Zauberrosen und Piccolo-Sekt

Bei den Bönener Blumenhändlern herrscht am Valentinstag reger Betrieb

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Kristina Koch und Claudia Steinkuhl im Blumenkästchen im Kaufhaus Gröblinghoff.

Bönen - Es gibt Augenblicke, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück Brot. Das wusste schon der Lyriker Rainer Maria Rilke. Der Valentinstag ist für viele Menschen so ein Moment: die passende Gelegenheit, einem geliebten Menschen zu sagen, wie viel er einem bedeutet – gern durch die Blume. Daher haben die Bönener Blumenhändler am Donnerstag alle Hände voll zu tun. 

Am häufigsten geht dabei noch immer die Rose über den Ladentisch. Sie ist noch die Nummer eins unter den Geschenken zum Valentinstag.

Petra Schwaiger hat sich entsprechend vorbereitet und diesmal deutlich mehr Rosen, aber auch andere Schnittblumen für ihr Geschäft, „Petras Blumenlädchen“ in Nordbögge, beim Großhändler gekauft. „Die rote Rose ist zwar immer noch das gängigste Geschenk, der Trend geht aber zu niedlichen Sträußen, kleinen Pflanzungen oder Blumen in Herzform“, hat die Floristin festgestellt.

Petra Schwaiger hat reichlich Rosen eingekauft.

Um alle Kundenwünsche erfüllen zu können, hat Petra Schwaiger eine Sonderschicht eingelegt und bereits etliche Gebinde und Arrangements vorbereitet. Die Kunden können sich aber selbstverständlich noch individuelle Sträuße binden lassen, etwa aus den Lieblingsblumen des Partners. Beim Einkauf dafür musste Petra Schwaiger tiefer in die Tasche greifen als sonst.

Blumen derzeit teurer als sonst

 „Das ist leider so. Vor dem Valentinstag sind die Blumen teurer, genau wie beim Muttertag“, bedauert die Nordböggerin. Dass diese Tage nur erfunden wurden, um die Blumenhändler reich zu machen, wie manche behaupten, sieht sie jedoch nicht so. „Viele kennen die Geschichte des Heiligen Valentin nicht. Er soll Liebespaare trotz des Verbots der Kirche verheiratet haben“, erzählt sie. 

An solchen Gedenktagen die Liebsten zu beschenken, sei einfach eine schöne Geste. Sie selbst bedenkt ihren Mann jedes Jahr am 14. Februar mit einer Kleinigkeit. „Es kommt nicht auf die Größe oder Menge an, sondern darauf, was dahinter steht.“ In „Petras Blumenlädchen“ sind es vor allem Männer, die nach dem passenden Präsent für ihre Liebesbotschaft suchen, Frauen wählen andere Mitbringsel, vermutet Petra Schwaiger.

 „Wir haben ganz viele romantische Männer in Bönen“, bestätigt auch ihre Kollegin Bibi Theiler. In ihrem Geschäft „Zauberblume“ an der Bahnhofstraße würden aber durchaus auch Frauen am Valentinstag Blumen kaufen. Und nicht alle Geschenke sind am Valentinstag für die Partner bestimmt. „Manche kaufen etwas für ihre Mütter oder für die beste Freundin“, so Bibi Theiler. 

"Zauberrosen" stehen hoch im Kurs

Bibi Theiler erwartet großen Ansturm.

In der „Zauberblume“ waren gestern den ganzen Tag über vier Mitarbeiterinnen damit beschäftigt, Sträuße zu binden und Gestecke zu arrangieren, um für den erwarteten Ansturm gerüstet zu sein. Vor allem „Zauberrosen“ stehen heute hoch im Kurs, üppige Rosen, die mit Bändern und Perlen zu kleinen Kunstwerken werden. „Die sind nach wie vor der Renner“, erzählt die Floristin. „Sie sind etwas Besonderes und halten sehr lange.“ 

Überhaupt würden die Kunden viel Wert auf Originalität legen. „Es soll schon etwas Ausgefallenes sein“, gibt Theiler die Wünsche ihrer Kunden wieder. Zum Tag der Liebenden sind in ihrem Geschäft Rosen sehr beliebt, und zwar nicht nur die roten. „Ich kaufe vorher wahnsinnig viele ein, in allen Farben“, erzählt sie. Den deutlich höheren Preis, den der Großhändler dafür verlangt, könne sie jedoch nicht komplett an die Kunden weitergeben. 

„Wir kalkulieren heute anderes, sonst würde kaum einer eine Rose bei uns kaufen“, erklärt Theiler. Neben Blumen bietet die Inhaberin Schmuckstücke wie Armbänder und Ketten in ihrem Laden an. Die werden zu solchen Gelegenheiten ebenfalls gerne genommen, berichtet sie. Jedes Geschenk – ob blumig oder nicht – bekommt dort heute eine kleine Papierrolle mit der Geschichte des Heiligen Valentin angehängt. „Damit die Leute auch wissen, was hinter dem Valentinstag steckt“, sagt Bibi Theiler. 

Auf Spontankäufe gut vorbereitet

Zur Ruhe kommen sie und ihre Mitarbeiterinnen an diesem Tag wohl kaum. „Das fing schon früh morgens an. Und richtig voll wird es, wenn die Männer alle Feierabend haben. Dann springen sie auf dem Heimweg noch schnell zu uns rein, um ein Geschenk für ihre Frau oder Freundin zu besorgen.“ Auf solche Spontankäufe sind die Mitarbeiterinnen im Blumengeschäft von Andrea Koch im Kaufhaus Gröblinghoff gut vorbereitet. 

Schon vor Tagen haben sie angefangen, Topfpflanzen nett einzupacken und zu dekorieren. Ihr Geschenktipp in diesem Jahr: ein Karton in Herzform, der mit einer Topfblume und einer Piccolo-Flasche Sekt gefüllt ist. Zu haben ist er in einem zarten Rosa oder in einem leidenschaftlichen Rot – der Farbe der Liebe eben.

Gewappnet sind die Floristinnen außerdem für die zahlreichen „Rosenkavaliere“, die erfahrungsgemäß im in den kommenden Stunden im Geschäft auftauchen. „Der Tag wird ja weltweit heute gefeiert. Und da bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Schon die Produzenten ziehen die Preise an, und der Großhändler muss ebenso mehr bezahlen wie wir“, sagt Mitarbeiterin Kristina Koch. 

Trotz der höheren Preise findet sie es schön, anderen Menschen am Valentinstag eine Freude zu machen. „In den USA ist es zum Beispiel üblich, allen etwas zu schenken. Bei uns in Deutschland schenken sich ja hauptsächlich die Lebenspartner etwas. Es kommt seltener vor, dass jemand noch etwas für eine nette Freundin holt, um sich vielleicht bei ihr für die Freundschaft zu bedanken.“

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