Bergkamener Firma will mit Pfandsystem gegen Plastikmüll kämpfen

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Das Rebottle-System ist nach Angaben von Sebastian Maier, Geschäftsführer von Tipp Oil, in fast 40 Ländern eingeführt worden.

Bergkamen – Das Thema Plastik ist viel diskutiert, denn es ist zwar kein anderer Werkstoff so vielfältig einsetzbar und wandlungsfähig, aber er trägt auch maßgeblich zur Vermüllung der Meere bei. Zahlreichen Meerestieren ist Plastik bereits zum Verhängnis geworden. Neben Dingen wie Plastiktüten und -flaschen, Coffee-to-go-Bechern, Strohhalmen oder Fischernetzen landen auch Motoröl-Behälter in der Natur.

Mit solchen Behältern hat das Unternehmen Tipp Oil Manufacturer Ltd. mit Sitz in Bergkamen tagtäglich zu tun. Der Schmierstoffanbieter hat sich etwas einfallen lassen, um einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben das weltweit erste Pfandsystem auf Kunststoffgebinde eingeführt.

Das System namens „Rebottle“, mit dem sich die Firma von zahlreichen Mitbewerbern abgrenzen möchte, macht aus Einweg Mehrweg. „Wir produzieren unsere Behälter aus Plastik, aber unser Plastik bleibt durch das Pfandsystem im Kreislauf und landet nach einem Mal Benutzen nicht im Meer oder wo es sonst nicht hingehört“, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite. 

Vertreten in 40 Ländern

Das Sortiment von Tipp Oil umfasst Motorenöle für Pkw und Lkw sowie Universalöle für Landwirtschaft, Baumaschinen und Getriebeöle. Produziert werden die Schmierstoffe in einer Raffinerie in der Nähe von Greifswald. Seit Oktober 2018 vermarktet das noch relativ junge Unternehmen Schmierstoffe, bereits zu dieser Zeit hat es auch sein eigens entwickeltes Pfandsystem eingeführt. 

In fast 40 Ländern ist das System mittlerweile vertreten – „und es werden immer mehr“, erzählt Tipp-Oil-Geschäftsführer Sebastian Maier. Die Schmierstoffe werden sowohl über eigene Niederlassungen, als auch über internationale Handelspartner an Kunden, darunter zum Beispiel Tankstellen oder Kfz-Händler, weltweit vertrieben. Die Kunststoffgebinde, die im Rahmen des Rebottle-Systems vertrieben werden, reichen von einem Liter bis hin zu 20 Litern. Das Prinzip ist einfach: Die Kunden werfen die Ölflaschen nicht weg, sondern sammeln sie in speziell für die Rückgabe vorgesehenen Behältern im Laden. Pro Gebindeflasche erhalten Rebottle-Kunden einen Betrag von 25 Cent zurück. 

Großer Aufwand

Sind die Behälter voll, werden die Ölflaschen von Partnern abgeholt und gelangen beispielsweise per Schiff oder Zug zurück nach Deutschland, wo die gesammelten Flaschen aus aller Welt in einer Reinigungsfirma gereinigt werden. „Es bleiben ja meistens gewisse Rückstände an Öl in den leeren Behältern zurück“, erklärt Sebastian Maier. Nach der Reinigung werden sie wieder befüllt und an die nächsten Kunden vertrieben. „Es steckt natürlich ein Riesenaufwand dahinter, nicht nur, was die Logistik angeht, sondern auch unsere Partner erst einmal zu coachen, wie sie das System anwenden. Aber es funktioniert“, sagt Sebastian Maier. 

Die ersten Pilotprojekte habe das Unternehmen in einigen Ländern in Afrika gestartet, wie der Geschäftsführer erzählt. „Es war uns wichtig, das System gerade in den ärmeren Regionen zu testen, weil dort unheimlich viele Problematiken bezüglich der Müllbelastung vorhanden sind“, erklärt der Tipp-Oil-Geschäftsführer. Die Pfand-Idee komme bei den Kunden weltweit gut an, meint Sebastian Maier. Durch das System würden immerhin Abfälle vermieden, Recyclingkosten und Ressourcen gespart und damit die Umwelt geschont

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