Bönener vor Gericht

Betroffener bekommt Panik: Testfahrt wird zur Polizeiflucht

+

Unna/Bönen – Um sicher zu gehen, dass mit dem Pkw samt Anhänger alles in Ordnung war, habe sich ein Bönener nur kurz hinter das Steuer setzen. Als er die Polizei sah, sei er in Panik geraten und gab Gas.

Eine denkbar schlechte Idee, denn der 46-Jährige besaß keinen Führerschein und war bereits einschlägig vorbestraft. Das kam ihn nun teuer zu stehen. An sich waren die Absichten des Böneners am 3. Februar gut. 

Er wollte seiner Ex-Frau einen Gefallen tun und ihr eine Waschmaschine bringen. Dafür mieteten er und seine neue Freundin sogar einen Anhänger. Doch das Gespann, so erklärte die Lebensgefährtin, die fahren sollte, fühlte sich merkwürdig für sie an. Also rutschte er auf den Fahrersitz, um nach dem Rechten zu sehen. 

Nur ein kurzes Stück wollte er fahren, bemerkte dann allerdings den Streifenwagen und fuhr kopflos auf der Fritz-Husemann-Straße davon. Es dauerte nicht lange, bis ihn die Polizei überholte und stoppte. Und nun kam auch ans Licht, warum es der 46-Jährige mit der Angst zu tun bekam.

„Das war so. Tut mir auch echt leid, dass ich das gemacht habe“, bekundete der Bönener gestern in seinem Prozess vor dem Unnaer Amtsgericht. Er habe das Ganze wirklich nur testen wollen, habe Panik bekommen und sei aus diesem Grund losgefahren: „In der Hoffnung, nicht erwischt zu werden.“ 

Und das sei ein Fehler gewesen, den er wirklich sehr bedauere. Das offene Geständnis, die kurze Fahrstrecke und das durchaus edle Motiv als Hintergrund des Vorfalls sprachen für ihn. Gegen ihn wirkten sich zwei einschlägige Vorbelastungen und das rasante Rückfalltempo aus. In diesem Fall beließ es das Gericht noch einmal bei 1000 Euro Geldstrafe und 18 Monaten Sperrfrist zur Erteilung einer Fahrerlaubnis. - sam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare