20 Kinder in den vier Gruppen sind“, berichtet die stellvertretende Leiterin Sarah Goetz. „Das sind die Kinder, wo beide Eltern arbeiten und keine andere Betreuungsmöglichkeit besteht.“

Was nächste Woche gilt, weiß noch niemand

Wie es weiter geht? „Wir warten auf die Entscheidungen für die kommende Woche. „Deshalb kann man die Arbeit zurzeit nicht planen.“

Die Awo Ruhr-Lippe-Ems als Träger des Familienzentrums Schatzkästchen kann keine Zahlen zur aktuellen Betreuungssituation vor Ort nennen. „Da ist zurzeit eine solche Dynamik drin, dass sich die Zahlen jeden Tag verändern“, so eine Sprecherin.

Die Eltern hatten nur wenig Zeit seit Samstagnachmittag, eine Betreuung für ihre Kinder zum Wochenstart zu organisieren. Deshalb müssten die Mitarbeiter jeden Tag schauen, wie viele Kinder tatsächlich kommen. „Zudem gilt diese Regelung zunächst nur bis zum kommenden Montag, dann wird erneut entschieden, wie es in den Kitas weitergehen soll. Das ist eine Wundertüte.“

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