Bönener Bahnhof in der Warteschleife

In Nordbögge werden die Bahnsteige bis 2018 für den Rhein-Ruhr-Express erhöht und verlängert. - Foto: Heitger

Bönen - Bönen schaut zunächst mal wieder in die Röhre. Der Bahnhof in der Gemeindemitte ist nicht in das neue, 37 Millionen Euro schwere Investitionsprogramm des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) aufgenommen worden, um ihn behindertengerecht herzurichten.

Der Bahnhof in Nordbögge soll hingegen ausgebaut werden, damit dort zukünftig die Züge des Rhein-Ruhr-Express (RRX) halten können. Zugleich wurde bekannt, dass hinter den Kulissen wieder in großer Runde nach einer schrankenlosen Lösung für den Übergang am Bahnhof Bönen gesucht wird.

Deshalb, so erklärte NWL-Sprecher Uli Beele, werde Bönen vorerst nur auf der Reserveliste der dritten „Modernisierungsoffensive für Bahnhöfe“ (MOF 3) geführt. Nach seiner Aussage wird zurzeit überprüft, ob es für die Bahnhofsmodernisierung nicht eine große Lösung zusammen mit der Beseitigung des beschrankten Bahnüberganges und einer Unterführung geben kann. Dafür liege sogar schon eine neue Machbarkeitsstudie auf dem Tisch. An dem sitzen neben dem NWL in Unna die Deutsche Bahn mit ihren Bereichen „Netz“ sowie „Station und Service“, die Bezirksregierung, der Kreis Unna, die Gemeinde und Straßen.NRW als Baulastträger der Bahnhofstraße (L667).

Die Studie zeigt nach Aussage des NWL-Sprechers mehrere Lösungswege auf. Die bisherigen Gespräche hätten jedoch noch zu keinem Ergebnis geführt. „Die verschiedenen Behörden und Stellen müssen sich noch positionieren. Es gibt noch keine abschließende Meinung“, sagt Beele. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn betont ebenfalls, dass bei allen Beteiligten großes Interesse bestehe, das Straßenverkehrsproblem am Übergang neben dem Bahnhof Bönen zu beseitigen und auch die gefährlichen Abkürzungen über die Gleise zu den Bahnsteigen zu verhindern. Am schwierigsten sei angesichts der Dimension eines solchen Projektes natürlich die Frage, wer welche Finanzierung übernehme.

Möglicherweise kann der Bahnhof Bönen aber auch noch vom Ausbauprogramm für den RRX profitieren. Wenn der Umbau des Bahnhofes Lünen nämlich über diese Schiene finanziert wird, wird Bönen in das MOF3-Programm nachrutschen. Damit wäre laut Beele zumindest ein barrierefreier Umbau mit der Einrichtung eines rollstuhlgerechten Liftes an der Fußgängerunterführung zu Bahnsteig zwei und die Erhöhung der Bahnsteige gesichert.

Das soll in Nordbögge schon in den kommenden zwei Jahren passieren. Die Bahnsteige werden dort auf 76 Zentimeter angehoben, damit dort ein stufenloser Übergang zu den neuen und komfortableren Zügen des geplanten Rhein-Ruhr-Express möglich ist. Und da diese Züge, die den bisherigen Regionalexpress ersetzen sollen, insgesamt 220 Meter lang sind, werden auch die Bahnsteige in Nordbögge in beiden Richtungen entsprechend verlängert. Laut Uli Beele wird das schon bald passieren, weil die Strecke mit den Ankerpunkten Dortmund und Hamm und den Haltepunkten Kamen-Methler, Kamen und Nordbögge zu den ersten gehört, die zwischen 2016 und 2018 auf den RRX umgestellt werden. Die Zahl der Zugverbindungen wird allerdings nicht steigen. Es bleibt beim Ein-Stunden-Takt, so Beele.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat weist unterdessen auf die jüngste Ankündigung des Bundesverkehrsministers hin, Baumaßnahmen zur Verbesserung von kleineren Bahnhöfen mit 50 Millionen Euro zu unterstützen. „Dieses Bundesprogramm muss nun auf Landesebene umgesetzt werden. Vorgesehen ist eine fünfzigprozentige Mitfinanzierung durch das Land oder die Kommune“ so CDU-Fraktionschef Detlef Pilz. Eine solche Beteiligung sei für Bönen angesichts leerer Kassen natürlich schwer. Die Verwaltung solle sich jedoch mit dem Programm beschäftigen, um auf diesem Weg eine Möglichkeit für eine Bahnhofssanierung zu finden. Vielleicht könne da ja auch Landesverkehrsminister Groschek bei seinem angekündigten Besuch in Bönen helfen.

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