MCG startet Pilotprojekt: Mofa fahren in der Schule

Lara Roloff nahm schon einmal Platz. Die Neuntklässlerin will demnächst ihren Mofa-Führerschein am MCG machen. Schulleiter Dr. Peter Petrak (Mitte) nahm dafür die beiden Fahrzeuge von Honda Deutschland und dem Motor Center Heinen entgegen.
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Lara Roloff nahm schon einmal Platz. Die Neuntklässlerin will demnächst ihren Mofa-Führerschein am MCG machen. Schulleiter Dr. Peter Petrak (Mitte) nahm dafür die beiden Fahrzeuge von Honda Deutschland und dem Motor Center Heinen entgegen.

BÖNEN - Verkehrsmittel Nummer eins für Bönener Schüler ist das Fahrrad. Noch schneller und natürlich bequemer sind Jugendliche mit dem Mofa unterwegs. Doch um dieses zu lenken, brauchen sie einen Führerschein. Das Marie-Curie-Gymnasium gibt jetzt in einem Pilotprojekt Starthilfe.

Die Fünftklässler, die gestern Vormittag nach dem Sportunterricht zurück ins Schulgebäude trabten, staunten nicht schlecht: Direkt vor dem Haupteingang des Gymnasiums glänzten zwei schicke, neue Mopeds in der Sonne. Anschauen war erlaubt, bis sie selbst auf die Krafträder steigen können, wird aber noch ein bisschen Zeit vergehen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an ihre älteren Mitschüler aus den achten und neunten Klassen und soll in Kürze starten.

„Es hat zwei Jahre gedauert, bis die Räder hier gestanden haben“, erzählte Schulleiter Dr. Peter Petrak. Die Bezirksregierung musste ebenso mit ins Boot geholt werden wie die Gemeinde als Schulträger. Mindestens ein Lehrer musste eine entsprechende Fortbildung besuchen, die Versicherung abgeklärt und ein Fahrlehrer gefunden werden. Der soll das Projekt zumindest anfangs praktisch begleiten. Und dann war da natürlich noch die Frage nach den passenden Fahrzeugen.

Leihgabe für die Ausbildung am MCG

Insbesondere Bürgermeister Stephan Rotering habe nicht locker gelassen, um alle Hürden zu beseitigen, bedankte sich Petrak gestern bei dem Bönener Verwaltungschef. Ein ganz großer Dank galt dann dem Motor Center Heinen aus Dortmund und Honda Deutschland, die die beiden Kleinkrafträder dem Gymnasium als Leihgabe zur Verfügung stellen. Damit die Schüler die Mopeds sofort fahren dürfen, wurden die 50-Kubik-Maschinen entsprechend gedrosselt, wie Dragan Djordjevic, Verkaufsleiter bei Heinen, erklärte. Sie haben einen Gesamtwert von 4500 Euro. „So weit ich weiß, ist das Projekt einzigartig in Deutschland, zumindest aber in meinem Geschäftsbereich in Süddeutschland und im Ruhrgebiet“, wusste Honda-Regionalleiter Thomas Bühler.

Für die angehenden Mofa-Fahrer ist der Kursus an der eigenen Schule nicht nur praktisch, sondern auch preisgünstig. Sie zahlen lediglich 30 Euro für das Unterrichtsmaterial und die Prüfungsgebühren beim Tüv. Fahrlehrer Björn Ziethmann aus Hamm unterstützt das MCG zunächst kostenlos bei der praktischen Ausbildung. „Wir sehen uns aber natürlich nicht als Konkurrenz zu den Fahrschulen“, betonte Dr. Peter Petrak. Vielmehr müssten die Schulen das Thema Verkehrserziehung nach einem Erlass des Bildungsministeriums NRW im Unterricht behandeln. Der Mofa-Kursus soll die Jugendlichen anleiten, verantwortungsbewusst und angemessen insbesondere am motorisierten Straßenverkehr teilzunehmen.

30 Schüler haben sich bereits dafür angemeldet, nach dem Motto „Wer zuerst kommt“ dürfen nun sechs bis acht Schüler im ersten Durchgang starten. Später sollen dann nicht nur die Bönener Gymnasiasten von dem Projekt profitieren. „Wir wollen mit der Real- und der Hauptschule kooperieren“, kündigte Petrak an.

Der Kursus läuft zunächst über 18 Schulstunden im AG-Bereich am Nachmittag.

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