Bönener Floristin gibt Pflegetipps für den Weihnachtsstern

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Christa Ahrned-Jacobs und Petra Schwaiger von Petras Blumenlädchen in Nordbögge wissen, wie die Pflanze die Festtage in voller Pracht übersteht.

Bönen – Wenn im Advent draußen alles grau und kahl, wird, holen sich die Menschen gerne etwas Grünes ins Haus. Obligatorischer Festschmuck ist natürlich die Tanne. Mittlerweile hat aber auch der Weihnachtsstern seinen festen Platz in der Adventsdekoration. Wie er lange schön bleibt und vielleicht sogar ein Leben jenseits der Weihnachtszeit führen kann, weiß Christa Ahnert-Jacobs von Petras Blumenlädchen in Nordbögge.

Klassisch hat der Weihnachtsstern rote Blätter. „Rot ist einfach die Adventsfarbe“, sagt die Floristin. Und deshalb gehe der rote Stern immer noch am häufigsten über die Ladentheke. Dabei gibt es die Zierpflanze mittlerweile in vielen verschiedenen Tönen, in Weiß, Creme, Rosa und sogar lachsfarbend. „Es gibt viele neue Sorten“, weiß die Fachfrau. Ihr Favorit ist in diesem Jahr ein dicht gewachsener Stern mit blassrosa Blättern. 

Es sind übrigens nicht die Blüten, die in verschiedenen Farben wachsen. Die sitzen gelblich-grün in der Mitte der bunten Blätter und öffnen sich etwa ab November. Während die meisten Pflanzen Insekten mit leuchtenden Blüten zum Bestäuben anlocken, sind es beim Weihnachtsstern eben die farbigen Blätter, die Bienen und Co. den Weg zu den vergleichsweise kleinen Blüten weisen. Wie andere Laubbäume wirft der Euphorbia pulcherrima, so der botanische Name, im Herbst die grünen Blätter ab. „Auf Kuba habe ich mannshohe Weihnachtssterne gesehen, die nur noch die roten Blätter hatten“, erzählt Christa Ahnert-Jacobs. 

Das Wolfsmilchgewächs ist nämlich eigentlich keine Topfplanze, sondern ein langlebiger, immergrüner Strauch aus Mittel- und Südamerika. Auch in tropischen und subtropischen Gefilden fühlt sich der Weihnachtsstern wohl, zum Beispiel auf der Blumeninsel Madeira oder den kanarischen Inseln. „Man muss bedenken, wo er herkommt“, sagt die Floristin. „Kälte mag er zum Beispiel gar nicht.“ Deshalb sollte er nicht auf der kalten Fensterbank stehen, wo er womöglich noch Zugluft von den Seiten bekommt. 

So fühlt sich der Weihnachtsstern wohl

Besser ist laut der Fachfrau ein warmes Plätzchen, allerdings nicht unbedingt in der prallen Sonne. „Gießen sollte man ihn mit lauwarmen oder abgestandenem Wasser“, rät sie. „Und man sollte ihn lieber etwas ab-, aber nicht austrocknen lassen.“ Wer Katzen, Wellensittiche oder andere Haustiere hat, sollte darauf achten, dass sie nicht an den Blättern oder Stängeln knabbern. Der weiße Milchsaft, der in der Pflanze steckt, ist giftig und kann für kleine Tiere gefährlich werden. Bei empfindlichen Menschen reagiert eventuell die Haut gereizt auf den Saft. 

Bei uns haben die Poinsetties, wie sie ebenfalls genannt werden, in der Regel ein kurzes Leben. Spätestens wenn die Christbaumkugeln abgeräumt und verstaut werden, laden die meisten im Müll oder auf dem Kompost. Dabei können sie durchaus mehrere Jahre Freude bringen. „Ich habe meinen Weihnachtsstern einfach nach draußen gestellt“, berichtet Christa Ahnert-Jacobs. 

Nach der Blüte sollte er dann in einen größeren Topf umgepflanzt und zurückgeschnitten, die alten Blüten entfernt werden. Frost darf er natürlich nicht bekommen. Die Eisheiligen im Mai sollten die Hobbygärtner deshalb abwarten, bevor sie für den Exoten einen Platz auf der Terrasse oder dem Balkon finden.

 Im Herbst muss die Pflanze rechtzeitig ins Haus geholt werden – möglichst, bevor das Thermometer unter zehn Grad Celsius zeigt. Dort sollte der Stern stundenweise ins Dunkle gestellt werden, damit er die farbigen Blätter ausbildet. „Die Pflanze muss merken, dass die Tage kürzer werden“, so die Floristin. Wer also pünktlich zum Advent wieder einen prunkvollen, roten Christstern haben möchte, sollte ihn sechs Wochen, bevor die erste Kerze am Kranz angezündet wird, in den Keller oder einen ähnlich dunklen Raum stellen. Steht der nicht zur Verfügung, hilft ein Karton, der am Nachmittag über die Pflanze gestülpt wird.

Am 12. Dezember ist Poinsettia Day

Francisco Hernandez de Toledo, Naturforscher und Arzt in Diensten des spanischen Königs Philipp II., entdeckte den Weihnachtsstern in der Mitte des 16. Jahrhunderts im heutigen Mexiko. Anfang des 19. Jahrhunderts kam das Wolfsmilchgewächs dann als Zierpflanze in die USA, eingeführt von dem amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Poinsett. Ihm verdankt der „Euphorbia pulcherrima“ seinen Zweitnamen: Poinsettie. Bereits 1804 brachte Alexander von Humboldt die Pflanze auch nach Europa. Die deutsche Auswandererfamilie Ecke machte sie zunächst aber in den USA als Weihnachtsstern bekannt, weil sie das Freilandgewächs auch in der Weihnachtszeit an den Mann bringen wollte. In den USA gibt es seit 2002 einen eigenen Poinsettia Day, der an die Verdienste der Familie Ecke sowie den Namensgeber Poinsett erinnern soll. Am 12. Dezember schenken die Amerikaner ihren Lieben einen kleinen Weihnachtsstern.

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