Nur Edeka wollte nicht verkaufen

Böllerverbot: Einige Händler in Bönen hatten Ware schon bestellt

Adam Karwoth Rewe Bönen Silvesterfeuerwerk
+
Adam Karwoth, Inhaber des Rewe-Marktes, muss die bestellte Ware wieder zurückschicken.

Alles war vorbereitet: Die Ware war bestellt, lag sogar schon im Lager. Doch die Supermärkte dürfen in diesem Jahr keine Silvesterböller verkaufen. Die Ware müssen die Händler nun wieder zurückschicken.

Bönen – Es wird ein deutlich ruhigerer Jahreswechsel als sonst: Der Verkauf von Silvesterböllern und Raketen wurde aufgrund der Corona-Pandemie verboten. Einige Händler trifft das recht unvorbereitet. Sie hatten die Waren bereits bestellt und müssen nun schauen, was mit den Feuerwerkskörpern passiert.

Zu ihnen gehört Adam Karwoth, Inhaber des Bönener Rewe-Marktes. Er nimmt es gelassen. Die Böller hatte er schon vor einem halben Jahr bestellt. Dass die Bundesregierung den Verkauf verbietet, war da noch nicht absehbar. Inzwischen befanden sich die Kracher auch schon im eigenen Lager.

Großer Schaden für die Hersteller

Mit echten Gewinnen hatte Adam Karwoth sowieso nicht gerechnet. „Die Umsätze werden Peanuts sein“, hatte er noch vor dem Verbot erklärt. Er selbst hatte sogar darüber nachgedacht, ganz auf den Verkauf zu verzichten, es dann aber nicht getan. „Ich verstehe das als Service“, war sein Gedanke.

Nun geht die Lieferung zurück, denn einlagern darf er die Feuerwerkskörper nicht. Karwoth hofft, dass wenigstens ein Teil der Lieferung gutgeschrieben wird. Den weitaus größeren Schaden sieht er aber mit Bedauern für den Hersteller.

Lidl hatte Vorbestellungen angeboten

Auch die meisten anderen Supermärkte in Bönen sind betroffen. Die Nachfrage sei sehr groß, war man sich bei Lidl noch letzte Woche sicher. Um den Aufenthalt in den Geschäften zu verkürzen, konnten Kunden ihr Böllersortiment vorbestellen. Das alles wird nun rückabgewickelt. Die Vorbestellungen werden automatisch storniert, den Kunden entstehen keine Kosten. „Kunden müssen nichts unternehmen“, heißt es von der Pressestelle.

Aldi hatte vorab erklärt, dass die Wünsche der Kunden entscheidend für das Sortiment des Discounters seien. Das Interesse am Feuerwerk sei groß und gerade in diesem Jahr wollte Aldi dazu beitragen, dass Kunden ein besonderes Silvesterfest erleben dürfen. Daraus wird nun nichts. Aldi hat nach eigenen Angaben die Logistikprozesse umgehend gestoppt. Die Werbung habe man jedoch nicht mehr zurückholen können.

Edeka-Markt ist nicht betroffen

Penny, Teil der Rewe-Gruppe, wollte – flapsig ausgedrückt – alles verkaufen, was nicht verboten ist. So zumindest die Antwort auf eine schriftliche Anfrage vor dem Verkaufsverbot. Man werde die Kunden nun in den Märkten über das Verkaufsverbot informieren.

Keine Gedanken muss sich Ulla Finsterwalder machen. Sie ist Marktleiterin bei Edeka in Bönen. In ihrem Geschäft hätte es auch ohne Verbot zum zweiten Mal in Folge keine Silvesterböller gegeben. Während im letzten Jahr der Umwelt- und Tierschutzgedanke maßgeblich für die Entscheidung war, war jetzt Corona als Argument gegen den Verkauf hinzugekommen. Ulla Finsterwalder fühlt sich aber nicht nur deshalb in der Entscheidung bestätigt. Im vergangenen Jahr gab es viel positive Rückmeldungen von Kunden. „Kein einziger Kunde hat sich negativ geäußert“, erinnert sie sich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare