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Betrug und Urkundenfälschung: Geschäftsführer von Bönener Pflegedienst in U-Haft

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Von: Kira Presch

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Pflegekraft und Seniorin
Nach der Verhaftung des Geschäftsführers eines Bönener Pflegedienstes ist unklar, wie der Betrieb weitergeht und ob alle Patienten weiter versorgt werden können. © Panthermedia.net

Der Geschäftsführer eines Pflegedienstes mit Firmensitz in Bönen sitzt in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Dortmund gegenüber dem WA bestätigte, wurde der Mann bereits am 3. Juli verhaftet. Zur Last gelegt wird ihm gewerbsmäßiger Betrug in 54 Fällen in Tateinheit mit Urkundenfälschung.

Bönen – Im Zeitraum von Januar 2016 bis Dezember 2020 soll er Leistungen gegenüber der Krankenkasse AOK abgerechnet haben, die von dem Pflegedienst nicht erbracht wurden. Dazu soll er Leistungsnachweise gefälscht und als Beweis eingereicht haben. „Laut Haftbefehl handelt es sich um einen Gesamtschaden in Höhe von 975 000 Euro“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Haftbefehl war erlassen worden, nachdem die Staatsanwaltschaft monatelang umfangreiche Firmenunterlagen gesichtet hatte, die bei einer Hausdurchsuchung der Firmenräume des Pflegedienstes in Bönen vor einem Jahr sichergestellt worden waren.

Dringend tatverdächtig, weil er sämtliche wesentlichen Entscheidungen traf

„Aufgrund der bisherigen Ermittlungen ist der Mann dringend tatverdächtig“, so der Sprecher. Auch wenn er nicht offiziell als Geschäftsführer fungiert habe – eingetragen sei offiziell eine andere Person – geht die Staatsanwaltschaft davon aus, „dass er faktischer Geschäftsführer war und sämtliche wesentlichen Entscheidungen traf“. Zu den Vorwürfen habe der Geschäftsmann sich bisher nicht geäußert.

Auch zu der Anfrage des WA, welche Auswirkungen die Verhaftung auf den laufenden Betrieb und die Versorgung der Patienten haben wird, wollte sich das Unternehmen mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Die Ermittlungen dauern noch an. Davon hänge auch ab, ob der Tatverdächtige weiterhin in U-Haft bleibt. „Es ist davon auszugehen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis es zu einer möglichen Anklageerhebung kommt.“

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