Siegerehrung in Bönen

Bierbrauer als Klimaschützer: Diese Start-up-Gründer sind preiswürdig

Bio-Gründepreis Siegerehrung Preisverleihung
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Gratulation für die Preisträger: Landrat Mario Löhr, Christian Rose und Oliver Bonkamp von Bio-Security sowie Wulf-Christian Ehrich von der IHK Dortmund (hintere Reihe von links) zeichneten die Preisträgern Rosario Iacono, Christian Schipp und Daniel Anthes (vorne von links) aus.

Die Welt ein kleines Stück besser machen - das versuchen die Start-up-Gründer, die vom Bönener Kompetenzzentrum Bio-Security mit dem Bio-Gründerpreis ausgezeichnet wurden. Im Mittelpunkt stehen dabei Ideen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Bönen – Das Kompetenzzentrum Bio-Security im Bönener Industriegebiet hat wieder Unternehmensgründer ausgezeichnet, die mit ihren Ideen Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den Mittelpunkt stellen. Sieben Teams aus ganz Deutschland stellten am Mittwoch über 120 Gästen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ihre revolutionären Ideen vor. Drei von ihnen wurden als Sieger des Bio-Gründer-Wettbewerbs ausgezeichnet.

Bier aus altem Brot

Der erste Platz geht an das Gründerteam von „Knärzje“: Daniel Anthes und Ralf Wagner. „Mit ihrem deutschlandweit ersten bio-zertifizierten Zero-Waste-Bier aus Biobrot zeigen sie, dass Nachhaltigkeit und Genuss miteinander Hand in Hand gehen können“, heißt es in der Begründung. Gebraut wird das Bier aus rückläufigem und überschüssigem Biobrot – und das dank brauereieigener Solarpaneele sogar klimaneutral. Gemeinsam mit ihrem Partner, der Biobäckerei Kaiser, leiste das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main so einen aktiven Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung und setze sich nachhaltig für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln ein.

Schließlich ist die weltweite Verschwendung von Lebensmitteln einer der größten Faktoren, die den Klimawandel vorantreiben. „Knärzje“ will hier zum Umdenken einladen.

Kleben unter Wasser

„XenoGlue“ landete auf Platz zwei. Das Unternehmen möchte mit seinem Projekt zur Herstellung eines Klebstoffes, der in einer feuchten oder nassen Umgebung kleben kann, den Markt revolutionieren. Dabei nimmt sich das Gründerteam ein Vorbild direkt aus der Natur: die Miesmuschel, die in der Lage ist, sich auch an sehr glatten Oberflächen zu halten. Nach diesem Beispiel und mit der Hilfe neuester Verfahren aus der Xenobiologie wollen Christian Schipp, Alessandro De Simone, Sebastian Wendler und Nikolaj Koch einen bio-verträglichen, hypoallergenen und antimikrobiellen Klebstoff schaffen, der sowohl in der (Veterinär-)Medizin als auch der Industrie Verwendung finden kann.

Vertikales Anpflanzen

Gemüse und Obst, das auf wenigen Quadratmetern übereinander in mehreren Etagen wächst: So etwas nennt man vertikale Landwirtschaft. Genau mit dieser zukunftsorientierten Idee belegt „Kasveista“ den dritten Platz. Das Team um Rosario Iacono, Nele Czerwinka und Laura Cammarisano produziert Saatgut und Setzlinge von Kulturpflanzen.

Diese werden nach ihrer Anpassungsfähigkeit an die Bedingungen der vertikalen Landwirtschaft weiter ausgewählt. Darüber hinaus veröffentlicht „Kasveista“ zum ersten Mal seine Sorten mit einer Open-Source-Lizenz, die den Landwirt vor der Kontrolle durch Saatgutfirmen schützen soll. Ziel ist es, eine tragfähigere Landwirtschaft und Massenproduktion pflanzlicher Erzeugnisse zu ermöglichen. Dank dieser Technik und dem Anbau in mehreren Etagen sollen sogar innerhalb urbaner Ballungsräume das ganze Jahr über frische, saubere Lebensmittel produziert werden können.

Der Wettbewerb

Der Bio-Gründer-Wettbewerb des Kompetenzzentrums Bio-Security in Bönen soll innovativen Ideen den Raum für Entwicklung geben. Bio-Security veranstaltet jährlich diesen Wettbewerb für Existenzgründer und Jungunternehmer aus den Bereichen der Agrar- und Ernährungswirtschaft, Biotechnologie und Biochemie oder verwandten Branchen.

Im Vergleich zu traditionellen Landwirtschaftsunternehmen nutze die vertikale Farm dabei 90 Prozent weniger Wasser, 95 Prozent weniger Landfläche und stoße 70 Prozent weniger CO2 aus und stelle sich so dem Voranschreiten des Klimawandels ein Stück weit entgegen.

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