Bönener begeht im Alkoholrausch mehr als 13 Straftaten

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13 Straftaten eines 54-jährigen Böneners - von versuchter Körperverletzung bis Beleidgung und Trunkenheitsfahrt  - wurden jetzt am Amtsgericht Unna verhandelt.

Bönen/Unna – Der Alkohol führte in der Vergangenheit Regie im Leben eines 54-jährigen Böneners. Er trank täglich und hatte jegliches Maß verloren. In diesem Zustand wurde er zum Zeitgenossen unangenehmster Art, pöbelte, beleidigte, fuhr mit dem Auto oder Motorrad und wurde sogar gewalttätig. Das alles hatte nun ein juristisches Nachspiel vor dem Schöffengericht in Unna.

Sein Leben lag als ein großer Scherbenhaufen vor ihm. Das Gefühl, in jeder Hinsicht gescheitert zu sein, nagte an ihm und machte ihn depressiv. Die Kontrolle hatte er komplett verloren. Lediglich der Alkohol bot ihm, der seit Jahren süchtig war, trügerischen Halt. 

Seinen Frust bekamen andere, völlig fremde Menschen zu spüren. Und das auf drastische Weise. Zwischen Mai 2018 und Januar 2019 kam es zu neun Beleidigungen, einer Trunkenheitsfahrt und einer Straßenverkehrsgefährdung inklusive Unfall. Ganz davon abgesehen, dass er keinen Führerschein besaß. 

Auch machte er sich einer versuchten Körperverletzung schuldig. Wobei er beim Begehen der 13 Straftaten zum größten Teil nur vermindert schuldfähig war. Konkret beschimpfte er eine Jugendliche, die das Pech hatte, an seinem offenen Fenster vorbeizugehen, massiv und warf eine Bierflasche in ihre Richtung. Zum Glück verfehlte das Wurfgeschoss sein Ziel. 

Er beleidigte Fahrgäste und eine Zug-Kontrolleurin, beschimpfte immer wieder Polizeibeamte, ihm völlig unbekannte Besucher einer Gaststätte und den Pförtner eines Krankenhauses. Er war mit dem Motorrad auf der Bahnhofstraße unterwegs, fuhr auf ein Auto auf und sorgte für fast 1800 Euro Fremdschaden. Bei anderer Gelegenheit befuhr er mit seinem Wagen unter anderem die Oststraße. Und bei allen Taten dürfte er mindestens zwei Promille im Blut gehabt haben.

Angeklagter beschämt von den eigenen Taten

Ende Januar sollte er bereits in Unna auf der Anklagebank sitzen – und erschien nicht zum Termin. Das bescherte ihm rund zweieinhalb Monate U-Haft, die ihre Wirkung nicht verfehlte. Im wahrsten Sinne des Wortes ernüchtert stellte er sich am Donnerstag seinem Verfahren. 

Zwar konnte er sich, wie er betonte, an keinen einzigen Vorfall erinnern, doch in Abrede wollte er seine Taten auch nicht stellen. Vielmehr entschuldigte er sich bei der Bahn-Kontrolleurin und zeigte sich auch ansonsten über sich selbst erschüttert. 

Immer wieder schlug er die Hände beschämt vor sein Gesicht, wenn Zeugen schilderten, was er sich damals in Bönen und Umgebung zu Schulden kommen ließ. Der Angeklagte brachte es offen auf den Punkt: „Ich bin natürlich entsetzt über die Dinge, die aus meinem Mund gekommen sind und die Taten, die ich begangen habe.“ 

Die Zwischenfälle titulierte Richter Jörg Hüchtmann als „unterste Kategorie“. Jedoch sah er auch die besondere Situation, die verminderte Schuldfähigkeit und die Hafterfahrung. Der Bönener wurde zu 18 Monaten Haft auf Bewährung, 150 Sozialstunden und drei Jahren Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis verurteilt. „Das ist eine Chance – aber nutzen müssen Sie die“, so Hüchtmann.

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