Ein ganz spezieller Auftrag

Veranstaltungsmanager Marcel Werny wird in der Krise erfinderisch

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Marcel Werny von der „Eventbude“ präsentiert die von ihm gebaute Kabine.

Hochzeiten, Abibälle, Schützenfeste – diese und viele weitere Veranstaltungen können aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden. Für Firmen, die solche Events organisieren, ist die Situation derzeit keine leichte. Waren die Terminkalender vor der Krise noch gut gefüllt, sind die Aufträge seitdem reihenweise weggebrochen. Doch Marcel Werny von der Firma "Eventbude" kann sich derzeit trotzdem voll und ganz auf ein Projekt stürzen.

Bönen – Für Marcel Werny von der Bönener Firma „Eventbude“ hat sich in dieser schwierigen Lage eine besondere Chance ergeben. Anstatt Events zu planen, ist er gerade dabei, für einen Kunden eine spezielle Kabine zu bauen. „Diese Kabine dient sozusagen zum Desinfizieren von Neoprenanzügen“, erzählt Werny. Bei dem Kunden, der Werny mit dem Bau der Kabine beauftragte, handelt es sich um das Unternehmen Tailwind Brands mit Sitz in Bönen. Es vertreibt amerikanische und australische Sportartikel-Marken in Europa. Zum Sortiment gehören auch Neoprenanzüge, die Athleten aufgrund des relativ hohen Preises meistens vor dem Kauf testen.

Desinfektion der Anzüge

Doch die Anzüge sind nicht leicht zu desinfizieren, was jedoch in Zeiten von Corona besonders relevant ist. Die Lösung: UV-C-Licht, das bereits zum Beispiel in Krankenhäusern oder Labors eingesetzt wird. Jetzt musste nur noch eine Idee her, wie das Licht auf die Neoprenanzüge gelangt. „Da bin ich auf Marcel gekommen. Er ist quasi ein Daniel Düsentrieb“, sagt Marcus Voss, Geschäftsführer und Gesellschafter bei Tailwind Brands.

„Wir machen ja alles mit Cases, das sind diese Holzkästen mit Alu-Kanten und daraus bauen wir die Kabine“, erklärt Werny. Vorteile der Cases: Sie sind transportabel, wasserdicht und langlebig. Neben Werny selbst hat auch ein Mechatroniker an dem Prototypen mitgewirkt. „Da musste zum Beispiel eine Sicherheitsschaltung rein, die dafür sorgt, dass das Licht ausgeht, wenn man die Tür öffnet, weil das UV-C-Licht krebserregend ist. Der Prototyp ist so gut wie fertig. Es fehlen nur noch die Lampen, berichtet Werny.

Aufträge weggebrochen

Der Veranstaltungskaufmann ist froh über den besonderen Auftrag, denn mit Veranstaltungen sieht es derzeit mau aus. Ab Anfang März sind ihm, wie vielen Unternehmen in der Eventbranche, zahlreiche Aufträge weggebrochen. Eine Hochzeit im August stünde noch auf dem Plan.

Aber ob diese wirklich gefeiert wird, steht in den Sternen. „Am 10. Oktober habe ich eigentlich auch ein Konzert im Förderturm. Da überlege ich aber, ob es sich lohnt, da noch was reinzustecken. Eigentlich wäre jetzt die Zeit Werbung zu machen“, sagt Werny.

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