Im Oktober wird im Garten alles winterfest gemacht

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Bönen – Das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu – und damit auch unsere Gartenserie. Jetzt sind fast alle Früchte und Gemüsesorten geerntet. Es gilt, den Garten winterfest zu machen und auf das kommende Frühjahr vorzubereiten.

Aber es gibt auch späte Früchte, die jetzt noch den Gärtner für seine Arbeit belohnen. Exotisch ist die Pawpaw oder Indianerbanane, die Willi Andrejewski, Vorsitzender des Kleingartenvereins Am Nordkamp, auf seiner Parzelle ernten kann. Die keulenförmigen Früchte sind gelbgrün und haben einen exotischen Geschmack – fruchtiger als Bananen – und reifen bei uns Ende September bis Mitte Oktober. 

Während im Gewächshaus bei Sonne noch bis zu 22 Grad erreicht werden, gedeihen Tomaten, Peperoni, Paprika und Auberginen. „Bis zum Frost kann noch geerntet werden“, sagt Willi Andrejewski. „Es wachsen auch noch Tomaten draußen am Strauch, aber die werden nicht mehr rot. Man kann versuchen, sie in der Schublade nachreifen zu lassen.“ 

Auch zahlreiche Schoten der Bohnenpflanze, die er aus Griechenland mitgebracht hat, haben jetzt fast Erntegröße, aber leider die falsche Farbe. „Die meisten sind noch grün, zum Ernten müssen die Schalen hellbraun sein“, klärt Andrejewski auf. Hier bekommen sie weniger Wärme als in Griechenland. Das fehlt jetzt auf den letzten Metern beim Reifeprozess. Ob sie noch reif werden, bleibt abzuwarten. Da es sich um einjährige Pflanzen handelt, können die weißen Bohnen als Saatgut fürs nächste Jahr genutzt werden. 

Erst wenn die Schoten braun sind, sind die griechischen Bohnen reif.

Gar nichts tun mussten die Gärtner für ein anderes Gemüse in ihrem Garten: Überall auf dem Rasen sprießen nach den ausgiebigen Regenfällen die Champignons aus dem Boden. Bequemer geht es nicht.

Damit auch die Vögel „ernten“ können, hat Andrejewski Sonnenblumen zwischen die Äste seines Pflaumenbaums gesteckt. Dort können sie die Sonnenblumenkerne picken. 

Die meisten Blumen sind jetzt verblüht – wie zum Beispiel die Hortensien. Während Willi Andrejewski die winterfeste Pflanze erst im Frühjahr stutzt, schneidet Wolfgang Krix jetzt die Blüten ab. „Die Äste werden im Frühling abgeschnitten, aber nicht zu spät, sonst treibt die Pflanze bereits aus, und später wundert man sich, warum sie keine einzige Blüte trägt.“ 

Dahlien oder Calla dagegen müssen jetzt ausgebuddelt werden und frostsicher untergebracht werden. Im Frühjahr werden sie wieder eingepflanzt. „Sieht schön aus, macht aber Arbeit“, sagt Krix. 

Auch Ziergräser wie Pampasgras bekommen jetzt einen Radikalschnitt verpasst. Damit sie im nächsten Jahr wieder üppig wachsen, müssen sie bis zum Boden runtergeschnitten werden. „Die Pflanzen verrotten schlecht, deshalb sollte man sie nicht in den Kompost geben, sondern besser zum Wertstoffhof bringen“, rät Willi Andrejewski, „oder als Packlage ins Hochbeet.“ 

Das hat er jetzt gebaut, um das Gärtnern im kommenden Jahr rückenschonender zu machen. „Der Boden wird mit Hasendraht gegen Mäuse gesichert, dann kommen grobe Äste und Grünzeug, Aussaaterde oder Mutterboden. Durch Verrottung entsteht Wärme, so kann man früh Radieschen oder Salat ziehen.“ 

Die Lupinen gräbt Wolfgang Krix mit unter, sobald der Boden etwas abgetrocknet ist.

War der Sommer viel zu trocken, so kämpfen die Gärtner nun mit einem Zuviel an Regen. „Aber wir brauchen den Regen“, sagt Wolfgang Krix. Mit dem Umgraben seiner Beete muss er warten, bis der schwere Lehmboden abtrocknet. Er hat tief wurzelnde Lupinen gesät, damit sich der Boden erholen kann. 

Anschließend werden sie mit umgegraben, damit Nährstoffe nach oben kommen. Sein Kollege Willi Andrejewski dagegen lockert den Boden nur auf, weil das Umgraben die Kapillarröhrchen zerstört, in denen das Wasser hochsteigt. „Umgegrabenes Land trocknet schneller aus“, lautet seine These. Genug Stoff für Diskussionen unter Hobbygärtnern also. 

Der Rasen, der dank Regen mittlerweile wieder satt grün leuchtet, wird ein letztes Mal mal geschnitten. Und danach regelmäßig das heruntergefallene Laub entfernt. Kompost wird ins umgegrabene Beet verteilt, und in einen anderen Behälter umgehoben, wo er ruhen kann. „Das ist der beste Dünger, den es gibt“, findet Wolfgang Krix. 

Jetzt ist auch die Zeit, um mit den Nachbarn Samen zu tauschen – etwa von Ringelblumen, Tagetes oder Malven – oder von Bodendeckern Stücke abzuteilen. „So kommt man kostenlos zu neuen Pflanzen“, empfiehlt Andrejewski. 

Wer hofft, sich am Ende der Saison zurücklehnen zu können, weil nichts mehr zu tun ist, der wird von Wolfgang Krix eines Besseren belehrt: „Jetzt ist die Zeit, alle Gartengeräte gründlich sauber zu machen, den Rasenmäher durchzusehen und alle Arbeiten zu erledigen, für die im Sommer keine Zeit war.“ Langeweile kommt also bei einem Gärtner auch nach der Saison nicht auf.

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