Bönener Chöre: Die Stimmen aus Flierich 

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Die Mitglieder des Evangelischen Kirchenchores in Flierich haben ihre Chorleiterin Urte Viebahn (ohne Stuhl) in ihre Mitte genommen. Im kommenden Jahr feiert der Chor Jubiläum.

Bönen - Die verschiedenen Chöre der Gemeinde Bönen stehen im Mittelpunkt unserer neuen Serie. Den Anfang macht der Evangelische Kirchenchor Flierich. 

„Wo sitzen die Stimmen in Flierich? Es muss doch genug Leute geben, die singen können!“ So hatte sich im Jahre 1970 Diakon Eberhardt Fuchs von der Evangelischen Kirchengemeinde Flierich lautstark zu Wort gemeldet. Er konnte sich nicht mehr damit abfinden, dass es wohl in seinem Umfeld Chöre genug gab, aber eben keinen Kirchenchor mehr in seinem Dorf. Damit beginnt die Geschichte des Evangelischen Kirchenchores in Flierich, den wir heute zum Auftakt unserer neuen Chor-Serie vorstellen.

Einen evangelischen Kirchenchor, der von den Lehrern Gustav Oberhagemann beziehungsweise Waldemar Langer geleitet worden war, hatte es zwar schon vor 1970 gegeben. 

Familie Fuchs machte den Anfang

Aber damals war eben eine Unterbrechung eingetreten und es war nicht verwunderlich, dass die Initiative zur Neugründung von der Familie Fuchs ausging, wie die Fliericherin Ilse Neuhaus sagt. Bot doch Eberhardt Fuchs mit seiner Frau Hanna und den Kindern mit Gesang und Instrumentalmusik sozusagen ein musikalisches Zentrum in der südlichen Dorfgemeinde.

So war Hanna Fuchs im Jahre 1969 mit der Gründung der Realschule Bönen vom damaligen Schulleiter Erwin Gerstmann als Musiklehrerin engagiert worden, eine Aufgabe, die sie mit Freude übernahm und an die sich noch viele Ehemaligen der ersten Stunde gern erinnern.

Der Erfolg des Fuchsschen Aufrufs war zunächst bescheiden. Man erinnert sich: Ein Tenor, ein Bass, zwei Alt- und sechs Sopranstimmen waren die erste Ausbeute. Immerhin war ein Anfang gemacht, und es dauerte nicht lange, bis das kleine Häuflein durch fleißiges Werben und gelungene Auftritte auf gut 30 Sänger angewachsen war. Damit hatte sich die Frage nach den Stimmen erübrigt beziehungsweise bewahrheitet.

Urte Viebahn seit 2009 Chorleiterin

Ein Wohnortwechsel der Familie Fuchs erforderte eine neue Chorleitung. 1981 trat Doris Harting auf den Plan, die später auch den Männerchor Bramey-Lenningsen-Flierich leitete. Sie ist bis heute noch als aktive Sängerin dabei. Ab 2001 übernahm die Organistin in der Fliericher Kirche, Sarah Renelt, das Amt. Mit Beginn des Jahres 2009 wurde sie von Urte Viebahn abgelöst, die sich bis heute um die 16 noch verbliebenen Chormitglieder kümmert, deren Alter von 56 bis 84 Jahren reicht.

Doris Harting und Ilse Neuhaus sind von Anfang an dabei. Sie können mit dem Chor im nächsten Jahr das 50-jährige Jubiläum feiern. Übrigens ein Datum, das den Chormitgliedern kaum bewusst zu sein schien – so wenig spielen diese Zahlen in dieser quicklebendigen und frohen Gemeinschaft eine Rolle.

Man hofft dort eher auf eine weitere Zeit gemeinsamen Singens, das sich dem Lobe Gottes verschrieben hat, womit man den Grundgedanken und den Antrieb des Chores ziemlich genau erklären kann.

Nachwuchs immer willkommen

Die gemeinsamen Auftritte gestalten sich noch recht vielfältig. Vor allem die zahlreichen Anlässe im Kirchenjahr wie die Festtage, Erntedank oder Jubelkonfirmationen bieten dazu genug Gelegenheit, erfordern allerdings auch ein großes Repertoire. Hinzu kommen private Einladungen, die natürlich ebenso gern akzeptiert werden. Das alles geht einher mit „einer verlässlichen Probenteilnahme“, wie Chorleiterin Viebahn betont. Sie ist sichtlich stolz auf ihren Chor.

Es gibt ab und zu auch Überlegungen hinsichtlich gemeinsamer Auftritte mit anderen Gemeinschaften oder instrumentaler Begleitung. Die wichtigste Frage lautet jedoch: Wie kommen wir nochmals an neue Sänger heran?

Den Mut hat man bei dieser sangesfreudigen Truppe nicht verloren. Wir müssen uns nur an die Anfangsfrage von Eberhardt Fuchs erinnern. Mit Sicherheit gibt es in Flierich die eine oder den anderen, die sich dem Chor anschließen möchten. Sie werden gern bei den Proben mittwochs um 19.30 Uhr im Alten Bahnhof in Lenningsen gesehen – und gehört.

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