Entwürfe zum Straßenumbau auf www.boenen.de

Virus verhindert Versammlung: Bönen testet alternative Bürgerbeteiligung zur Bahnhofstraße-Ost

Die sommerliche Szene auf der Bahnhofstraße Ost zeigt auf den ersten Blick, worum es geht. Auf ausgenudelter Fahrbahn ist zwischen teils wild parkenden Autos und rollendem Verkehr schlecht radeln. Der Gehweg ist manchmal eng und Straßengrün sowieso Mangelware.
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Die sommerliche Szene auf der Bahnhofstraße Ost zeigt auf den ersten Blick, worum es geht. Auf ausgenudelter Fahrbahn ist zwischen teils wild parkenden Autos und rollendem Verkehr schlecht radeln. Der Gehweg ist manchmal eng und Straßengrün sowieso Mangelware.

Solange das Virus umgeht, ist an Versammlungen nicht zu denken. Das verlangt Alternativen bei der Bürgerbeteiligung in der Gemeinde. Beispiel Bahnhofstraße-Ost:

Bönen – Was tun mit der täglichen Blechlawine, wie dem Radverkehr gebührenden Platz und Schutz gewähren, Raum für die Fußgänger lassen und zugleich für die Autos der Anwohnerschaft samt ihrer Besucher? Es gibt viel zu besprechen bei der künftigen Gestaltung der Bahnhofstraße Ost. Nach der Vorstellung der Ideen im Planungs- und Verkehrsausschuss sind nun die Einwohner gefragt. Nur kann es die gewohnte Erörterung in einer Bürgerversammlung wegen der damit verbundenen Ansteckungsgefahr vorerst nicht geben. Aber es geht auch anders:

Entwürfe in allen Varianten auf der Homepage

So hat sich die Gemeindeverwaltung versuchsweise in das berüchtigte „Neuland“ aufgemacht: Seit Wochenbeginn können sich die Bürger auf der Homepage boenen.de ein Bild davon machen, welche Prioritäten die drei Planvarianten bei der Neuordnung des teils beengten Verkehrsraumes zwischen Häuserzeilen beidseits der ehemaligen Landesstraße setzen: Bei der Breite der Fahrbahn, den Rad- und Fußwegen und deren separater oder gemeinsamen Führung in der Fläche.

Ein Film ersetzt den Vortrag im Saal

Dies und mehr erfahren Interessierte erstmals in einem „Film“ statt des üblichen Vortrags in einer Versammlung. Die Power-Point-Präsentation der Planer für den Ausschuss ist im Nachhinein vertont worden. Ein M+O-Ingenieur hat einen Erklärtext über die Abbildungen zur Aufgabenstellung der Planer, ihrer Vorgehensweise und den erarbeiteten Varianten gesprochen. Bewegtbilder, scharfe Schnitte oder „Action“ gar gibt’s also nicht, die 40 Minuten „Film“ sind streng genommen ein Audioformat mit wechselnden Bildern.

E-Mail senden oder Termin erbitten

Wer zum Meinungsbild für die Entscheidung in den politischen Gremien einen Beitrag leisten will, kann sich über die E-Mail-Adresse „bahnhofstrasse-ost@boenen.de“ bis zum 7. Februar zu den Planungsansätzen äußern. Wer über diese Möglichkeiten nicht verfügt, soll trotzdem mitreden können. Nach Terminabsprache können die Unterlagen im Rathaus unter Wahrung der Corona-Regeln eingesehen und Einwände zu Protokoll gegeben werden.

Aber es geht ja auch nicht um Unterhaltung, sondern darum, beim Straßenumbau überhaupt mitreden zu können. Dazu können die Bönener die Pläne der drei Abschnitte vom Bahnübergang bis zur Rhynerner Straße am Bildschirm ansehen oder als Datei herunterladen. Man muss schon recht genau hinschauen und -hören, um nachzuvollziehen, was im Verlauf der knapp zwei Kilometer Straße in der jeweiligen Variante möglich ist.

Drei Szenarien mit Farbkennung unterschieden

Drei verschiedene Szenarien hat das Büro M + O als Leitbild ausgearbeitet und jedem eine Farbe zugeordnet, um sie voneinander unterscheiden zu können. Dazu sind an markanten Punkten im Verlauf Querschnitte angelegt. Sie zeigen mit jeweiliger Farbkennung, wie sich der Ausbau nach den drei unterschiedlichen Prämissen dort darstellt. Etwa mit einem Fahrradstreifen auf der Fahrbahn, wie beim fertiggestellten Abschnitt Bahnhofstraße West oder alternativ einem separaten Radweg. Empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Verkehrswende ein Parkstreifen beidseits oder nur auf einer Seite? Wird es damit gleich wieder eng und bleibt Platz für ausreichend Grün? Das gilt es als Nächstes abzuwägen.

Weichenstellung vor Sommerpause denkbar

Je nachdem, wie mitteilungsbedürftig die Bönener so sind, könnte in Abhängigkeit zur Dauer der Auswertung der Planungsausschuss das Projekt in der März- oder Mai-Sitzung wieder auf den Tisch bekommen. Eine grundsätzliche Weichenstellung vor der Sommerpause hätte für Fachbereichsleiter Robert Eisler wohl Charme, so könnte noch dieses Jahr eine Ausschreibung der ersten Arbeiten erfolgen.

Ausbau erfolgt schrittweise bis 2025

Die Bildung der Bauabschnitte und zeitliche Abfolge einschließlich der vorhergehenden Kanalerneuerung, ist ebenfalls noch zu entscheiden. Die Gemeinde geht davon aus, dass sie das grob mit 6,2 Millionen Euro insgesamt kalkulierte Vorhaben in Etappen bis ins Jahr 2025 beschäftigen wird. Was das für die Anlieger an Ausbaugebühren mit sich bringt, sollen die Betroffenen vor der Umsetzung der Pläne auf direktem Wege erfahren. Zur Senkung des Anliegeranteils ist die Maßnahme beim Land zur Förderung angemeldet. Die NRW-Regierung hat zugesagt, zunächst bis 2024 die Hälfte von Anliegerbeiträgen zu übernehmen.

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