In Bönen öffnet ein Familienbüro

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An der Bahnhofstraße entsteht in dem Gebäude rechts das neue Familienbüro für die Gemeinde.

Bönen - Die Gemeinde Bönen bekommt ein eigenes Familienbüro. An der Bahnhofstraße 137 wird das Kreisjugendamt künftig Sprechstunden anbieten. Die Diplom-Sozialpädagogin Sabrina Buschmann wird dort ihren Standort haben.  

Raus zu den Menschen heißt es im Kreishaus Unna. Das betrifft erst einmal die jungen. Die Organisationseinheit Jugend und Familie des Kreises, kurz Jugendamt, wird in den kommenden Wochen ein eigenes Familienbüro in Bönen eröffnen. Das wird zentral gelegen sein, an der Bahnhofstraße 137, neben dem Lebensmittelmarkt K+K, vis à vis des Aldi und schräg gegenüber des Go in.

„In dieser Form hatten wir das noch nie. Es ist als ein niederschwelliges Angebot gedacht, sodass den Bönenern der Zugang zu Hilfen leichter fällt“, erklärt Amtsleiterin Katja Schuon. Die Menschen würden das Familienbüro optisch wahrnehmen und sich überlegen, ob sie vielleicht doch eine Frage in Sachen Erziehung haben.

Organisationsstruktur wird noch gesucht

„Weil es in dieser Form bisher nicht da gewesen ist, müssen wir aber noch eine Organisationsstruktur entwickeln.“ Das hieße vor allem, den gerade im Umbau befindlichen Raum optimal zu nutzen. Dort soll nämlich nicht nur Sozialpädagogin Sabrina Buschmann künftig ihre Sprechstunden abhalten. „Wir werden den Bönenern Gelegenheit bieten, dort alle unsere Angebote kennenzulernen“, verspricht Schuon.

Das wären Sprechstunden der Psychologischen Beratungsstelle, der Erziehungsberatung sowie Informationen zu den Angeboten der Kindertagesbetreuung und der Tagespflege für Kinder. „Außerdem sprechen wir noch mit unterschiedlichen Kooperationspartnern wie zum Beispiel Kitas, die die Räume für eigene Angebote nutzen können“, sagt Schuon.

Anderthalb statt einer Planstelle

Der Hintergrund, in Bönen ein Familienbüro zu eröffnen, ist, dass der Kreistag im Haushalt 2019 die finanziellen Mittel für anderthalb Stellen in dem Bereich Familienbesuche genehmigte. Statt vorher einer vollen für die drei Kommunen Fröndenberg, Holzwickede und Bönen wird es künftig passend drei halbe geben. Ulrike Schulze-Altcappenberg, zuvor für Familienbesuche alleine verantwortlich, ist in den Ruhestand gegangen. Der Hintergrund der Arbeit überhaupt ist, dass die so genannte Präventionskette gestärkt werden soll. Familienbesuche bedeuten, dass Eltern Neugeborener drei bis vier Montae nach der Geburt angeschrieben werden. Es wird unverbindlich nachgefragt, ob ein Mitarbeiter zum Gespräch willkommen ist. 

Lotsenfunktion

„Frau Buschmann informiert dann über die Angebote, die Eltern in den ersten Jahren von null bis drei Jahren in Bönen zur Verfügung stehen, zum Beispiel, wer Krabbelgruppen anbietet“, erklärt Schuon. Die Sozialpädagogin vermittele aber auch Hilfen bei Problemen zum Beispiel mit Schreikindern. „Sie übernimmt eine Lotsenfunktion“, fasst Schuon die Aufgaben Buschmanns zusammen. 

Buschmann kennt Bönen

"Die Arbeit rund um die Neugeborenen wird die Hauptsäule des Büros sein.“ Buschmann, die am 1. September die Stelle antrat, kennt Bönen. Die 37-Jährige arbeitete schon für den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) in der Gemeinde. Sie hat außerdem eine Zusatzausbildung als Systemische Familientherapeutin. Sie kann also auch helfen, wenn Eltern mit ihren älteren Kindern nicht klar kommen, wenn Kinder auffällig werden. „Nicht das Kind alleine ist das Problem, wir berücksichtigen die gesamte familiäre Situation in der Therapie“, erklärt Buschmann. Wann das Büro tatsächlich Sprechstunden bietet, steht noch in den sprichwörtlichen Sternen. Das ehemalige Versandhausgeschäft wird derzeit umgebaut. Eine neue Heizung ist installiert, eine eingezogene Trennwand soll Privatssphäre gewährleisten. Aber wie gesagt, Sabrina Buschmann ist schon in Arbeit und besucht Familien in der Gemeinde.

Kontakt Erreichbar ist die Sozialpädagogin unter der Telefonnummer 02303/272251.

Korrektur: In einer ersten Version des Textes hieß es, dass das Familienbüro in den Räumen des ehemaligen Tattoostudios untergebracht ist. Gemeint sind aber die Räume des ehemaligen Versandhausgeschäfts. Das Tattoostudio dort hat weiterhin geöffnet. 

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