Friseure bleiben weiter geöffnet: Haarschnitt ja, Augenbrauen nein

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Gute Stimmung im Salon von Frank Wiesner in der Fußgängerzone: Noch kommen viele Kunden, um sich die Haare machen zu lassen. „Wir versuchen, den Betrieb so lange wie möglich aufrechtzuerhalten,“ sagt Wiesner.

Bönen – Während alle Einzelhandelsgeschäfte gestern schließen mussten, die nicht der Grundversorgung dienen, dürfen Friseure weiterhin öffnen, obwohl sie bei ihrer Arbeit nahen Körperkontakt zu ihren Kunden haben. Kommen die Kunden weiterhin oder verzichten sie auf einen Haarschnitt?

„Am Dienstag war der Laden noch sehr voll, heute ist es etwas ruhiger“, berichtet Liselotte Tuschy vom Salon Haarmoden Stephanie unter dem Dach von Rewe Karwoth. Dennoch hat das Team gut zu tun. Viele Kunden rufen an, ob wir überhaupt da sind. Wenn sie hören, dass wir geöffnet haben, sagen die meisten, dass sie kommen. 

Wir sind selbst sehr überrascht, dass wir Friseure jetzt als systemrelevant gelten und weiter öffnen dürfen. Damit hätte ich nicht gerechnet. Wie sind ja sehr nah am Kunden dran. Andererseits sind wir aber sehr froh, dass wir weiterhin arbeiten können. Das bedeutet schließlich die Existenz eines kleinen Ladens. Ich bin da etwas zwiegespalten.“ 

Einerseits stehe natürlich die Furcht im Raum, dass sie nicht wisse, ob jemand Corona hereintrage. Sie selbst gehöre als Rheumakranke zur Risikogruppe, deshalb sei sie besonders vorsichtig. Mehr als fünf Personen sollen sich nicht in dem kleinen Friseurladen aufhalten. 

Ein geforderter Mindestabstand von einem bis eineinhalb Metern zwischen Kunde und Friseur sei aber nicht einzuhalten. „So lange Arme hat niemand.“ Im Gesicht arbeite das Team nicht mehr. Wimpern färben, Augenbrauen zupfen oder Bart schneiden wird aus Sicherheitsgründen nicht mehr angeboten. 

Im Salon Haarmoden Stefanie gilt: Haarschnitte gibt es weiterhin, Behandlungen im Gesicht nicht.

Frank Wiesner, Inhaber des Friseurgeschäfts an der Fußgängerzone ist froh, dass die Friseure als unverzichtbare Dienstleister weiter arbeiten können. „Solange ich arbeiten darf, verdiene ich mein täglich Brot“, sagt Wiesner, der sich, wenn es eben geht, nicht auf Unterstützungen von Vater Staat verlassen möchte.

„Wir versuchen, so lange wie möglich aufzulassen, schließlich laufen die Kosten ja weiter. Aber mir tun die Kollegen in anderen Branchen leid, die jetzt ihre Läden schließen müssen.“ Absagen hat es bis jetzt in seinem Geschäft nur wenige gegeben. „Das sind vor allem ältere, ängstliche Menschen.“ 

Ansonsten haben der Friseur und seine Mitarbeiterinnen gut zu tun. Angst, sich anzustecken hat Wiesner nicht. „Wir benutzen Desinfektionsmittel und waschen uns noch mehr als sonst die Hände.“ 

Der Friseurladen Susanne Schulte und Team an der Bahnhofstraße 81-85 ist einer von insgesamt acht Läden der Kette. „Wir öffnen so lange wir können“, sagt die Betriebsleiterin Sandra Taler-Kudlek. „Es ist nicht so viel wie sonst zu tun, aber die Kunden kommen noch. Wir machen keine Termine, also müssen wir gucken, wer wann kommt.“ 

Kunden werden nicht mehr direkt nebeneinander gesetzt und die Plätze werden jedes mal desinfiziert. „Was wir aber nicht mehr anbieten, ist zum Beispiel Augenbrauen zupfen und alle Behandlungen im Gesicht. Da würden wir zu nahe am Kunden arbeiten. Das ist auch im Sinne unserer Kunden. Ansonsten arbeiten wir ja eher hinten am Hinterkopf des Kunden, das ist in Ordnung.“

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