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CDU Bönen diskutiert über Radweg an der Bahntrasse

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Die Anwohner wollen, dass der idylische, dörfliche Charakter des Radweges von Unna nach Welver erhalten bleibt.

BÖNEN ▪ Es ist Ferienzeit. Das merkten auch Claudia Gebhard und Manfred Hübner am Mittwochabend. Die CDU-Kreistagsabgeordnete und der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende hatten zu einem Informationsabend in den Hippen- und Surgenstall in Lenningsen geladen, und sie begrüßten lediglich sechs Gäste.

Am Thema lag die geringe Resonanz sicher nicht: In der Hauptsache ging es um die Gestaltung des Radweges über die alte Bahntrasse Unna-Welver. Der Plan des Kreises, die als Naherholungsgebiet beliebte Strecke zu asphaltieren, provozierte schon im Februar eine Bürgerversammlung, zu der seinerzeit Ortsvorsteher Dieter Kretschmer eingeladen hatte.

Die damals geäußerte Befürchtung, dass der im Lenningser Bereich auch für Fußgänger ausgeschilderte Radweg mit glatten Belag zur Rennpiste ambitionierter Freizeitsportler gerät, stand am Mittwoch ganz oben auf der Liste der Gegenargumente. „Der idyllische Radweg soll seinen dörflichen Charakter behalten“, war die einhellige Meinung der Anwesenden, darunter Dieter Kretschmer und IG-Sprecher Karl-Josef Große-Kathöfer. Der Knackpunkt sei aber, dass der Kreis Unna als neuer Besitzer die Verkehrssicherungspflicht für die Trasse hat und im Bereich der Kreisstadt marode Bachübergänge saniert werden müssten. Fördermittel von Bund und Land kann der Kreis im Rahmen der Umgestaltung der ehemaligen Bahntrassen zu so genannten Alleenradwegen beantragen. Darin vermuten die Gegner den Grund für das Beharren der Kreisverwaltung auf Asphalt: Die „einheitlichen Standards“ als Voraussetzung einer Förderung beinhalten „durchweg eine Asphaltdecke“, sagt der nationale Radverkehrsplan in Bezug auf die Alleenradwege NRW. Ausnahmen sind nur aus Natur- und Artenschutzgründen möglich heißt es weiter.

Dass die Kreisbehörde den Kreistagsmitgliedern in dieser Hinsicht „geschönte Zahlen“ vorgelegt hat, bemerkte Große-Kathöfer: „Die wassergebundene Decke hat in dieser Vorlage zwei Abflussrinnen. Deswegen sind die Herstellungskosten um ein Fünftel höher.“ Und dass die Asphaltdecke bei einem geplanten Unterbau von 15 Zentimetern dem Wurzelwerk auf Dauer stand hält, bezweifelten er und Kretschmer. „Außerdem haben wir doch einen schönen Radweg, der durchgehend gut befahrbar ist.“

Das Fazit der Veranstaltung war kein Neues. Die Lenningser wollen den Status Quo erhalten, der Kreis braucht die Fördermittel. „Ich gehe trotzdem davon aus, dass wir mit unseren Wünschen nicht gegen den Wind reden“, gab sich Claudia Gebhard optimistisch. ▪ ml

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