Bürgergespräch nach ausgesetztem Ratsbeschluss

Weetfelder Straße: Anlieger plädieren fast geschlossen für die Sackgasse

Fachbereichsleiter Robert Eisler klärte die Anwohner über die Pläne für die Weetfelder Straße auf.
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Fachbereichsleiter Robert Eisler klärte die Anwohner über die Pläne für die Weetfelder Straße auf.

Der Bürger hat gesprochen - der Rat dürfte ihm folgen: Die Weetfelder Straße wird im Gewerbegebiet dicht gemacht.

Bönen – Die Weetfelder Straße wird abgebunden und zur Sackgasse gemacht, wie es die Politik zu Jahresbeginn schon so gut wie beschlossen hatte. Der Vorwurf der mangelnden Beteiligung der Anlieger ließ Bürgermeister Stephan Rotering das Thema nach zwei zustimmenden Ausschuss-Voten im Rat kurzerhand abräumen. Davon kann seit Mittwochabend keine Rede mehr sein. An Ort und Stelle willigten fast alle Anrainer des Abschnitts in den Vorschlag ein.

Beschilderung nutzlos und fehlerhaft

Zwischen Siemensstraße und Rhynerner Straße soll der illegale Abkürzungsverkehr mit etwa 350 Fahrzeugen täglich durch Poller unterbunden werden, weil die bisherige Beschilderung (Einfahrt verboten) massenhaft ignoriert wurde – und obendrein mit der improvisierten Ausnahme für Anlieger nicht der Straßenverkehrsordnung entspricht.

Der Rat hat am 1.Juli das letzte Wort

Zu dem in der Ratssitzung im März zugesagten Gespräch mit den Anwohnern begrüßten Fachbereichsleiter Robert Eisler und sein Kollege Carsten Wilke gut 20 Teilnehmer nahe der Einmündung Weetfelder Straße/Siemensstraße. Dort sollen die Poller die Verkehrssünder künftig aufhalten, sofern der Rat dem am 1. Juli zustimmt. Eine Mehrheit unter den Anwohnern gibt es schon.

Umbauten erzielten keine Wirkung

„Der Kreis hat die Kreuzung als Unfallschwerpunkt festgestellt, die Weetfelder Straße immer weiter abgestuft“, verwies Wilke auf die Hintergründe. Bis 2013 bestand dort eine Kreuzung, an der es häufig krachte. Es folgte der Umbau zur abknickenden Vorfahrt auf der Siemensstraße und eine Verengung der Weetfelder, um die Einfahrt unattraktiv zu machen. Aber das konnte Pendler und Kuriere nicht wirklich fernhalten.

Anwohner haben die Nase voll

Drastisch beschrieben die Anwohner die verkehrliche Situation. „Ich fahre hier 30 und werde quasi angeschoben“, erklärte Anlieger Roman Schymonski, der als Beamter der Autobahnpolizei mit besonderer Expertise auf die Situation blickt. Zum Schichtwechsel in den Betrieben reihe sich Auto an Auto. Die Kollegen der Kamener Polizei seien personell nicht in der Lage, öfter als geschehen zu kontrollieren.

Dem Einwand eines anderen, dass man ja nur in einer halben Stunde vor und nach 14 Uhr kontrollieren müsse, widersprach Anwohner Matthias Overbeck: „Ich weiß, dass unter den Mitarbeitern von Becker Stahl Whatsapp-Nachrichten mit Warnungen vor der Kontrolle ausgetauscht werden. Das wird bei den anderen Firmen ganz ähnlich sein.“

Sorgen um Ausweichen auf Hagenweg

Overbeck sorgt sich, dass der Hagenweg mit der Sperrung als Nächstes zum Schleichweg geraten könnte und schlug vor, dem auch dort mit Pollern zu begegnen. Das wird nach Auskunft der Verwaltung mit dem Kreis Unna als Verkehrsbehörde zu erörtern sein. Der Weg sei eine beliebte Radstrecke, da stellten Poller – zumal ohne Beleuchtung – eine erhebliche Unfallgefahr dar.

In der Sache selbst war der Austausch schnell beendet. Die deutliche Mehrheit der Anwohner wünscht die Sperrung. „Das Ergebnis stellen wir zunächst der Politik vor, dann dem Kreis Unna und den beteiligten Behörden“, erklärte Wilke das Prozedere. Mit den Hinweisen an der Rhynerner Straße und Austausch der „verbotenen“ Schilder sei der Kreis schon tätig geworden.

Gegner der Sperrung fügen sich

„Wir müssen damit leben“, sagten Beate und Bernd Brockmann nach dem Ortstermin. Die beiden hatten sich gegen die Sperrung gesträubt, weil sie Nachteile für ihr Gewerbe befürchteten. Sie vermieten Lagerräume an der Straße, die zur Sackgasse wird, Beate Brockmann betreibt eine Naturheilpraxis, die gleichfalls nur noch von der Rhynerner Straße aus zu erreichen sein wird. Sie bat, dort zumindest einen Hinweis auf ihr Geschäft aufstellen zu dürfen. Carsten Wilke äußerte Verständnis, machte aber eine Absage: Der Kreis Unna genehmige solche Ständer nicht.

Umsetzung, wenn Siemensstraße fertig ist

Nun muss zuerst der Rat in der Wiedervorlage über die Sperrung befinden, dann hängt der Vollzug noch davon ab, wie der Ausbau der Siemensstraße im östlichen Teil vorangeht. Solange dort kein Durchkommen ist, so Eisler, benötige die Feuerwehr am Gerätehaus Poilstraße die Weetfelder Straße noch als Rettungsweg. Der Fachbereichsleiter versprach aber schnellstmögliches Vorgehen.

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