Bönen ist jetzt Fairtrade-Town

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Christian Rose von der Steuerungsgruppe, Klimaschutzmanager Torben Stasch, Bürgermeister Stephan Rotering und Schulleiter Dr. Peter Petrak nahmen die Urkunde von Manfred Holz (Zweiter von rechts) entgegen.

Bönen - Der Weg war lang und verlief nicht immer schnurgerade, wie Bürgermeister Stephan Rotering am Montagnachmittag erzählte. Er hat nun aber doch ins Ziel geführt: Die Gemeinde ist jetzt ganz offiziell Fairtrade-Town.

Die wichtige Urkunde überreichte Manfred Holz, Fairtrade-Ehrenbotschafter, dem Bürgermeister und Bönens Klimaschutzmanager Torben Stasch am Montagnachmittag im Rathaus in einer kleinen Feierstunde. „So einen Titel bekommt man nicht geschenkt“, betonte Holz dabei. Die fünf gestellten Anforderungen für die Auszeichnung seien recht hoch, aber erfüllbar. Jeder könne seinen Teil dazu beitragen. „Moral endet nicht am Supermarktregal“, machte der Ehrenbotschafter deutlich.

Daran erinnerte auch Stephan Rotering. „Wir haben ein bisschen dafür gebraucht. Angefangen hat das 2015 mit dem politischen Auftrag von Bündnis 90/Die Grünen, dem der Ratsbeschluss folgte.“ Dieser Beschluss war gleich das erste Kriterium, das die Gemeinde erfüllen musste, um Fairtrade-Town zu werden. 

Als Nächstes musste eine Steuergruppe gegründet und Geschäfte gefunden werden, die fair gehandelte Produkte im Sortiment haben. Der vierte Schritt war dann schon schwieriger: Vereine, Organisationen und vor allem Gastronomen mussten überzeugt werden, das Vorhaben zu unterstützen und zum Beispiel faire Produkte anzubieten. Die Gemeindeverwaltung verschenkt zum Beispiel nicht mehr Wein an Jubilare, sondern nun den Bönen-Kaffee, eine unter gerechten Bedingungen produzierte Sorte mit einer speziell für die Gemeinde gestalteten Verpackung und Schokolade aus fairem Handel. 

Fairer Einkaufsführer für Bönen

Und schließlich musste die Öffentlichkeit über die Aktionen vor Ort informiert werden. Im vergangenen Jahr waren das etwa ein Stand bei der Radkultour am Zechenturm, an dem Torben Stasch und Friedhelm Lange von der Steuerungsgruppe rund 800 fair gehandelte Bananen an die Radler verteilten, ein faires Kochen mit Kindern und Jugendlichem im Treffpunkt Go in und ein Vortrag zum Thema beim Frauenfrühstück der VHS in der Alten Mühle. Ähnliches hat Torben Stasch, der sich bei der Verwaltung um den Fairtrade-Town-Bereich kümmert, auch in diesem Jahr vor. Außerdem soll demnächst ein "Fairer Einkaufführer" für die Gemeinde fertig sein, der dann im Ort verteilt wird. 

Kita lädt zur Ausstellung ein 

Besonders aktiv, wenn es um Fairtrade geht, sind das Marie-Curie-Gymnasium, das inzwischen sogar Fairtrade-School ist, und die Kita Immanuel. Die Einrichtung will „Faire Kita“ werden und lädt unter anderem am Dienstag, 5. Februar, ab 16.30 Uhr in Kooperation mit dem MCG zu einer Ausstellung in den Kindergarten an der Hermannstraße ein. 

Bönen ist die übrigens die 585. Fairtrade-Town in Deutschland und die 138. in Nordrhein-Westfalen. „Ab heute spielt Bönen in der Champions League – zusammen mit London, Manchester, Rom, Paris, Kopenhagen, Madrid und München. Diese Metropolen nämlich sind ebenso Fairtrade-Towns“, stellte Manfred Holz fest. „Fairtrade ist der Versuch, Elend und somit Fluchtursachen zu bekämpfen, bevor diese entstehen. Dabei übernehmen immer mehr Kommunen große Verantwortung und leisten somit eine Vorbildfunktion. Jede gute ,Eine Welt Arbeit‘ kann zu einem festen Bestandteil des Profils und Image einer jeden Stadt werden – und Ihre Kommune ist da schon richtig gut dabei.“ 

Dem stimmte Stephan Rotering zu. Er wies nachdrücklich daraufhin, dass das Siegel nur der Anfang sei. Jetzt müsste die Fairtrade-Town mit Leben gefüllt und der Grundgedanke in die Gesellschaft getragen werden. „Wir sind jetzt auf dem Weg.“

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