Bönener Gymnasiasten lernen wieder neun Jahre bis zum Abitur

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Bönen – Der Weg zum Abitur dauert am Marie-Curie-Gymnasium jetzt wieder neun Jahre. Für die Kinder jedenfalls, die im Sommer von ihrer Grundschule zum MCG gewechselt sind – und die in den kommenden Jahren weder eine Klasse wiederholen noch eine Jahrgangsstufe überspringen werden.

Die sich daraus entwickelnden Spielräume will die Schule unter anderem dazu nutzen, ihr Musikprofil weiter auszubauen, sagt Schulleiter Dr. Peter Petrak. Die Umstellung auf ‘G9’ bedeute, dass dieser Profilschwerpunkt eine stabile Grundlage bekommt“, so Petrak. Allerdings greift das Musikprofil für die „neuen“ MCG-ler erst im zweiten Halbjahr – also erst ab Februar. Bis dahin sollen sich die Kinder entscheiden, ob sie beim Basis-Musikunterricht und bei ihrer Blockflöte bleiben, oder ob sie in die Bläser- oder die Streicherklasse wechseln. 

Wie die Stundenpläne der Fünftklässler dann konkret aussehen werden, daran arbeiten die Planer am Bönener Gymnasium jetzt noch. Fest steht aber bereits, dass es unter dem Zeichen von G9 in der Sekundarstufe eins am Nachmittag keinen regulären Unterricht mehr geben wird. Eine Mittagspause ist nicht mehr zwingend vorgeschrieben, sodass sich ein Schultag auch mal von 7.45 bis 14 Uhr erstrecken darf. Die siebten Stunden sollen aber keinesfalls für regulären Unterricht in den Kernfächern – Deutsch, Mathe, Englisch, zweite Fremdsprache – genutzt werden, sondern vorzugsweise für Ergänzungsstunden und Instrumentalunterricht. 

Raum für Arbeitsgemeinschaften und Projekte

Außerdem entsteht Raum für verschiedene Arbeitsgemeinschaften, in denen zum Beispiel auch Themen wie „Fairtrade“ oder „Schule ohne Rassismus“ intensiviert und weiterentwickelt werden könnten. Mit der Rückkehr zum G9-System ist auch verbunden, dass die Kinder erst ab der siebten Jahrgangsstufe in der zweiten Fremdsprache, Französisch oder Latein, unterrichtet werden. Dieses Prinzip gilt am MCG auch schon für den aktuellen sechsten Jahrgang, der noch in acht gymnasialen Jahren zum Abitur geführt wird. 

Im Jahr 2026 soll dies im Regelfall erreicht sein, 2027 allerdings werden die zu „G9“ zurückgekehrten Gymnasien in NRW keine Abiturienten entlassen. Dies hat nicht nur zur Folge, dass Ausbildungs- und Studienplätze in diesem Jahr nur spärlich nachgefragt sein werden, ein besonderes Problem ergibt sich auch für Gymnasiasten, die die Abiturprüfung im Jahr 2026 nicht bestehen. Wenn sie dann das letzte Jahr, also die unmittelbare Vorbereitung für einen neuen „Anlauf“ zum Abi, wiederholen wollen, ist das an ihrer Schule nicht möglich, denn dort gibt es ja erst 2028 wieder eine reguläre Abiturprüfung. 

Eine Möglichkeit wäre dann, an eine Gesamtschule in einer Nachbarstadt zu wechseln, eine andere wären besondere Vorbereitungsangebote nur für sehr wenige Wiederholer. Peter Petrak sieht dabei allerdings deutlich die Landesregierung in der Pflicht: „Bis dahin muss man sich etwas einfallen lassen“, findet der MCG-Schulleiter. Dass das Marie-Curie-Gymnasium in Zukunft wieder Räume für insgesamt neun Jahrgangsstufen benötigt, sei übrigens kein Problem, betont er. Schließlich habe die Schule schon weitaus größere Schülerzahlen verkraftet. Notfalls müssten nun einige Funktions- oder Verwaltungsräume wieder als Klassenräume genutzt werden.

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