Siedler bekommen eigenen Defi

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Die Bergmannssiedler installierten jetzt den ersten öffentlich zugänglichen Lebensretter in der Gemeinde.

BÖNEN - Zahlreiche Anwohner aus der Papenbusch-, Garten- und Borgholzstraße kamen am Samstagvormittag zusammen, um einen großen gelben Stahlkasten zu bestaunen. In diesem Behälter befindet sich ein Defibrillator, das erste Gerät seiner Art, welches in Bönen rund um die Uhr zugänglich ist.

Ein Dreivierteljahr lang hatten die Bergmannssiedler dafür gesammelt. Nun hängt der „Defi“ an der Garagenwand von Peter Bente an der Papenbuschstraße. Die Idee, sich einen lebensrettenden Schockgeber für die Gemeinschaft anzuschaffen, war gleich an mehreren Stellen geboren worden, seit sich der Verein Definetz unter anderem dafür einsetzt, dass Bönen herzsicher wird. Die Siedlergemeinschaft ist jetzt die erste, die diese Idee für ihren Verein in die Tat umgesetzt hat. „Das Ziel, Menschen vor dem plötzlichen Herztod zu bewahren, ist nur mit Defis zu erreichen. Die können heutzutage von absoluten Laien bedient werden und haben nichts mehr mit den ‘Bügeleisen’ zu tun, die man in Arztserien im Fernsehen gezeigt bekommt“. So hatte Friedrich Nölle von Definetz den Siedlern das Thema im vergangenen Jahr vorgestellt. Danach herrschte schnell Einigkeit und mehrere Aktionen – zum Beispiel ein Glühweinstand, der Verkauf von Insektenhotels und zahlreiche andere Aktivitäten – trugen dazu bei, dass ein Großteil des benötigten Betrages von 3000 Euro für das Gerät zusammenkamen. Den Rest schossen die Gemeinschaft aus der Vereinskasse und Definetz dazu. Nun hängt der mobile Lebensretter im beheizten Sicherheitskasten und kann Winter wie Sommer erreicht werden.

Pläne für ein Gemeinschafts-Defi

Grillwürstchen und Bier lockten am Samstag auch den Vorsitzenden der benachbarten Siedlergemeinschaft Borgholz buchstäblich um die Ecke. Schnell schmiedete Ulrich Schmidt mit seinem Kollegen Wilhelm Fischer erste Pläne für einen gemeinschaftsübergreifenden Defi – schließlich macht Hilfe ja nicht an den Straßengrenzen halt. Für alle Beteiligten ist das Thema mit der Installation des elektronischen Lebensretters nicht abgeschlossen. „Wir wollen jetzt eine Erste-Hilfe-Schulung anbieten, so Fischer. Dabei soll auch das Thema Frühdefibrillation nicht zu kurz kommen. Ein Termin für diese Schulung steht noch nicht fest. Der zweite Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Sebastian Bieberschulte freute sich ebenfalls über den erfolgreichen Abschluss der Aktion: „Man muss ja nicht immer warten, bis andere etwas tun – so haben wir das Heft des Handelns eben selber in die Hand genommen.“ - WA

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