Bönener Chatterhat-Hilfe betreut 64 Kinder

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Die Mitglieder der "Hilfe für Kinder in Chatterhat - Indien" freuen sich, dass inzwischen viele ihrer Zöglinge ein erfolgreich  Leben führen.

Bönen – Die Corona-Krise nahm bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Hilfe für Kinder in Chatterhat – Indien“ am Samstag breiten Raum ein: Das galt sowohl für die 17 Teilnehmer, die sich dazu im Pfarrheim Sankt Bonifatius trafen, wie für die Kinder in Indien selbst. Trotz aller Hindernisse zeigten die Jahresberichte aber hervorragende Ergebnisse der ehrenamtlichen Arbeit in Chatterhat auf.

Schnell waren die erforderlichen Regularien erledigt, dann folgten die Berichte, die das Wirken des Vereins anschaulich machten: Schriftführer Andreas Hiersemann, der im Januar noch mit dem Vorsitzenden Martin Otto und Neu-Mitglied Donata Friedrich in Indien war, stellte sowohl die Zahlen, als auch die jüngsten Erlebnisse aus Indien vor: Derzeit begleitet der Verein 64 Kinder, die über Voll- und Teilpatenschaften versorgt werden. Viele dieser Paten leben in Bönen und Umgebung. 

Von den betreuten Mädchen und Jungen leben 42 im Kinderdorf Asharam, 22 weitere werden auswärtig betreut. Sie absolvieren weiterführenden Ausbildung oder ein Studium. 48 ehemalige Schützlinge des Vereins stehen heute inzwischen erfolgreich im Leben. Wie sich diese Kinder aus ärmsten Verhältnissen durchsetzen, machte Hiersemann anhand einer Schilderung über ein Ehemaligentreffen während seiner Reise deutlich: Zwei frühere Zöglinge arbeiten inzwischen erfolgreich im Hotelgewerbe, ein anderer leitet als Koch bei der Armee täglich die Versorgung von 600 Kameraden.

Zehn Mädchen und Jungen in Patenschaften vermittelt

 Hiersemann erklärte auch die Auswahl der zu fördernden Kinder: „Für die Förderung wählen wir Sozialwaisen aus, die ohne die Unterstützung ganz verloren wären.“ So wurden in diesem Jahr neue Kinder in die Betreuung aufgenommen, darunter ein vierjähriges Mädchen, dessen Eltern geistig behindert sind, eine Fünfjährige, deren Mutter tot und der Vater an Lepra erkrankt ist, oder ein Siebenjähriger, der als Vollwaise im Familienverbund lebte. Alleine im ersten Quartal des Jahres konnten so zehn Mädchen und Jungen in Patenschaften vermittelt werden. „Das liegt bei uns auch daran, dass wir echte Patenschaften mit ganz konkreten Kindern haben“, so Hiersemann. Bei anderen Organisationen gebe es Beispielfälle, und dann soll gespendet werden. Bei der Chatterhat-Hilfe könnten die Paten das Kind hingegen persönlich kennenlernen. Und das gelte selbst bei Teilpatenschaften. 

Der Vorsitzende Martin Otto stellte den Mitgliedern anschließend die Schwestern vor, die jetzt vor Ort Ansprechpartnerinnen für die Schule und den Kindergarten sind: Schwester Dr. Marina ist neue Schulleiterin und Schwester Cordula hat die Kita-Leitung inne. Durch die hinduistisch-fundamentalistische Regierung würden die Aktivitäten der Kirche zwar mit Argwohn verfolgt, doch die Schwestern hätten die Situation und die Betreuung der Kinder gut im Griff. 

Neumitglied Donata Friedrichs lieferte schließlich einen packenden, authentischen Bericht einer „Neuen“, die im Januar erstmals in Indien war: Sie habe schnell gemerkt, dass zwischen den Bildern und den Erfahrungen vor Ort immer riesige Unterschiede seien. Die Begrüßung sei sehr herzlich gewesen und die Kinder sofort voller Freude und Neugier auf sie zugekommen. Ein großes Picknick habe sich als echtes Event entpuppt. Die teilweise gesehene, existenzielle Armut sei erschreckend und das Ehemaligentreffen, mit früher unterstützen Kindern, die heute erfolgreich im Leben stünden, sei sehr ermutigend gewesen.

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