Bönener Bodelschwingh-Haus dient als Treffpunkt der Kulturen

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Der Kuchen lockte am Mittwochabend alle Besucher in die Küche des Fritz-von-Bodelschwingh-Hauses.

Bönen - Kaum wurde gemeldet, dass in der Küche Kuchen bereit steht, gab’s kein Halten mehr. Zuerst natürlich die Kinder, aber auch die Erwachsenen saßen bald friedlich vereint um den Küchentisch. Am Mittwochabend waren knapp 20 Teilnehmer zum „Treffpunkt der Kulturen“ ins Bodelschwingh-Haus gekommen.

Einmal in der Woche, jeweils mittwochs um 19 Uhr, treffen sich dort Migranten aus aller Herren Länder in zwangloser Runde zu gemeinsamen Gesprächen. Bärbel Förster und Wolfgang Werner vom Verein „Zuflucht.Bönen“ bilden sozusagen den organisatorischen Überbau. Die Detailarbeit allerdings liegt in den Händen von Mazin Al Husseini und seiner Tochter Jwana Al Husseini. Die Familie kommt aus Syrien und lebt seit einiger Zeit in Bönen. 

Besonders Jwana ist äußerst angetan von ihrer Aufgabe, kann sie doch ihre zahlreichen Begabungen effektiv für andere einsetzen. Die Schülerin der Klasse zehn des Marie-Curie-Gymnasiums, die neben Arabisch und Kurdisch auch Englisch, Spanisch und jetzt eben schon sehr gut Deutsch spricht, unterstützt nicht nur ihren Vater bei seinen Aufgaben für das Programm des Abends. Aufgrund ihrer Sprachbegabung leistet sie vielfach Hilfestellung für alle Migranten. 

Plattform fördert Sprachkenntnisse 

Seit September gibt es den Treffpunkt der Kulturen. Anfangs 14-tägig im Treffpunkt Go in, wechselte der Standort aus organisatorischen Gründen. Treffpunkt ist nun wöchentlich das Gemeindehaus an der Niemöller Straße. Die Idee stammt von Bärbel Förster, die sich eine Plattform für ein Miteinander unterschiedlicher Kulturen von Zugewanderten vorgestellt hatte. 

Zunehmend kommen auch Einheimische dazu, sodass ein lebendiger Austausch stattfinden kann. Das Kennenlernen unterschiedlicher kultureller Eigenarten und anderer Besonderheiten kommt in erster Linie dem Spracherwerb zugute. Karten- und Gesellschaftsspiele, bei denen sich die Kinder schon mal auf deutsch „in die Haare kriegen“ stehen neben der Musik hoch im Kurs – auch dank Jwana Al Husseini, die neben Geige auch Klavier spielt. 

Das gemeinsame Essen – immer ein zentrales, das Miteinander fördernde Ereignis –, das bisher mitgebracht wurde, soll in Zukunft in der Küche gemeinsam vorbereitet werden. Auf einen festen Ablauf der Abende habe man bislang bewusst verzichtet, betont Wolfgang Werner vom Verein „Zuflucht.Bönen“. Wenn es allerdings gelänge, verstärkt Bönener Gruppen mit einzubinden, könnten auch verschiedene Themen schon gezielter angegangen werden. Schließlich gebe es noch manches Problem zu lösen. Daher wäre es gut, wenn die Zahl von bisher etwa 20 Prozent deutscher Teilnehmer noch steigen würde. 

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