Dank guter Böden: Bönener Ernte bleibt stabil

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Bei schönstem Sommerwetter konnte die Getreideernte eingebracht werden. Die Bönener Landwirte sind mit dem Ergebnis zufrieden.

Bönen – Auf den Feldern rund um Bönen waren zuletzt überall Mähdrescher zu beobachten. Die Ernte stand an, die Getreideerträge sind weitgehend eingefahren – und die Landwirte in der Gemeinde ziehen zufrieden Bilanz. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, meint Volker Gräfingschulte, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Bönen-Ost.

Das Wetter trieb den Bauern auch in diesem Jahr zeitweise Sorgenfalten auf die Stirn. Am Ende stand aber ein ordentliches Anbaujahr zu Buche, wie auch Christian Möllmann als Vorstand des Ortsvereins Bönen bilanziert. Hier vor Ort profitieren die Agronomen weiter von ihren guten Böden.

„Die Situation ist fast die gleiche wie in den Vorjahren. Wir haben relativ gut geerntet in der Gegend. Wir können uns nicht beklagen“, sagt Möllmann. „Wenn unsere Böden nicht in der Lage wären, eine gewisse Menge Wasser zu speichern, sähe das anders aus“, pflichtet ihm Gräfingschulte bei.

Ernte im Kreis fällt sehr unterschiedlich aus

Das ist nicht überall so, wie Hans-Heinrich Wortmann, aus Kamen stammender Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, mitteilt: „Es gibt Flächen, auf denen haben wir Bauern richtig gut geerntet, aber auch Flächen, da fiel die Ernte mehr als mager aus.“ Gräfingschulte spricht von einer durchaus vorhandenen „Schwankungsbreite“. Das Problem ist weiterhin die Trockenheit, was besonders Böden mit hohem Sandanteil zu schaffen macht, wie sie beispielsweise in Hamm in Sandbochum zu finden sind.

In Bönen hat der Untergrund einen hohen Lehmanteil, der Feuchtigkeit besser und länger hält. „Wir hatten einen Winter mit ordentlichen Wassermengen“, ruft Gräfingschulte ins Gedächtnis. Die Böden konnten ihre Speicher wieder aufladen. Das war auch nötig, denn es folgte im Frühjahr eine recht abrupt einsetzende Trockenheit.

Gerste stark, Raps schwächelt

Den Ertrag bei der Gerste, die als erste geerntet wird, beschreibt Möllmann als „gut bis sehr gut“. Der Raps war laut Gräfingschulte „leicht schwächelnd“. Raps sei hochintensiv und leide derzeit unter einer Schädlingsbelastung und einem schlechten Preis, erklärt Möllmann: „Man investiert viel und kriegt nichts raus.“ In der Bauernschaft gehe daher seit einiger Zeit vermehrt die Überlegung um, die Feldfrucht zu ersetzen. Der Weizen wiederum „konnte sich sehen lassen“, sagt Möllmann. Die Menge war gut, dann falle allerdings der Eiweißanteil, weil sich die vielen Pflanzen die Nährstoffe teilen müssen. Auch Roggen und Hafer seien „okay“ (Gräfingschulte) gewesen. Die Ackerbohne ist derzeit noch auf den Feldern zu finden.

Die Ernte selbst verlief für die Bauern fast optimal. Die trockenen Böden sind leichten zu bearbeiten, weil die Erde nicht so klebt. Die Pflanzen waren gut getrocknet und wurden im Wachstum nicht durch bei Feuchtigkeit eher auftretende Krankheiten und Fäule gefährdet. Auch musste das Dreschen nicht unterbrochen werden.

Andauernde Trockenheit bleibt ein Problem

Grundsätzlich bereitet die Trockenheit, die Jahr für Jahr festzustellen ist, aber durchaus Sorgen. „Kein Bauer wird sagen, wenn es mal eine Woche regnet, ist das nicht gut. Wir haben Nachholbedarf“, sagt Gräfingschulte. „Die Extremjahre ‘18 und ‘19 zehren noch an den Böden“, ergänzt Möllmann. Es gebe daher schon eine Diskussion, dass sich die Züchtungen verändern müssten, hin zu früher reiferen Sorten, die nicht stark unter der Sommertrockenheit leiden, berichtet Gräfingschulte.

Auch in den kommenden Wochen könnten die heimischen Bauern Niederschläge gut gebrauchen. Auf den Feldern stehen noch Zuckerrüben und Mais, die Kartoffelernte hat frisch angefangen. Die Pflanzen könnten gerne noch etwas Wasser abbekommen, finden Möllmann und Gräfingschulte.

Corona: Kein Thema auf dem Feld, wohl aber beim Verkauf

Das Thema Corona streift die Arbeit der Landwirte nur bedingt. „Wir haben unsere Arbeit ganz normal gemacht“, verweist Möllmann darauf, dass auf den Feldern ja alleine oder mit großem Abstand gearbeitet wird. Etwas anders sieht es beim Verkauf aus. „Ich mache Direktvermarktung, da hat sich einiges geändert“, sagt Gräfingschulte. Kritisch könnte auch eine Quarantäne für Betriebe werden, die zum Beispiel wie in der Milchwirtschaft regelmäßig Kontakt zu Außenstehenden haben müssen. „Wir sind viel zu Hause geblieben“, erklärt Möllmann, der eine große Schweinezucht hat – das Vorsichtsgebot der Stunde.

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