Tierschutzgesetz

Koi im Gemeindeteich: Das Aussetzen von Tieren steht unter Strafe

Der farbenprächtige Koi dürfte sich im Gemeindeteich wohl fühlen. Zu Fressen gibt es für ihn genug.
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Der farbenprächtige Koi dürfte sich im Gemeindeteich wohl fühlen. Zu Fressen gibt es für ihn genug.

Ein weiß und rot schillernder Gast schwimmt seit einiger Zeit im Gemeindeteich. Ein großer Koi ist auch im trüben Wasser gut zu erkennen, wenn er sich dem Ufer nähert. Das Aussetzen von Tieren kann teuer werden. Der Zierfisch dürfte sich in seiner neuen Heimat aber wohlfühlen.

  • In Bönen im Kreis Unna schwimmt ein Koi im Gemeindeteich.
  • Das Aussetzen von Tieren kann laut Tierschutzgesetz teuer werden.
  • Die Zierfische tauchen immer öfter in öffentlichen Gewässern auf.

Bönen – Wie und wann der Koi dahingekommen ist, wird wohl unklar bleiben. Dass diese Zierfische in öffentlichen Gewässern auftauchen, ist für Hartmut Thörner, den Betreiber des Vereinsheimes der Koi-Freunde am Herrenweg in Bönen, keine Überraschung. Im Kanal und in der Lippe in Höhe des Kraftwerks hat er schon von Sichtungen gehört. Auch im Mergelbergteich soll seit einer geraumen Zeit bereits ein solcher Brokatkarpfen schwimmen. „Heutzutage geben viele Leute ihre Koi-Teiche auf“, sagt Thörner.

Das ist ein teures Hobby“, sagt der Experte, der früher selbst aus Japan Kois für Fans organisierte. Fische mit besonderem Muster und Färbung können mehrere 1000 Euro kosten. Doch Thörner möchte auf etwas anderes hinaus. „Wer sich einen Koi holt, legt auch Wert darauf, dass es die Fische gut haben und möchte sie auch zur Schau stellen, um sie zu sehen.“ Dazu gehören neben einem Teich, der eine gewisse Größe hat, Filter und Pumpen. Die Stromrechnung sei ebenfalls zu beachten.

60 Jahr und 20 Kilo: Kois werden alt und groß 

Kois können alt werden, bis zu 60 Jahre, über 20 Kilogramm können sie bei einem Meter Körperlänge auf die Waage bringen. „Bereits bei der Anschaffung von Tieren sollten sich deshalb zukünftige Halter über die fachgerechte Haltung informieren und abklären, ob der notwendige Platz zu Hause vorhanden ist“, meint Robert Eisler, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, Umwelt, zur Haustierhaltung ganz allgemein.

Im Fall der Kois könne es durchaus vorkommen, dass ein Halter stirbt oder der Aufwand für den Teich zu groß werde, die Fische aber noch lange leben. Dann würden sie verkauft, verschenkt oder eben einfach ausgesetzt, weiß Thörner.

Koi im Gemeindeteich: Geldbuße bis in den vierstelligen Bereich

Er und seine Koi-Freunde könnten allerdings keine Tiere mehr aufnehmen. Seine eigene Anlage hat er zum Beispiel wegen der umfangreichen Arbeit deutlich verkleinert. Eisler verweist auf das Tierschutzgesetz, „das das Aussetzen verbietet und als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu mehreren Tausend Euro ahnden kann“.

Dem Koi dürfte es in „Neusehland“ auch ohne die Pflege, die er vermutlich aus einem Gartenteich kennt, gut gehen, vermutet Thörner. Der Fisch ernährt sich von Pflanzen, Insekten, Würmern und Jungfischen. Für seine Winterruhe ist der Gemeindeteich mit bis zu sechs Metern tief genug. Eine Gefahr für die anderen Wasserbewohner bestehe laut Thörner nicht.

Bei einer Gruppe von Kois könnte das anders aussehen. „Von einem vorhandenen einzelnen Koi geht keine schwerwiegende Benachteiligung fürs Ökosystem aus, sodass dieser im Teich weiter schwimmen kann. Für die Verwaltung besteht daher aktuell kein weiterer Handlungsbedarf“, erklärt Eisler.

In Drensteinfurt hat ein Teichbesitzer mehrere Koi-Karpfen in die Werse gekippt. Einige Tiere haben den Sturz nicht überlebt.

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