Bönener Kitas bereiten die Rückkehr in den Regelbetrieb vor

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Mit Abstand spielen: Auch die Kleinen müssen in der Kita einiges beachten.

Bönen – Am Montag wird es ernst in den Bönener Kitas. Dann sollen laut Ministeriumserlass alle Kinder zurückkehren in die Betreuung. Eine riesige Herausforderung für die Kindertagesstätten, die nur zu meistern ist, wenn auch alle Eltern mitziehen und sich genau an die Vorgaben halten. „Sonst gibt es Chaos“, sagt Sandra Weniger, Leiterin der DRK-Kindertageseinrichtung Puzzlekiste an der Woortstraße, die ab Montag für den Betrieb mit rund 115 Kindern verantwortlich ist.

Absagen gebe es so gut wie keine, bestätigt Weniger. Nur in besonderen Fällen verzichteten einige wenige Eltern auf die Betreuung. „Die Eltern sind nach zehn Wochen froh, dass ihre Kinder wieder in den Kitas betreut werden.“ Verständlich, aber für die Erzieherinnen in den Bönener Kitas ein Kraftakt, obwohl die Buchungszeiten verringert wurden. „Kinder die vorher 45 Stunden betreut wurden, sind jetzt auf 35 Stunden runtergestuft und können von 7 bis 14 oder von 8 bis 15 Uhr betreut werden“, erläutert Sandra Weniger die Regelung in ihrem Haus. „Wer bisher 35 Stunden gebucht hatte, der kann jetzt 25 Stunden in Anspruch nehmen – von 7 bis 12 oder 8 bis 13 Uhr.“ 

Zwar würden viele Eltern jetzt stöhnen, wie sie das mit ihren Arbeitszeiten in Einklang bringen sollen, aber Abmeldungen gebe es dennoch nicht. Notfalls müsste jemand anderes das Kind abholen. Nach hinten bleibe da kein Spielraum. „Die Betreuung endet spätestens um 15 Uhr.“ 

Das ist aber angesichts der Auflagen, die die Kitas bereits vom Ministerium erhalten haben, das geringere Problem. Denn die Hygiene- und Abstandsregeln sind so personalintensiv, dass die Kitas mit ihren eingeschränkten Besetzungen schnell an ihre Grenzen kommen werden, wenn nicht alles nach Fahrplan läuft. „Da sind wir auf die Unterstützung der Eltern angewiesen“, macht Sandra Weniger deutlich. „Wenn sie sich nicht an die vorgesehenen Bring- und Abholzeiten halten, dann kommt hier alles durcheinander und wir könnten in letzter Konsequenz den Betrieb nicht aufrecht erhalten, weil wir für die Sicherheit dann nicht garantieren könnten.“ 

Hygienepläne für den Regelbetrieb entwickelt

Auch das Einhalten der Abstandsregeln und das Tragen einer Maske sei Voraussetzung, dass die Rückkehr zum „Normalbetrieb“ möglich sei. Ab Montag kommen aber vor allem die Hygienepläne zum Tragen, die die Mitarbeiter in den vergangenen Wochen zusammen mit dem Träger DRK in Videokonferenzen entwickelt und weiter an die Realitäten angepasst haben. „Wir betreuen ja bereits jetzt 47 Kinder für die wir entsprechende Hygienemaßnahmen brauchten.“, erläutert Weniger. Jetzt muss das Konzept auf mehr als die doppelte Anzahl Kinder erweitert werden. Dafür stehen der Leiterin der Kita Puzzlekiste insgesamt 18 Mitarbeiter inklusive Praktikanten zur Verfügung, denn auch hier gibt es Erzieherinnen die als Risikopatienten weiterhin ausfallen. Außerdem müssten auch Urlaubszeiten eingerechnet werden. 

Nicht viel Personal, um alle Auflagen zu erfüllen. So sollen möglichst nur zwei Kinder sich gleichzeitig im Waschraum aufhalten und alle Kinder regelmäßig ihre Hände waschen. „Es gibt kein Frühstücksbüffet mehr, stattdessen macht eine Erzieherin jedem Kind das Frühstück auf dem Teller fertig. Maximal 16 Kinder dürfen gleichzeitig in das Kinderrestaurant, wo täglich frisch gekocht wird. Auch dort muss Personal darauf achten, dass Kinder sich an die Regeln halten. Überhaupt gelte, so Sandra Weniger, dass immer jemand auf Schritt und Tritt die Kinder begleite. 

Weil die Kinder nur innerhalb der Gruppen Spielzeug benutzen dürfen, gibt es ab Montag in der Puzzlekiste drei abgeteilte Außenbereiche, damit nicht untereinander getauscht wird. Für die drei Vorschulgruppen wird das Angebot jeweils dreimal angeboten. „Trotzdem müssen wir zwischendurch immer wieder Tische, Stühle, Handläufe, Klinken und Lichtschalter desinfizieren, sagt die Kita-Leiterin. „Am Ende des Tages desinfiziert das Reinigungsteam dann noch mal alles.“ Ob die Bönener Kitas die Auflagen ab Montag alle umsetzen können, bleibt abzuwarten. „Es geht nur, wenn sich alle an die Regeln halten“, betont Sandra Weniger, „dann bin ich optimistisch.“

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