Der Führerschein fehlte auch

"Betrunken wie ein Schwein": Unfallfahrt in Bönen mit 3,2 Promille

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Bis zu 3,2 Promille hatten die Unfallfahrer im Blut

Unna/Bönen – Auf der Suche nach hochprozentigem Nachschub machten sich zwei Freunde sturzbetrunken mit dem Auto auf den Weg. Die Fahrt, die Leben hätte kosten können, gipfelte in Bönen in einem Unfall.

Fahren ohne Fahrerlaubnis, Unfallflucht und Straßenverkehrsgefährdung wurde ihnen nun vor dem Amtsgericht Unna vorgeworfen. 

Werte von rund 3,2 und 2,3 Promille reichten den 41- und 44-jährigen Männern aus Bönen und Unna am Nachmittag des 1. November offenbar noch nicht aus. Weiterer Wodka sollte her. 

Der Fahrer stand auch unter Cannabis-Einfluss

Und in der Situation setzte sich zu allem Überfluss auch noch derjenige von ihnen, der stärker alkoholisiert war und zusätzlich unter dem Einfluss von Cannabis stand, hinter das Steuer des Wagens, der an sich dem anderen Angeklagten gehörte.  Ganz davon zu schweigen, dass keiner von ihnen einen Führerschein besaß. 

Sie fuhren über die Autobahn 2 und nahmen die Ausfahrt in Bönen, an deren Ende sich eine Ampel befindet. Die stand auf Rot, der Fahrer stoppte dennoch nicht, und der Besitzer des Wagens auf dem Beifahrersitz zog die Handbremse. Es kam zum Unfall, bei dem ein Schaden von etwa 2200 Euro an einem fremden Auto entstand. 

Nach dem Unfall ergriffen sie die Flucht

Den Fahrer kümmerte das in seinem Zustand nicht im Geringsten. Er stieg aus und suchte zu Fuß das Weite. Der Autobesitzer setzte sich nun selbst hinter das Steuer und fuhr davon, weil ihm die Aussicht nicht behagte, dass der Geschädigte die Polizei rufen wollte. 

Im Prozess beteuerte der Angeklagte, der den Wagen zunächst fuhr und deutlich alkoholisierter war, dass er sich nicht erinnern könne. „Ich war betrunken wie ein Schwein“, erklärte er lakonisch. 

Nunmehr befindet der Mann sich in Therapie, will der Alkoholsucht so entkommen. Für ihn, der keine Vorstrafen mitbrachte, endete der Prozess mit 900 Euro Geldstrafe. 

Sein Freund, der sich geständig zeigte, dafür aber umfangreich und einschlägig vorbestraft war, wurde zu vier Monaten Haft mit Bewährung und 100 Sozialstunden verurteilt. Zudem erhielten beide jeweils zwei Jahre Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis.

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