Kriminalstatistik: Bönen ist die sicherste Kommune im Kreis Unna

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Landrat Michael Makiolla (Mitte), Polizeidirektor Peter Schwab (rechts) und der Direktionsleiter Kriminalität Christoph Strickmann stellten die Statistik vor.

Bönen/Kreis Unna – Die Gesamtkriminalität im Bereich der Kreispolizeibehörde Unna war im Jahr 2019 rückläufig. „Im Vergleich zu 2018 wurden fast sieben Prozent weniger Straftaten angezeigt“, sagte Landrat Michael Makiolla zufrieden. In Bönen sind insgesamt 586 Straftaten verübt worden, das sind 80 weniger als im Vorjahr. Die Gemeinde belegt damit erneut den besten Rang in der Statistik der geringsten Gesamtkriminalität.

Als Leiter der Kreispolizeibehörde Unna sprach Makiolla am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Unna von einer erfreulichen Entwicklung. Der bei 20 714 angezeigten Taten im Kreisgebiet (ohne Lünen) liegende Mittelwert der vergangenen zehn Jahre ist 2019 um mehr als 17 Prozent unterschritten worden. Die Straßenkriminalität ist dazu um fast 300 Fälle zurückgegangen. „Das ist eine Kriminalität, vor der viele Menschen Angst haben und die maßgeblich das subjektive Sicherheitsgefühl beeinflusst“, so Makiolla. In Bönen sind 2019 insgesamt 142 Fälle zur Anzeige gebracht worden. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 157. 

Im Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl verkündete der Landrat zusammen mit dem Leitenden Polizeidirektor Peter Schwab und dem seit Januar in Unna tätigen Kriminaloberrat Christoph Strickmann ebenfalls einen Rückgang um mehr als zehn Prozent der Fallzahlen. Im Kreisgebiet ist es gelungen, die Anzahl Einbrüche in Wohnungen auf 432 Fälle zu reduzieren. In Bönen sind diese Zahlen allerdings von 14 auf 20 Einbrüche gestiegen. Keiner der 20 Einbrüche ist bisher aufgeklärt. 

Die Zahl der Diebstahlsdelikte insgesamt ist auch in Bönen rückläufig. 212 Fälle führt die Statistik aus dem Vorjahr, 2019 waren es 202. Den Großteil davon machen sogenannte Schwere Diebstähle aus. Hier ist die Zahl von 87 auf 97 Fälle gestiegen.

Gemeinde ist die attraktivste Empfehlung für einen Zuzug

Die Anzahl der zur Anzeige gebrachten Körperverletzungen ist in der Gemeinde von 76 auf 63 gesunken. Rauschgiftdelikte verzeichnete die Polizei in Bönen ebenfalls weniger (statt 28 nun 21 Fälle). In der Statistik der Gesamtkriminalität in den Kommunen liegt Unna weiterhin vorn. Hier leben 19 Prozent der Gesamtbevölkerung, in der Hellwegstadt geschehen aber 26 Prozent aller Straftaten. Die wenigsten Straftaten passieren weiterhin in Bönen (drei Prozent), die vor Fröndenberg und Holzwickede (beide fünf Prozent) ganz vorn landet. „Bönen hat sechs Prozent der Bevölkerung und nur drei Prozent der Kriminalität. Wenn man jetzt Werbung machen sollte, wo man hinzieht und wo es am sichersten ist, wäre Bönen die attraktivste Empfehlung für einen Zuzug“, unterstrich Strickmann, der neue Direktionsleiter Kriminalität. 

Einen Zuwachs verzeichnete die Polizei im Kreis beim Betrug zum Nachteil älterer Menschen. 22 Geldübergaben fanden im Bereich des Enkeltricks statt. „Die Anzahl der Versuche in diesem Bereich war noch deutlich höher“, sagte Strickmann. Die Zahl der Sexualdelikte ist im Kreis mit 200 Fällen im Vergleich zum Vorjahr (194) fast identisch geblieben, gestiegen ist die Aufklärungsquote, die bei 81,5 Prozent lag. 

Neuen möglichen Problemen will sich die Behörde frühzeitig stellen. „Wir haben hier nicht Situationen wie in Dortmund oder Essen und sind kein Schwerpunkt der Clan-Kriminalität. Aber es gibt auch bei uns Aktivitäten solcher Großfamilien. Daher werden wir in den kommenden Monaten zusammen mit anderen Behörden weitere Kontrollmaßnamen durchführen, weil ich verhindern möchte, dass wir im Kreis Unna Ausweichgebiet für die Clans werden“, kündigte Makiolla an.

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